Zweig und Blätter eines Ginkgo Baumes

Bemerkenswerte Baumarten

Der Ginkgo – Ein lebendes Fossil

Als eine der ältesten, seit seiner Entstehung nahezu unveränderten Pflanzenarten trägt der Ginkgo den Titel „lebendes Fossil“ (Charles Darwin) definitiv zu Recht. Dieser Baum existiert seit hunderten Millionen von Jahren und ist weder ein Laub- noch ein Nadelgehölz. Vielmehr ist er sogar noch vor den Nadelbäumen am Ende des Perm (Erdaltertum) entstanden. Zu diesem Zeitpunkt war er weit verbreitet und es gab viele verschiedene Gattungen und Arten auch im späteren Europa. Doch bis in unsere heutige Zeit hat nur eine einzige Art in Asien überlebt: der Ginkgo biloba. Das „Kuratorium Baum des Jahres“ bestimmte zur Jahrtausendwende den Ginkgo zum Baum des Jahrtausends.

Wie der Ginkgo biloba zu seinem Namen kam

Seinen Namen verdankt dieser Baum zum einen den Früchten, die an kleine Aprikosen erinnern, silbern schimmern und eigentlich von Gewebe umgebene Samen sind. Im Chinesischen bezeichnete man den Ginkgo deshalb als „silberne Aprikose“: gin-kyō.

Durch einen Übertragungsfehler des Japanforschers Engelbert Kaempfers in seinem Werk „Amoenitatum Exoticarum“ wurde dann aus Ginkyo Ginkgo. Dieser Fehler wurde später von dem Naturforscher Carl von Linné übernommen und hat sich so durchgesetzt. Der Zusatz „biloba“ ist ein Hinweis auf die fächerförmigen, zweilappigen Blätter.

Nutzen und Verwendung

Nachdem der Ginkgo nach dem Siegeszug der Nadelbäume und einer Eiszeit nahezu ausgestorben war und nur in Asien überdauern konnte, kam er im 18. Jahrhundert als Zierbaum zurück nach Europa. Besonders auffällig ist die schöne, strahlend gelbe Herbstfärbung der Blätter. In Japan und China fand er häufig als Tempelbaum Verwendung, da man glaubte, er hielte Feuer fern. Außerdem gilt die sogenannte Ginkgonuss, also der vom Fruchtfleisch befreite Samen, dort als Delikatesse. Die Ginkgonüsse wachsen nur an den weiblichen Bäumen (der Ginkgo ist einer der wenigen Bäume, bei dem es männliche und weibliche Exemplare gibt und bei dem nicht beide Geschlechtsteile an einem Baum vorkommen). Sie riechen leicht ranzig, weshalb in Europa häufig männliche Bäume in Parks und Gartenanlagen gepflanzt werden. Da die Blätter nachweislich die Durchblutung fördern, gibt es viele medizinische Präparate mit einem Extrakt aus Ginkgoblättern.

Tragische Berühmtheit: Schicksalsbaum in Hiroshima

Einer der wohl bekanntesten Ginkgobäume ist der Ginkgo, der bei einem Tempel in Hiroshima steht. Er überlebte die Atombombe vom 6. August 1945, die zahllose Menschen tötete und das Gebiet vollkommen zerstörte – bis auf diesen Baum. Zwar trug auch er Brandschäden davon, doch blühte er im Jahr darauf wieder in zartem Grün. Bis heute gedeiht er. So wurde dieser Ginkgo zum Schicksalsbaum und Symbol für den Überlebenswillen und zum Mahnmal gegen den Krieg.

Der Autorin: Elisabeth Morgenstern

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Quellen:

  • Doris Laudert: Mythos Baum. Geschichte – Brauchtum – 40 Baumporträts von Ahorn bis Zitrone, München 2009, erhältlich bei Freeworker
  • Alex Newman: Bäume. Machtvolle Zeugen des Lebens, Wien 2010, erhältlich bei Freeworker