Baumpflege

Richtige Schnittzeit und Schnittmethode bei Walnussbaum

Walnuss mit Faulstelle behandeln: Reife Walnuss am Baum

Der richtige Schnittzeitpunkt ist nicht nur bei Baumlaien ein Streitthema. Auch Experten sind sich hier nicht immer ganz einig. In der Literatur wird als günstigste Schnittzeitperiode allgemein August bis November angegeben. Johannes Bilharz erklärt im Folgenden seine Auffassung und Einschätzung zum richtigen Schnittzeitpunkt und der passenden Schnittmethode bei Walnussbäumen.

Richtige Schnittzeit bei Walnuss

Bezüglich der in Lehrbüchern vertretenen Ansicht, Nussbäume im August/November zu schneiden, muss ich sagen: Die Aussagen in den gängigen Büchern zum Obstbaumschnitt wurden und werden von einem Autor zum anderen einfach abgeschrieben. Die Praxis belegt, dass diese Aussage so nicht stehen bleiben kann und schnellstens aus den Büchern verschwinden sollte. Als sicher kann gelten, dass der Schnitt im August/September den Austrieb im Frühjahr hemmt, der Winterschnitt diesen eher fördert aufgrund des zumindest bei Obstbauern bekannten Reservestoff-Kreislaufs von Bäumen (sehr verkürzt dargestellt). Frühjahr bis Juni kann als sehr günstig für den Schnitt von Walnussbäumen angesehen werden.

Das Bluten scheint nicht so sehr zu schaden, wie man meinen könnte. Wenn doch, dann sind die Schäden nicht so deutlich, sonst wäre die Fachwelt einhelliger Meinung. Das ist sie aber nicht. Es gibt meines Wissens derzeit noch keine wissenschaftliche Untersuchung dazu, die eindeutig belegt, dass Bluten schadet oder eben nicht. Wer auf Nummer sicher gehen und das Bluten vermeiden möchte, der kann beruhigt nach dem Blattaustrieb schneiden. Sobald die Blätter draußen sind, hört das Bluten schlagartig auf.

Bis Juni dürfte der Schnitt keine Probleme verursachen. Danach könnte es zu unerwünschtem Neuaustrieb kommen, der dann Gefahr läuft, nicht mehr auszureifen und bei starken Frösten abzusterben. Ebenso dezimiert späterer Schnitt die für die Einlagerung der Reservestoffe notwendige Blattmasse, was zu geringerer Frosthärte und Schwächung des Baums führen kann. Hierzu habe ich an anderer Stelle schon ausführlicher Stellung bezogen.

Ein Versuch der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg1 bestätigt diesen Sachverhalt. Dort wird erwähnt, dass es bei Novemberschnitt mehr Wasserschosse gab. Das verwundert nicht, weil die Menge der Reservestoffe nach dem Blattfall im Baum am höchsten ist. Es geht zwar bei entsprechendem Schnitt auch bei Novemberschnitt ohne Wasserschosse, aber hinsichtlich Triebigkeit haben die Autoren Recht. Das wissen die meisten gewerblichen Obstbauern. Bei Baumpflegern ist dieses Wissen noch nicht bei jedem angekommen.

Eine geringere Rolle spielt die Schnittzeit bei Abschottung und Gesunderhaltung des Baums. Das wird vor allem von Baumpflegern überschätzt, weil in der Literatur bisher nur dieser Sachverhalt diskutiert und Versuche dazu unzulässig verallgemeinert wurden.

Interessant sind dazu auch die Aussagen von Jaroslav Matejsek, einem Fachberater des tschechischen Kleingärtnerverbandes (ČZS). Beim 12. Internationalen Pomologentreffen 2013 in Prag bestätigte er in seinem Vortrag „Erziehungsschnitt von Nussbäumen“ nicht nur meine Erkenntnisse über den Unsinn des viel zitierten August-Schnittes bei Walnuss und plädiert wie ich für den Schnitt nach dem Austrieb bis Juni. Er bestätigt auch meine These, dass die Aussage „die Vegetationszeit von August bis Blattfall wirke sich positiv auf die Wundheilung aus“ nicht zwingend stimmen müsse, wie dies vielfach in Baumpflegekreisen als klare Grundregel gilt. Hierzu habe ich an anderer Stelle schon Kritik an Versuchen dargelegt, die meines Erachtens unzulässig beziehungsweise falsch interpretiert wurden und zu dieser überschätzen Bedeutung von Wundabschottung innerhalb der Vegetation für die Baumgesundheit führten.

Bezüglich der Abschottung ist es viel wichtiger, auf die richtige Schnittführung zu achten. Das zeigen die Versuche der von Ihnen zitierten Autoren Metzler und Ehring. Sie hatten bei ihren Versuchen auf korrekte Schnittführung geachtet und siehe da: Selbst bei Februarschnitt (also im Winter) hat der Baum optimal abgeschottet. Signifikante Ergebnisse hinsichtlich der Monate können aus den Versuchen jedoch nicht abgeleitet werden, da hierzu die entsprechenden Monate aus verschiedenen Jahren hätten geprüft werden müssen. So hätte man zufällige in diesem Monat auftretende Effekte isolieren können. Die geringen Unterschiede zeigen aber, dass es innerhalb des untersuchten Jahres nur unbedeutende Unterschiede gab. Dies wiederum könnte bestätigen, dass andere Effekte als der Schnittzeitpunkt für Unterschiede verantwortlich sind. Eine ausführlichere Diskussion führt an dieser Stelle aber zu weit.

Korrekte Schnittführung ist ausschlaggebend

Die richtige und saubere Schnittführung ist für die Abschottung im Baum wichtiger als die Schnittzeit! Frühjahr bis Juni ist für den Nussbaum eine günstige Schnittzeit und unterstützt die Vitalität des Nussbaums.

Richtige Schnittmethode für gute Durchlüftung bei Walnuss

Damit sich Krankheiten wie Xanthomonas und Marssonina nicht zunehmend in Kronen alter Walnussbäume ausbreiten, ist eine regelmäßige Auslichtung der Krone sinnvoll. Der Beitrag von Haas2 über den Schnitt von Walnussbäumen ist sehr empfehlenswert. Er beschreibt jedoch hauptsächlich die Erziehung von Walnussbäumen und gibt nicht direkt Informationen, was zu tun ist, wenn der Baum zu alt und eine Erziehung nicht in gewünschtem Maße vorhanden ist.

Zuerst ist es wichtig, sich über die Ziele klar zu werden. Welche Ziele sind bei welchem Baum wichtig und was hat Prioriätt:

  • Soll der Baum klein bleiben?
  • Soll der Baum quantitativ viele Früchte haben?
  • Soll der Baum qualitativ hochwertige Früchte haben?
  • Wie hoch darf der Schnittaufwand sein?
  • Wie soll geerntet werden?
  • Wie alt darf/soll der Baum werden?
  • Wie gut sollen die Früchte besonnt werden?
  • Wie stark soll die Krone durchlüftet werden?

Leider kann man nie alles gleichzeitig optimieren. Jede Maßnahme hat auch negative Effekte für andere Ziele. Deshalb muss man sich immer klar werden, welchen Einfluss eine Maßnahme auf die anderen Ziele hat.

Bei hohem Krankheitsdruck ist besonders das letzte Ziel sehr wichtig. Eine gut durchlüftete Krone beugt Pilzinfektionen oder Bakteriosen durch Verhinderung eines für Pilze günstigen Mikroklimas vor. Soviel kann auf alle Fälle gesagt werden: Eine Stammhalbierung und eine Ableitung auf einen schwächeren Seitenast halte ich für keine gute Idee. Ein solcher Schnitt entspricht einer Kappung mit all ihren negativen Folgen3. Sicherlich ist bei einer solchen Entscheidung zu berücksichtigen, ob es sich um einen Walnussbaum in einer Erwerbsanlage handelt, oder um einen Hofbaum. Der Erwerbsbaum muss vielleicht gar nicht so alt werden (30 Jahre?) wie der Hofbaum (Generationen). Für einen Erwerbsbaum ist es möglicherweise nicht wichtig, wenn Äste faulen und hohl werden. Ob das der Gesundheit des Erwerbsbaumes zuträglich ist und hilft, Infektionen zu minimieren, wage ich aber stark zu bezweifeln. Je größer der Schnitteingriff, desto mehr Stress hat der Baum, je mehr Stress er hat, desto anfälliger ist er für alle möglichen Krankheiten, insbesondere Bakteriosen und Virosen. Also meine Empfehlung: Finger weg vom Kappen. Notwendig ist es in den seltensten Fällen. Eine Vitalisierung, d.h. Förderung junger Triebe, kann auch ohne Kappung erreicht werden. Auch eine Auslichtung in der Peripherie trägt zur schnellen Abtrocknung der Bäume bei. Erst wenn diese geöffnet ist, kann Wind und Sonne in die Krone eindringen. Vielleicht hilft es, sich erst einmal auf die verschiedenen Kronenformen zu besinnen.

Kronenformen

Natürliche Krone

Bäume verdichten sich bei natürlichem Wuchs in der Peripherie. Das führt dazu, dass Baumkronen im Inneren verkahlen – bei manchen Bäumen mehr, bei manchen weniger. Bei Süßkirsche oder Walnuss ist die Verdichtung weniger ausgeprägt. Sie lassen in der Regel mehr Licht ins Kroneninnere und haben einen lockereren Wuchs. Deshalb wurde früher oft empfohlen, diese Bäume nicht oder nur wenig zu schneiden. Vielleicht war auch die Starkwüchsigkeit mit ein Grund, dass man die Bäume wachsen ließ, weil das Schneiden großer Bäume zu aufwendig war.

Vorteil: wenig Schnittaufwand; hohe quantitative Erträge (in Summe der Jahre)

Nachteil: Verkahlung im Inneren; Anregung von Jungtrieben und Verminderung des Kronenausmaßes (Zentralisierung) oft nur durch starke, baumschädigende Kappungen möglich; Früchte nur in der Peripherie (schlechte Erntemöglichkeit, deshalb nur dort wirtschaftlich interessant, wo Früchte geschüttelt werden, bei Nussbäumen früher meistens der Fall)

Krone auslichten durch Entfernung von ganzen Astpartien

Ein Auslichten der Krone beschränkt sich meist auf eine behutsame Auswahl bevorzugter Äste und das Vereinzeln von konkurrierenden Ästen.

Vorteil: Schnittaufwand immer noch einigermaßen minimal; natürliche Astreinigung wird vorweggenommen; gute Durchlüftung; Fruchtbildung wird gefördert (qualitativ); Verkahlung des Kroneninneren wird verlangsamt

Nachteil: Die Masse der Jungtriebe an den einzelnen Tragästen bleibt auf die Peripherie beschränkt. Peripherie wird gefördert, jedoch auf weniger Äste verteilt (Kopflastigkeit). Die Tragäste können oft nicht schnell genug mit Dickenwachstum entgegen steuern, was tendenziell Astbruch fördert (Gewicht nimmt in der Peripherie zu; Hebelarm vergrößert sich). Bei stärkerer Auslichtung wird der quantitative Ertrag reduziert. Wasserschossbildung bei freigestellten Flächen (schlechte Astanbindung der Wasserschosse, große Schnittflächen bei Entfernung derselben).

Krone schlank schneiden

Eine schlankgeschnittene Krone hat in der Peripherie wenig Knospen und hält die Knospen im Bauminneren. So werden die produktiven Zonen im Inneren gefördert und der Baum in seinen Ausmaßen klein gehalten. Offene Krone in der Peripherie, Verdichtung im Kroneninneren.

Vorteil: Die Krone kann klein gehalten werden, manuelles Ernten wird erleichtert (da Erträge nicht nur in der Peripherie). Optimale Jungholzbildung und Verminderung der Wasserschossbildung. Große Schnittwunden können zum großen Teil vermieden werden. Jährlich ausreichend Jungtriebe mit Blüten.

Nachteil: Jährlicher (mindestens zweijähriger) Schnitt ist empfehlenswert. Der Schnitt in der Peripherie ist schwierig und zeitaufwendig (sofern man nicht die richtigen Techniken hat wie zum Beispiel Positionierung mit Klettertechnik und Leiter). Geringere (dafür meist über die Jahre gleichmäßige) Erntemengen und geringere Qualität, da hinsichtlich Sonne die Blüten im Bauminneren nicht so optimal versorgt sind wie die in der Peripherie.

Diese Einteilung ist nur sehr grob und lückenhaft, zeigt aber schon deutlich, es gibt immer Vor- und Nachteile.

Meine Empfehlung für eine gut durchlüftete Krone bei Walnussbäumen

Förderung der produktiven Jungäste nicht nur außen, sondern über den gesamten Kronenaufbau: Dazu ist eine vorsichtige Auslichtung in der Peripherie notwendig. Das bewirkt eine Öffnung der Krone nicht nur für Licht, sondern auch für Luft. Ich würde gerade nicht im Inneren auslichten. Zu beachten wäre allerdings, dass man mit der Schnittintensität das natürliche Wuchspotential nicht zu stark unterdrückt (Baum durchaus „laufen“ lassen). Die Kunst ist es, herauszufinden, wie stark man bei der jeweiligen Baumart und -sorte schneiden muss, um einerseits die Jungtriebbildung anzuregen, andererseits aber einseitige Wasserschossbildung zu vermeiden. Einfluss darauf haben viele Faktoren: Sorte, Unterlage, Schnittzeitpunkt, Schnittstärke, Verteilung der verbliebenen Knospen auf die Astarchitektur, Exposition, Verhältnis der Aststärken und Verteilung der Astlängen untereinander. Im Prinzip wäre das hinsichtlich Schnitt eine Mischung aus „Krone auslichten“ und „Krone schlankschneiden“. Der Öschbergschnitt ist gar nicht so falsch und kann vom Prinzip her immer angewendet werden, wenn man sich nicht so streng an Astwinkel und Astverteilung klammert, sondern mehr von dem leiten lässt, was der Baum an Wuchs vorgibt. Ein lockerer Kronenaufbau bevorzugt wenige ausgewählte Tragäste. Ich kann hier Haas2 nur zustimmen: Kronenaufbau ähnlich wie bei anderen Obstbäumen (moderne Rundkrone mit wenig Tragästen und regelmäßigem Schnitt).

Meine Empfehlung für die Schnittzeit: Frühjahr bis Juni. Man kann aber bei leichten Schnitteingriffen und gesunden Bäumen fast das ganze Jahr hindurch schneiden.

Besitzer einer Walnussbaum-Plantage werden möglicherweise wirtschaftlichen Kriterien den Vorzug geben. Die Wirtschaftlichkeit ist aber sehr von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Diese alle zu beleuchten wäre sehr aufwendig und in diesem Rahmen kaum abzuhandeln.

1 Dr. Berthold Metzler, Andreas Ehring: Überwallung, Holzverfärbung und Pilzinfektionen nach Grünästung der Walnuss
zu verschiedenen Jahreszeiten. Jahrbuch der Baumpflege 2006, S. 219ff

2 Nussbaumschule Haas & Haas, Zwingendorf: Der Nussbaum

3 Nähere Informationen dazu bei Alex Shigo: Baumschnitt. Kenzingen 2015

Ergänzende Artikel des Autors rund um das Thema Baumschnitt und Schnittzeit:

Beispiele für den Einfluss der Schnittzeit bei der Baumpflege
Kritische Betrachtungen einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Schnittzeit
Schnittzeitempfehlungen in der ZTV – Änderungsvorschläge
Was passiert im Baum im Jahresverlauf?
Schnittzeit von Bäumen – Eine Diskussion
Warum schneidet man Obstbäume im Winter?

Schnittzeit – Fatale Irrtümer der Baumexperten (Teil I)
Schnittzeit – Fatale Irrtümer der Baumexperten (Teil II)
Schnittzeit bei Bäumen – Begleitartikel und Reaktionen
Baumschnitt und Schnittzeit

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11 Kommentare
  1. E. Hackel

    Hallo und guten Tag,
    wir haben eingangs unserer Eigentumswohnanlage einen schönen, großen alten Walnussbaum stehen. Jetzt lese ich gerade, dass der beste Baumschnitt im Frühjahr bis Juni erfolgt. Aber was ist mit der Baumsatzung der Gemeinde? Danach muss der Schnitt bis Ende Februar erfolgen.
    Für eine Aufklärung wäre ich sehr dankbar!
    MfG

    1. Baumpflegeportal

      Guten Tag,
      Ihre Frage ist berechtigt. Es gibt einen Paragraphen im Bundesnaturschutzgesetz, der Schnitt- und Fällmaßnahmen auf November bis Ende Februar begrenzt. Das gilt jedoch nur für starke Schnitte. Außerdem sind Gartenbäume dabei ausgenommen. Was ganzjährig gilt, ist der Artenschutz. Ist also aktuell ein Nest oder eine Höhle im Baum, sind Schnitte untersagt. Das dritte sind eigene Richtlinien und Gesetzt, die von den Gemeinden ausgehen. Hierzu zählt die Baumsatzung. Diese regelt meist nur, ab welchem Durchmesser ein Baum nicht mehr ohne Genehmigung gefällt oder stark beschnitten werden darf. Falls in Ihrer Gemeinde auch eine Schnittzeit in der Baumsatzung steht, gilt diese natürlich für Sie. Ein fachgerechter Pflegeschnitt darf meistens ganzjährig erfolgen. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich immer, in der Gemeinde anzurufen und nachzufragen. Sie kennt ihre Baumsatzung am besten und kann Ihnen Auskunft zu erlaubten Schnittzeiten geben.
      Viele Grüße, Ihr Team vom Baumpflegeportal

  2. Mader

    Hallo zusammen,

    den Hinweisen hier folgend haben wir unseren Walnussbaum nach dem Ende des Blattaustriebs geschnitten und es kam zu keinerlei „Bluten“. Nach ca. vier Wochen kam es in der Nähe einiger der Schnittstellen, jedoch nicht an allen zu Neuaustrieb. Mit „in der Nähe“ meine ich u.a., dass es nicht unmittelbar auf dem Rand des Schnitts treibt.

    Vielen Dank für die sehr nützlichen Informationen!

    Viele Grüße
    Alexander Mader

  3. Gerhard Hennemann

    Unser Walnussbaum (ca. 25 Jahre alt) macht uns Sorgen:
    Vor 5 Jahren musste ich einen dicken Ast absägen; er versperrte die Durchfahrt.
    Ich habe ihn dicht am Stamm abgeschnitten in der Erwartung, dass die Schnittwunde schnell überwachsen wird.
    Ich glaube, dass es zu dicht war, denn sie ist bei heute kaum kleiner geworden. Die Schnittwunde habe ich zunächst nicht behandelt, doch nach 4 Jahren habe ich eine dünne Schicht Baumwachs aufgebracht.
    Nun beobachte ich, dass InsektenLöcher in die Wunde gebohrt haben.
    Gleichzeitig lassen die Erträge deutlich nach: Wir ernten weniger, kleine und verdorbene Nüsse. Oft sind die Nusskerne an der Verbindung der beiden Hälften schwarz. Ich vermute da Zusammenhänge mit dem Astschnitt.
    Was kann ich da tun?

    1. Hallo Gerhard,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Was Sie beschreiben kann ein Zusammenwirken von mehreren Schädlingen oder Krankheitserregern sein. Schauen Sie doch in diesem Beitrag, ob eines der dort beschriebenen Schadbildern auf Ihren Walnussbaum zutrifft. Hier geht es zum Artikel Schwarze Früchte an Walnuss – Marssonina.
      Am besten kann die Situation immer bei Ihnen vor Ort beurteilt werden. Wenn Sie Ihren Baum erhalten wollen, empfehlen wir, einen qualifizierten Baumpflegebetrieb vor Ort hinzuzuziehen. Ausgebildete Baumpfleger*innen und -gutachter*innen kennen die typischen Krankheiten und können Ihnen passgenau Empfehlungen geben.
      Herzliche Grüße,
      das Team vom Baumpflegeportal

  4. Ulrich Krämer

    Guten Tag liebes Team des Baumpflegeportals!

    Herzlichen Dank für Ihren sehr interessanten Beitrag zum Thema Schnittzeitpunkt für den Walnussbaum. Wir haben einen großen, schönen Walnussbaum – leider ist unser Grundstück mit 250 m² quasi zu klein, was eine Pflegemassnahme erforderlich macht.
    Da regelmäßig Vögel im Baum brüten, würden wir diese gerne im Februar/Anfang März durchführen – Ihrem Beitrag kann ich kein dringendes Abraten von Schnittmaßnahmen im Februar/März entnehmen. Habe ich Sie so richtig verstanden?

    VIelen Dank für Ihre Hilfe und herzliche Grüße
    Ulrich Krämer

    1. Lieber Herr Krämer!

      Recht herzlichen Dank für Ihr freundliches Feedback zu unserem Beitrag. Das freut uns sehr. Und ja, Sie haben unseren Autor richtig interpretiert. Ihre für Februar/März geplanten Schnittmaßnahmen können Sie gern durchführen. Wichtig dabei ist aber auf jeden Fall, dass diese fachgerecht vorgenommen werden. Die richtige und saubere Schnittführung ist für die Abschottung im Baum wichtiger als der Schnitt-Zeitpunkt. Die Spanne vom Frühjahr bis in den Juni ist für Walnussbäume eine günstige Schnittzeit und unterstützt die Vitalität des Baums. Bei Unsicherheiten Ihrerseits möchten wir Ihnen empfehlen, sich einen Experten an die Seite zu holen. Dann wird Ihr Baum Ihnen nach den notwendigen Pflegemaßnahmen sicher weiterhin so viel Freude bereiten wie bisher!

      Herzliche Grüße
      Ihr Baumpflegeportal-Team

  5. Martin

    Hallo,
    dies ist ein großartiges Portal – habe selten auf so angenehme Weise so viel gelernt. Danke!
    Meine Frage: Unser ca. 30 Jahre alter Walnussbaum hat einen Ast, der uns Sorge macht: Er wächst ca. 50 cm über dem Boden aus dem Stamm (mit ca. 12-15 cm Durchmesser), ist ca. 4 Meter lang (mit weiteren Verzweigungen) und schwebt an einer Stelle inzwischen nur noch ca. 20 cm über dem Boden. Müssen wir diesen Ast (im Ganzen) abnehmen?
    Vielen Dank vorab und beste Grüße
    von Martin

    1. Hallo Martin,
      es freut uns sehr, dass dir unsere Informationen weiterhelfen. Bäume sind faszinierend, nicht wahr?
      Schick uns zu deiner Frage doch gern ein paar aussagekräftige Fotos deiner Walnuss. Wir melden uns gleich per E-Mail mit den Details bei dir. Gern geben wir dir eine erste Einschätzung. Ein qualifizierter Baumpflegebetrieb in deiner Nähe kann mit Baumpflegemaßnahmen wie beispielsweise einer fachgerechten Reduzierung des Kronenvolumens, Stützen oder Kronensicherungen den Ast erhalten, oder wenn der Erhalt nicht möglich ist, zumindest die Entnahme baumgerecht durchführen. Baumpflegebetriebe in deiner Nähe findest du in unserer Suche: http://www.baumpflegeportal.de/baumpfleger.
      Viele Grüße, dein Team vom Baumpflegeportal

      1. David

        Hallo und vielen Dank für diese tolle Seite, die so viele interessante Informationen bietet.
        Auch ich habe einen Walnussbaum, geschätzt 70-90 Jahre alt. Mein Opa hat ihn gepflanzt und als das Haus in den 80ern angebaut wurde, durfte er stehen bleiben. Ein besonderes Exemplar also, denn er zeichnet sich durch seine herzförmige Wuchsform und seinen besonders schiefen Stamm, sowie seinen Standort aus. Er steht direkt am Wohnhaus und ragt wunderschön über den Balkon und Haus. Wir sind so froh mit dem Baum.
        Dünnere Äste schneiden wir jedes Jahr vom Dach weg. Der letzte große Auslichtungsschnitt erfolgte vor etwa 10-15 Jahren. Nun hat er eine sehr ausladende Form und letzten Monat ist ein etwas größerer Ast gebrochen. Ich nehme an, er war zu schwer und passte auch nicht in die Form und deshalb hat der Baum ihn selbst abgeworfen.
        Seitdem machen wir uns Sorgen, da ein sehr mächtiger Ast direkt über unsere Terrasse verläuft. Von diesem Ast gehen mehrere Äste senkrecht nach oben. Vielleicht machen wir uns zu viel Gedanken, schließlich ist es ja nicht erst seit gestern so. Aber man sitzt doch mit einem mulmigen Gefühl direkt darunter. Ich würde deshalb gerne am liebsten dieses Jahr noch einen Entlastungsschnitt an diesem Ast und einen Ausrichtungsschnitt der Krone vornehmen. Ich hatte mir dafür den September ausgesucht. Oder wäre davon abzuraten?
        Ich kann ihnen gerne Bilder zukommen lassen.
        Viele Grüße, David

        1. Lieber David,
          super, dass Ihnen unsere Informationen schon geholfen haben – das freut uns!
          Um den passenden Schnitt und Schnittzeitpunkt für Ihren Baum zu finden, ist es am einfachsten, Sie sprechen mit Baumkontrolleuren oder Baumpflegebetrieben in der Nähe Ihres Wohnortes. Aus Ihren Beschreibungen geht hervor, dass der Baum beim Bau des Hauses bereits stand und eventuell dabei auch der Wurzelraum in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zwar gehört es zum natürlichen Baumleben dazu, dass auch dann und wann ein Ast ausbricht, aber so nah am Wohnhaus hinterlässt es mulmige Gefühle. Nachdem die letzte Baumpflege schon länger her ist und es zu einem großen Astausbruch gekommen ist, lohnt sich auf jeden Fall ein Vor-Ort-Termin. Ob der September ein passender Monat ist, hängt auch vom allgemeinen Zustand des Baumes ab (Vitalität, Standsicherheit, …), und das kann Ihnen der Fachbetrieb sagen. Keine Angst vor den Kosten: Der Vor-Ort-Termin ist bei den meisten Fachbetrieben kostenfrei oder wird Ihnen auf den Auftrag angerechnet. Ein qualifizierter Baumpflegebetrieb erklärt Ihnen die Maßnahmen, macht Ihnen einen Kostenvoranschlag und schneidet nicht einfach „runter“, sondern berücksichtigt die Vorgaben nach ZTV-Baumpflege. Qualifizierte Fachbetriebe in Ihrer Nähe finden Sie hier in unserer Baumpflegersuche.
          Herzliche Grüße,
          Ihr Team vom Baumpflegeportal

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