Blätter eines Ginkgo-Baumes

Richtiger Baumschnitt

Tipps zu Pflege und Schnitt von Ginkgo Biloba

Nicht nur wegen seiner leichten Pflege und nur geringem Schnittaufwand ist der Ginkgo (Ginkgo Biloba) ein beliebter Gartenbaum. Auch seine ungewöhnlichen Blätter, der schöne Habitus, die vielen Sagen und seine lang zurückreichende Geschichte tragen zu seiner Beliebtheit bei. Im Garten ist er jedoch nur zu halten, wenn genügend Platz für den großen Baum vorhanden ist. Denn wie jeder andere Baum, sieht er in der Baumschule kleiner aus, als er ist. Dafür ist der Baum sehr anspruchslos an den Standort. Sollte der große Baum dennoch zu viel Aufwand für Sie sein, wählen Sie eine Zwerg-Zuchtform.

Der richtige Standort

Ist die Wahl auf einen Ginkgo gefallen, ist es wichtig einen geeigneten Standort zu finden. Die Baumart ist bezüglich des Bodens anspruchslos, solange er nicht im Wasser steht. In jungen Jahren bevorzugt das Bäumchen schattige Standorte, da sonst Sonnenbrand droht. Später jedoch sollten Sie ihm einen Sonnenplatz bereitstellen. Am einfachsten ist dies zu bewerkstelligen, indem Sie das junge Bäumchen mit kleineren Büschen umgeben. Mit der Zeit wächst der Baum über diese Pflanzen hinweg und erobert sich seinen Platz an der Sonne. Bedenken Sie bei der Wahl des Standortes, dass der Baum bis zu 30 Meter hoch wird und eine ausladende Krone entwickelt.

Ginkgo richtiger Schnitt

Auch beim Schnitt gibt es nicht zu viel zu beachten. Ist das Bäumchen jung, lichten Sie die Krone des Ginkgos regelmäßig aus. Dadurch erziehen Sie eine gleichmäßige Krone oder eine buschigere Wuchsform. Mit wenig Aufwand formen Sie den Baum nach ihren Wünschen. Eine lichte Krone hat den Vorteil, dass alle Kronenteile gleichmäßig viel Licht bekommen. Eine dichte Krone bietet im Herbst ein wunderschönes Farbspektakel im Garten.

Der Schnitt des Ginkgo erfolgt im Frühjahr. Dadurch bleibt dem Baum genug Zeit, auf den Schnitt zu reagieren und neue Triebe zu bilden. Ist der Kronenaufbau abgeschlossen, enden auch die Formschnitte. Ein erwachsener Ginkgo benötigt in den meisten Fällen keinen Schnitt. Abgebrochene oder kranke Äste entfernen Sie auch bei einem alten Ginkgo. Ebenso Äste, die das Kronenbild stören. Achten Sie auf einen stammnahen, glatten Schnitt auf Astring. Der Baum überwallt die Wunde und Pilze sind chancenlos.

Der Ginkgo und seine Geschichte

Der Ginkgo ist eine uralte Baumart. Er bevölkerte bereits vor den Dinosauriern die Erde und überlebte bis heute. Er gilt als „lebendes Fossil“. Dies zeigt wie robust diese Baumart ist: anspruchslos, witterungsbeständig und standhaft. Heute hat sich aus den vielen Unterarten des Ur-Ginkgo eine Art herauskristallisiert: Der Ginkgo Biloba.

Optimale Pflege

Die ersten Jahre eines jungen Ginkgo Baumes sind etwas intensiver in der Pflege. Am besten halten Sie den Baum in einem großen Topf, da er gleichmäßig viel Wasser benötigt. Gerade in Trockenzeiten ist ein regelmäßiges Wässern unerlässlich. Erst wenn der Baum ein Alter von sechs Jahren oder eine Höhe von drei Metern erreicht hat, setzen Sie ihn in den Garten. Auch hier benötigt er in der Anwuchsphase ausreichend Feuchtigkeit. Ist er an seinem Standort etabliert und hat ein gutes Wurzelwerk ausgebildet, so ist er sehr unempfindlich. Auf Trockenheit, Insekten oder Pilze reagiert er dann äußerst robust und ist ein standhafter Hingucker im Garten.

Werbung

Achten Sie beim Pflanzenkauf darauf, den richtigen Baum zu kaufen. Beim Ginkgo gibt es männliche und weibliche Bäume, wobei die weiblichen in der Blütezeit einen unangenehmen Duft verströmen. Fragen Sie nach einem männlichen Exemplar.

Die Autorin: Marina Winkler

„Richtiger Gehölz- und Baumschnitt“ im Baumpflegeportal

Richtiger Gehölz- und Baumschnitt ist kein Hexenwerk! Mit unseren Tipps und Tricks gelingen einfache Schnitte auch am Lieblingsbaum oder Strauch im eigenem Garten. Bei komplexen, schwieriegen oder unklaren Schnittmaßnahmen beraten und helfen Garten- und Baumbesitzern erfahrene Baumpfleger. Ihren Baumpflegeporfi vor Ort, finden Sie schnell mit der Suchfunktion des Baumpflegeportals.

Weitere Artikel auf dem Baumpflegeportal:

16 Kommentare
  1. Greco
    Greco sagte:

    Ich habe mal gehört, dass es weibliche und männliche Ginkgos gibt. Stimmt das? Und, wenn so was der Fall ist, gibt es ein Unterschied zwischen die beide, wenn es um Pflegen geht? Danke für die Tipps!

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Danke für Ihre Frage. Der größte Unterschied ist, dass die weiblichen Bäume kleine Früchte produzieren, die bis zum Herbst heranreifen. Diese riechen sehr übel nach Buttersäure. Deshalb werden in Europa eigentlich nur die männlichen Bäume verkauft, vor allem, wenn es sich um öffentliche Flächen handelt. Die Pflege unterscheidet sich bei männlichen und weiblichen Bäumen nicht, jedoch würde ich von einem weiblichen Baum im Garten abraten 😉

      Antworten
  2. Heege, Renate
    Heege, Renate sagte:

    Wir haben einen Ginkgo vor 2 Jahren bekommen. Wir haben ihn in einem großen Topf gepflanzt, da wir nur einen kleinen Garten besitzen. Da er ja sehr groß wird, müssen wir ihn verschneiden. Können sie Ratschläge dafür geben?
    Danke im Voraus.

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Renate,
      danke für deinen Kommentar. Ein Ginkgo wird durchaus zum stattlichen Baum. Er wird jedoch in der Enge eines Topfes langsamer wachsen als in der Erde. Um ihn lange klein zu halten rate ich Ihnen, alle paar Jahre die Spitze des Ginkgo auf eine niedrigere abzuleiten. Dazu schneiden Sie die Spitze dort ab, wo der nächste, jedoch noch nicht so lange Trieb nach oben wächst. wichtig ist, dass Sie die Spitze nicht kappen! Schneiden Sie diese immer ganz ab und lassen Sie die neue Spitze lang auslaufen ohne sie anzuschneiden. Nur so vermeiden Sie Paniktriebe an der Schnittstelle. Im zweiten Schritt entfernen Sie Konkurrenz-Äste zur neuen Spitze. Die Seitenäste können Sie auch jeweils auf einen kürzeren Trieb ableiten. Auch hier das Motto: So viel wie nötig aber so wenig wie möglich. Der optimale Zeitpunkt für den Schnitt ist im Frühling, kurz vor dem Austrieb. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Ginkgo!

      Antworten
  3. Ina
    Ina sagte:

    Ich habe im Frühling meinen Ginko raus gepflanzt. Er besteht aus einem langen Stamm und hat auf 3m Höhe Seitentriebe. Ab dieser Höhe kann er nun die Krone entwickeln. Muss ich etwas tun, oder bilden sich nun einfach eine Krone? Gruß Ina

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Ina , danke für deine Frage!
      Wenn dein Ginkgo bereits einen schön geraden Stamm hat, so brauchst du nichts weiter zu tun. Er wird nun weiterwachsen und mit größerer Höhe auch mehr Äste bilden. Die Krone eines Ginkgo ist selten so rund und dicht wie beispielsweise die Krone von Ahorn, Linde oder Buche. Sie macht eher einen geraden Stamm, von dem locker angelegt waagetrechte Äste abgehen. Lass den Baum ein paar Jahre selbständig wachsen, wenn du ihn gerade erst ausgepflanzt hast. Später kannst du dann Äste die dich stören oder kranke und dürre Äste entfernen. Entwickelt der Baum unterhalb der gewünschten Höhe von 3 Metern Äste, kannst du diese jederzeit abschneiden, wobei gilt: Je früher desto besser, damit die Schnittwunde möglichst klein bleibt. Wenn du dem Baum gerade jetzt im trockenen Sommer beim Anwachsen helfen willst, kannst du ihn täglich gießen.
      Viele Grüße, Marina Winkler

      Antworten
  4. Afet
    Afet sagte:

    Hallo, wir haben im Sommer ein Haus gekauft mit einem wundervoll hochgewachsenem Gingko. Allerdings mussten wir im Herbst feststellen, dass es ein weiblicher ist und es stinkt so unendlich 🙈 gibt es irgendwelche Tipps? Ich könnte heulen. Hatte mir immer ein Haus mit Ginko Baum gewünscht und dann das 😝

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo,
      oh nein, ich kann mir den Geruch förmlich vorstellen. Leider gibt es keine wirkliche Lösung. Das einzige, was funktionieren könnte, ist die Früchte vor der Reife vom Baum zu sammeln. Alternativ hilft es sicher, die heruntergefallenen Früchte zu sammeln. Doch Vorsicht: Die Buttersäure bekommen Sie nicht leicht von Schuhen, Taschen oder Kleidung. Ein entspanntes Abendessen im Garten wird es wohl bei dem Geruch nicht geben. Mittlerweile können vor dem Kauf die Geschlechter der Bäumchen bestimmt werden, sodass ihr Problem nicht mehr vorkommt. Vielleicht pflanzen Sie doch einfach einen männlichen Ginkgo als Ersatz?

      Antworten
  5. Karin Meyd
    Karin Meyd sagte:

    Hallo, unser Ginkgo steht ca. 35 Jahre in unserem Garten und hat inzwischen eine stattliche Größe erreicht. Wie schneiden wir ihn am besten zurück, dass das Wachstum etwas „gestoppt“ wird? Vielen Dank für die Unterstützung.

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag Frau Meyd, leider ist es nicht einfach, einen Großbaum in seinem Wachstum zu stoppen. Sie sind darauf ausgelegt, ihr Leben lang zum Licht zu wachsen und stoppen erst, wenn sie die für die Baumart typische Höhe erreichen. Kürzen Sie den Haupttrieb ein, nennt sich das Kappung. Daraufhin bildet der Baum mehrere neue Spitzen, die wieder in die Höhe wachsen, aber zusätzlich gefährlich werden. Sie haben keine gute Anbindung an den Stamm. Der Ginkgo kann zwar hin und wieder ausgelichtet werden, doch die Höhe lässt sich bei einem Großbaum nicht ohne Probleme stoppen. Zwar können Sie schnittverträgliche Bäume (Hainbuche, Robinie, Weide) durch Schnitt klein halten oder zum Kugelbaum/Kopfbaum erziehen, das funktioniert aber nur, wenn Sie das von klein auf tun. Achten Sie am besten bei den nächsten Pflanzungen von Anfang an darauf, Baumarten zu nehmen, die zur Größe Ihres Gartens passen. Gerade Zierformen eignen sich hier meistens gut.

      Antworten
  6. Andreas Minder
    Andreas Minder sagte:

    Hallo. Ich habe einen Gynko -Sämling bekommen vor etwa fünf Jahren. Er entwickelt sich im Topf eigentlich gut, hat nun eine Grösse von etwa 40cm.Er will jetzt aber nicht mehr in die Höhe wachsen, die Spitze wird nur noch dicker auf etwa fünf cm Länge. Kann ich die einfach zurückschneiden?? Gruss Andreas Minder

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Andreas,
      der Ginkgo wächst gerne in die Höhe. Vor allem in den ersten Jahren. Dass er nun in die Breite geht, zeigt, dass er keine idealen Bedingungen vorfindet. Möglicherweise ist sein Topf zu klein und er bremst daher sein Wachstum. Schneidest du die Spitze ab, erziehst du dir einen Busch, da er keinen Leittrieb hat. Sinnvoll ist daher, den Ginkgo einzupflanzen (mit viel Platz, der Baum wird bis zu 40 Meter hoch) oder zumindest ihn vorerst in einen größeren Topf zu setzen. Das ist für einen Baum aber keine Dauerlösung. Klein halten geht nur durch Schnitt der Spitze, was den Baum zwingt, neue Spitzen zu machen. Die echte „Baumform“ behält er nur, wenn er ungeschnitten wachsen darf.

      Antworten
  7. Nicole Westmann
    Nicole Westmann sagte:

    Hallo. Kann man, um einen Ginko im Kübel klein zu halten, auch einzelne „Tortenstücke“ aus dem Topf ausschneiden (mit Wurzeln) und dann die Lücken mit neuer Erde auffüllen? Habe das für andere Pflanzen in einem Artikel zum Thema „Umtopfen im selben Topf“ gelesen und frage mich, ob das auch beim Ginko klappt. Danke und Gruss Nicole Westmann

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Nicole,
      Ein Ginkgo ist ein Baum und als solcher wächst er sehr stark. Ihn sein Leben lang im Topf zu halten geht bestimmt, aber nur, wenn Sie ihn regelmäßig kappen. Die Wurzeln wachsen weiter, wie auch der Baum immer weiter wächst. Die Tortenstücke zu entnehmen kann die Wurzeln reduzieren. Dann müssen Sie jedoch gleichzeitig auch die Baumkrone beschneiden, damit der Baum nicht mehr Wasser verdunstet, als er durch die wenigeren Wurzeln aufnimmt. Am besten erkundigen Sie sich bei einem Bonsai-Experten. Die Methodik wäre dieselbe: Wurzeln kürzen und im gleichen Maße die Krone (Blattfläche) reduzieren. Damit kann der Baum im Topf bleiben und wächst eher in die Dicke als in die Höhe.

      Antworten
  8. Sabine Schatz
    Sabine Schatz sagte:

    Guten Abend, mein Ginkgo (ungefähr 3 m, ca. 7 Jahre) hat zwei Spitzen. Sie sind ungefähr gleich auf, wobei eine „geräder“ wächst als die andere. An beiden Spitzen wachsen Äste. Soll ich eine abschneiden, oder wächst ein Ginkgo so? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Schöne Grüße, Sabine

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag,
      normalerweise wächst der Ginkgo mit einer Spitze in die Höhe. Es kann jedoch sein, dass die Hauptknospe einmal beschädigt war, und der Baum dann zwei Knospen und damit zwei Haupttriebe an der Spitze gebildet hat. Normalerweise kann der Baum damit gut leben. Es kann sich jedoch ein Problem ergeben, wenn der Zwiesel (die Verzweigungsstelle) instabil ist. Durch den Wind, der beide Haupttriebe in Schwingung versetzt, lastet viel Druck auf dieser Stelle. Senden Sie mir gerne ein Foto des Baumes per E-Mail, dann kann ich Ihnen nähere Informationen geben.

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.