Verschiedene Sämlinge in zwei Händen voller Erde

Garten-Tipp:

Baum pflanzen: So geht’s richtig

Jeder neu gepflanzte Baum hilft, das weltweite Klima zu schützen. Doch es gibt noch viele weitere gute Gründe, einen Baum zu pflanzen: Bäume dienen als Sichtschutz und als Schattenspender, sie verschönern den eigenen Garten und schenken im Herbst eine reiche Ernte an Früchten oder Nüssen. Kindern dienen sie als Abenteuerspielplatz, Erwachsenen zur Entspannung. Doch was genau müssen Sie bei der Pflanzung eines Baums beachten, so dass Sie möglichst lange Freude daran haben? Hier finden Sie Tipps und Tricks rund ums Baum pflanzen.

Beste Jahreszeit zum Pflanzen

Zwar können Sie eigentlich das ganze Jahr über einen Baum pflanzen – solange der Boden nicht gefroren ist und Sie ein Pflanzloch graben können. Am Besten ist es aber, wenn Sie einen Baum im Herbst oder Frühling pflanzen. Denn bei frisch gesetzten, jungen Bäumen ist die Wasserversorgung sehr, sehr wichtig. Bei einer Pflanzung im Sommer haben Sie deshalb weitaus mehr Arbeit mit dem Gießen.

Vorbereitungen: Richtiger Baum und passender Standort

Bei der Auswahl der passenden Baumsorte* sollten Sie darauf achten, welche in Ihrer Gegend heimisch sind. Heimische Bäume sind gut an das vorherrschende Klima angepasst und können somit in Ihrem Garten prächtig gedeihen. Außerdem sollten Sie wissen, welche Eigenschaften der Boden in Ihrem Garten hat. Ist er besonders lehmig, nährstoffreich oder -arm, usw. Denn auch das ist ein wichtiges Kriterium für die Auswahl des richtigen Baums. Haben Sie sich für die Sorte entschieden, wählen Sie auch den zu ihr passenden Standort aus. Wird der Baum einmal sehr hoch? Wird er später eine eher breite Krone haben? Bevorzugt er eher schattige Plätze oder liebt er die Sonne? Wieviel Abstand sollte zu anderen Bäumen, zum Gartenzaun oder zum Haus gelassen werden? Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Baum zu Ihnen und Ihrem Garten passt, dann lassen Sie sich doch bei der Auswahl in einer Baumschule beraten.

Bedenken Sie, dass ein Baum auch ein Lebewesen ist. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Versorgen Sie den Wurzelballen also während des Transports und der Lagerung immer ausreichend mit Wasser!

Schritt 1: Pflanzgrube

Wenn Sie die passende Stelle ausgewählt haben, die Ihrem Baum auch in späteren Lebensjahren genug Raum zum Wachsen und Gedeihen lässt, dann beginnt die eigentliche Arbeit. Mit Hilfe eines Spatens oder eines anderen Grabwerkzeugs müssen Sie jetzt die Pflanzgrube ausheben. Das Ausmaß der Grube richtet sich nach dem Baum, den Sie ausgewählt haben: Es sollte ca. doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. So hat der neu eingesetzte Baum später genug Platz, um sich zu entwickeln und neue Wurzeln auszubilden. Die ausgehobene Erde wird mit Pflanzerde und organischem Dünger wie zum Beispiel Hornspänen vermischt (die Grube kann aber auch mit Substrat aufgefüllt werden). Einen Teil dieses Gemisch geben Sie anschließend auf den Boden der Grube, so dass der Baum später auf der richtigen Höhe steht: Nicht zu tief, aber so, dass der Wurzelballen komplett mit Erde bedeckt ist. Im Idealfall sollte der Baum so tief im Boden stehen, wie er es auch in der Baumschule getan hat – gut zu erkennen an der Verfärbung am Stamm oberhalb des Wurzelballens.

Die Pflanzgrube sollte circa doppelt so breit, wie der Wurzelballen sein.

Baum mit Wurzelballen in einer Pflanzgrube

Schritt 2: Pfahl zur Stabilisierung

Stellen Sie den Baum in die Mitte des Lochs, am Besten noch mit dem Container oder Wurzelschutz. Direkt daneben positionieren Sie jetzt einen Pfahl in Hauptwindrichtung, der zur späteren Stabilisierung des Baums dient. Nachdem Sie den Setzling wieder aus der Grube genommen haben, schlagen Sie den Pfahl fest in den Boden, so dass er einen guten Stand hat. Wenn Sie den Pfahl erst nach der eigentlichen Baumpflanzung einschlagen, besteht die Gefahr, den Baum zu verletzten.

Schritt 3: Baum ins Loch setzen

Befreien Sie nun den Wurzelballen von Plastik, Leinen oder sonstigem Wurzelschutz. Bevor Sie den Baum endgültig in die Grube stellen, sollten Sie mit einem Messer die Wurzeln an der Ballenkante entlang leicht einschneiden. Durch diese absichtlich herbeigeführte Verletzung regen Sie die Wurzeln dazu an, nicht weiter in der Form des Eimers zu wachsen, sondern sich aktiv im neuen Erdreich auszubreiten. Wenn möglich, sollten die Wurzeln außerdem mit einer scharfen Rosenschere nachgeschnitten werden. Denn kein Spaten und keine Maschine sind so scharf wie eine gute Schere. Deshalb können die Wurzeln beim Roden des Baums in der Baumschule nicht immer sauber durchtrennt werden. Wenn Sie den Baum dann schließlich neben dem Pfahl in die Mitte des Pflanzlochs gesetzt haben, kippen Sie das restliche Erdgemisch oder Substrat um den Baum herum in die Grube und treten Sie den Boden fest.

Den Baum nach dem Pflanzen gut festbinden.

Eingeplanzter Baum mit einem Strick verbunden.

Schritt 4: Baum festbinden

Mit Hilfe eines Kokosstricks oder Baumbinders aus Kunststoff wird der Baumstamm am Pfahl festgebunden. Legen Sie das Seil in Achten um den Baumstamm und den Pfahl und achten Sie darauf, dass der Baum zwar gut fixiert wird, das Seil den Stamm aber nicht abschnürt. Der Baum sollte nun einen festen Stand haben, Äste sollten nicht am Pfahlende entlang scheuern.

Schritt 5: Ausreichend wässern und düngen

Formen Sie am Rand der Pflanzgrube entlang nun mit der Erde einen Gießrand und füllen Sie die so entstandene Mulde rund um den Baum ordentlich mit Wasser. Wenn das Wasser dann versickert ist, sollten Sie noch einmal für zusätzliche Nährstoffzufuhr sorgen und gut düngen. Geben Sie zum Beispiel Hornspäne auf das zugeschüttete Pflanzloch. Eine Schicht Rindenmulch darüber schützt den Baum zusätzlich. Wichtig ist, dass Sie gerade bei längeren Perioden ohne Regen immer wieder kräftig nachgießen.

Den gepflanzten Baum ordentlich wässern und düngen.

Ein gepflanzter Baum Wird gegossen.

Schritt 6: Schnitt

Auch die Krone des Baums muss abschließend fachgerecht geschnitten zu werden. Beim Verpflanzen eines Baums entsteht ein Ungleichgewicht zwischen ober- und unterirdischen Teilen. Denn, egal wie sorgfältig Sie auf den Wurzelballen achten, Wurzeln gehen bei einer Verpflanzung immer verloren. Diesen Verlust gleichen Sie aus, indem Sie das Volumen der Krone reduzieren und somit das Gleichgewicht zwischen Wurzel- und Blätterwerk wiederherstellen. Die Art des Schnittes richtet sich nach dem Zweck, zu welchem Sie den Baum gepflanzt haben (sei es für eine reiche Obsternte, sei es sein Schmuckwert usw.).

Weitere Tipps und Tricks rund ums Baum pflanzen gibt es auch bei Hausgarten.net.

Der Autor: Elisabeth Morgenstern

Video rund ums (Obst-)Baum pflanzen

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Wenn Sie unsicher sind, welches in Ihrem Fall die richtige Schnittmaßnahme ist, erkundigen Sie sich in der Baumschule oder wenden Sie sich an einen Baumpflege-Profi. Über die Suchfunktion des Baumpflegeportals finden Sie schnell einen qualifizierten Baumpfleger.