Neuen Baum auf altem Standort pflanzen – geht das?

Wurzelstammbaum und biologische Pathogene

Geht das – neuer Baum auf altem Standort?

Ohne Boden keine Bäume – so viel steht fest. Neben Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen brauchen Bäume einen geeigneten Standort, mit dem sie sich fest verwurzeln können. Der Wurzelraum ist für einen Baum enorm wichtig. Veränderungen darin schlagen sich auf den ganzen Baum nieder und haben für seine Gesundheit oft weitreichende Folgen. Wie sieht das in der Praxis aus: Dürfen wir Bäume an Standorten pflanzen, an denen ein Baum einen Pilzbefall hatte oder anderweitig krank war? Unsere Boden-Expertin Dr. Katharina Weltecke beantwortete unsere Leserfragen rund um den Boden.

User fragen Baumpfleger

Wenn wir drei Mal verschulte Pflanzen mit einem Stammumfang von circa 14 Zentimeter verpflanzen, frage ich mich, ob der gepflanzte Baum ausreichend Wurzelraum „auf“ der Wurzel des Vorgängers findet? Müssen wir den gesamten Stubben oberirdisch und bis fast 50 Zentimeter unterirdisch entfernen, damit sowohl Wurzel und der sich entwickelnde Stamm (Dickenzuwachs) ausreichend Wuchsraum finden?

Gehen Sie den Dingen auf den Grund – Ihrem Baum zuliebe

Gesunde Bäume brauchen eine fachgerechte Pflege. Lange Trockenperioden oder andere Umwelteinflüsse setzen den Pflanzen zu. Wie Ihr Baum lange gesund bleibt, wissen unsere Baumpflegerinnen und Baumpfleger. Sie verfügen über ein umfangreiches, grünes Fachwissen. Sie gehen den Schäden auf den Grund und helfen Ihrem Baum so zu einem langen Leben.

Über die Suchfunktion auf unserem Baumpflegeportal finden Sie schnell eine Baumpflegerin oder einen Baumpfleger in Ihrer Nähe. Unsere grünen Experten helfen Ihnen dabei, Ihren Baum richtig zu pflegen und zu schützen – weil gesunde Bäume unsere Zukunft sind!

Wurzelstandraum

Die Höhe der Pflanzballen liegt bei dem vorgegebenen Stammumfang im Regelfall bei 30 bis 35 Zentimeter. Sie kann je nach Baum- und Bodenart etwas variieren. Optimaler Weise sollte ein Pflanzloch den 1,5-fachen Umfang des Ballens aufweisen. In diesem Fall würde also unter normalen Umständen eine Pflanzlochtiefe von 45 bis 50 Zentimetern ausreichen.

Wie lange es dauert, bis sich die nicht gefrästen Wurzeln zersetzen und Raum für neue Wurzeln in größerer Tiefe freigeben, hängt maßgeblich von der Durchlüftung des Bodens und den Baumarten ab. Eichenholz zersetzt sich wesentlich langsamer als Buchen- oder Ahornholz. Je besser der Boden durchlüftet ist, desto schneller laufen die biologischen Zersetzungsprozesse ab. Bei gut durchlüfteten Böden und schnell zersetzbaren Hölzern genügt eine Tiefe von 45 bis 50 cm. Im Zweifel sollte es ausreichen, bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern zu fräsen, da sich in den oberen 60 Zentimetern der Hauptwurzelraum der Bäume befindet.

Schon gewusst? Am 5. Dezember ist Weltbodentag

Weicher Waldboden, raschelnde Wiesen und braune Äcker: Boden ist überall. Und er ist überall gleich wichtig. Er beherbergt viele natürliche Ressourcen, die der Mensch mancherorts schamlos verbraucht. Genau aus diesem Grund erklärte die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) den 5. Dezember zum Weltbodentag. Die IUSS erinnert mit diesem Tag an die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden.

Biologische Pathogene

User fragen Baumpfleger

Ist es sinnvoll, auf einem Stubben (Baumstumpf) zu pflanzen, da Pilze den Stubben oder sein gefrästes Holzmaterial aller Wahrscheinlichkeit nach befallen und diese den frisch gepflanzten Baum infizieren könnten. Was meint Ihr dazu?

Beim Fräsen der Stubben können große Mengen organisches Material anfallen. Die sollten zumindest in der Tiefe nicht im Pflanzloch verbleiben. Zersetzt sich dieses Material, kann es zunächst zu einem Stickstoffentzug kommen. Das kommt daher, dass Mikroorganismen beim Aufbau ihrer Population Stickstoff binden. Dadurch kann anfänglich ein Stickstoffmangel für die Bäume entstehen.

Weiterhin kommt es durch die hohen Stoffwechselprozesse zu einem Anstieg der CO2-Konzentration im Boden. Diese wirken in hohen Konzentrationen hemmend auf das Wurzelwachstum. In sauerstoffarmen Verhältnissen (z. B. in tieferen Horizonten) kann es zu Gärungsprozessen kommen, die sich ebenfalls negativ auf das Wurzelwachstum auswirken.

Pilzsporen befinden sich überall im Boden. Dennoch kann im Stubbenbereich ein hoher Infektionsdruck herrschen, wenn die Bäume intensiv von Pathogenen befallen waren. Hier bietet es sich an, die Wurzeln der Jungpflanzen mit Anthagonisten (Trichoderma) zu behandeln. Sie aktivieren Botenstoffe, die die Abwehr der Pflanzen stärkt und belegen vorab eventuelle Wurzelwunden, sodass das das Eindringen verschiedener schädlicher Pilze, wie z. B. Hallimasch, verhindert werden kann. Schädigende Wirkungen durch Trichoderma sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Die Anwendung erfolgt nach Herstellerangaben. Üblicherweise wird ein Teil des Präparates direkt unter den Pflanzballen gegeben und ein Teil mit dem Pflanzsubstrat vermischt. Sinnvoll ist es außerdem die umgebende Fläche z. B. mit einem flüssigen Präparat zu behandeln. Je nach Art der auf der Fläche vorhandenen Pathogenen sollte die Behandlung mehrfach wiederholt werden.

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