Himbeerstrauch mit Früchten

Tipps für eine reiche Ernte

Himbeeren im Garten – So geht᾽s

Wer nascht nicht gerne zwischendurch ein paar saftige, leckere Himbeeren. Trotzdem findet man sie nur in wenigen Gärten. Dabei ist die Himbeere nicht nur wegen ihrer süßen Früchte wunderbar für den eigenen Garten geeignet. Sie ist zudem sehr pflegeleicht. Pflanzen sollten Sie die Sträucher am besten im Herbst. Wenn Sie einige einfache Tipps beachten, haben Sie lange Freude an den eigenen Himbeeren.

Sommer- und Herbstsorten mischen

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Arten: Früh- oder Sommerhimbeeren und Spät- beziehungsweise Herbsthimbeeren. Wie der Name schon sagt, werden die Früchte der ersten Art im Sommer, die der zweiten im Herbst geerntet. Die Herbsthimbeere reift so spät im Jahr, dass sie vor dem sogenannten Himbeerkäfer sicher ist. Der Schädling benutzt die Blüten als Nest für seine Eier. Wenn die Maden schlüpfen, dient ihnen das Fruchtfleisch als Nahrungsquelle. Da die Eiablage aber bereits vor der erste Blüte der Herbsthimbeere stattfindet, bleibt sie maden- und käferfrei. Die Sommersorten wiederum liefern etwas mehr Ertrag und besitzen außerdem eine höhere Fruchtqualität.

Im Unterschied zu den Sommersorten besteht bei den Herbstsorten die Möglichkeit, zweimal im Jahr zu ernten – falls Sie diese im Herbst des Vorjahres nicht zurückschneiden. Dieses Vorgehen schmälert jedoch trotz zweimaliger Ernte den Ertrag. Es empfiehlt sich also, für doppelte Ernte frühe und späte Himbeeren zu kombinieren.

Himbeeren richtig pflanzen

Anfang Oktober ist der ideale Zeitpunkt, um Himbeeren zu pflanzen. Bei der Auswahl eines geeigneten Platzes für die Sträucher ist nur wenig zu beachten. Himbeeren bevorzugen Sonne, gedeihen aber durchaus auch im Halbschatten. Wichtig ist dabei immer eine windgeschützte Stelle. Die Pflanzen benötigen einen nährstoffreichen, lockeren Boden, Staunässe aufgrund von Bodenverdichtung bekommt ihnen gar nicht. Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen auf und mischen Sie ihn mit Mulch und Kompost. Die Ideale Lösung gegen Staunässe ist die Anlage eines Hügelbeetes.

Wichtig: Suchen Sie nach einem Platz für die neuen Sträucher, an dem vorher noch keine Himbeeren angepflanzt waren. Der Boden hat sonst nicht mehr genug Nährstoffe für die neuen Sträucher. Pflanzen Sie außerdem Jungpflanzen, keine nett gemeinten Ableger aus Nachbars Garten. Die Wahrscheinlichkeit von kranken Pflanzen ist sonst zu hoch.

Ein Spalier als Kletterhilfe

Da Himbeeren zu den kletternden Sträuchern gehören, ist es ratsam, eine Kletterhilfe in Form eines Spaliers mit ins Beet zu setzen. Spannen Sie dazu einfach einige Reihen Spanndraht zwischen zwei Holzpfählen und fixieren Sie die Ranken später entsprechend. Setzen Sie die einzelnen Pflanzen mit ca. einem halben Meter Abstand entlang des Spaliers in das Beet. Zwischen den einzelnen Pflanzreihen sollten Sie ungefähr ein bis zwei Meter Platz lassen. Wässern Sie das Beet anschließend ausreichend und bedecken Sie es mit Mulch. So verhindern Sie Staunässe und sorgen dafür, dass der Boden nicht austrocknet. Himbeeren bilden gern Wurzelausläufer. Um den Wildwuchs aus dem Beet hinaus zu vermeiden, legen Sie rund um das Beet einen Streifen Teichfolie aus oder begrenzen Sie das Beet mit Kantsteinen.

Die Herbst-Himbeere blüht und fruchtet nur am einjährigen Holz. Deshalb ist es ratsam, die Triebe jedes Jahr auf Bodenhöhe zurückzuschneiden. Das aufwändige Hochbinden der Triebe entfällt somit. Es reicht, zwei Drähte als Stütze um die Ranken zu spannen oder die Himbeeren durch ein waagerecht befestigtes Baugitter wachsen zu lassen.

Schnittzeitpunkt nicht verpassen

Generell gilt: Schneiden Sie Ihre Himbeeren nach der Ernte. Der Schnitt sollte bei Sommerhimbeeren ab Juli, bei Herbsthimbeeren ab November erfolgen.

Schnitt bei Sommerhimbeeren

Sommerhimbeeren bilden ihre Blütenknospen an den Trieben des Vorjahres, also am zweijährigen Holz. Um im nächsten Jahr eine bestmögliche Ernte zu erzielen, heißt das: Lassen Sie etwa die Hälfte der neuen Ruten stehen, am besten solche, die möglichst vital und kräftig aussehen. Zum Schnittzeitpunkt kann man alte und neue Triebe gut an der Farbe auseinander halten – die Alten sind dunkel, die Neuen tragen frisches Grün. Wichtig: Schneiden Sie möglichst nah am Boden. Überprüfen Sie im Frühjahr außerdem noch einmal die Sträucher und entfernen Sie kranke oder schwache Ruten und, falls diese noch zu sehen sind, die Reste der bereits abgeschnittenen Ruten. Das gibt den gesunden, starken Trieben mehr Kraft.

Schnitt bei Herbsthimbeeren

Bei Herbsthimbeeren wachsen die Früchte an den neuen, einjährigen Trieben. Aus diesem Grund ist der Schnitt hier besonders einfach: Schneiden Sie alle Ruten bodennah ab. Auch hier gilt: Kranke und schwache Triebe ganzjährig entfernen.

Tipps & Tricks

Belassen Sie im Herbst pro laufendem Meter zwei abgeschnittene Ruten im Beet. Sie bieten Nützlingen wie der Raubmilbe eine ideale Nistmöglichkeit. Im Frühjahr siedeln die Tiere auf die jungen Triebe über und halten das ganze Jahr über Schädlinge von Ihren Himbeeren fern.

Achten Sie prinzipiell darauf, die neuen Ruten zwischendurch immer wieder im Spalier zu fixieren. Auch das Unkraut sollten Sie im Blick haben und es rechtzeitig entfernen. Im Frühjahr geben Sie Mulch und Kompost auf das Beet. Zusätzliches Bewässern der Sträucher ist nur bei längerer Trockenheit notwendig und hilft, die Fruchtqualität hochzuhalten.

Mit diesen Tipps genießen Sie auch im nächsten Jahr wieder eine reiche Ernte. Lassen Sie es sich schmecken!

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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1 Antwort
  1. Oliver Paul
    Oliver Paul sagte:

    Bezüglich Pflanzzeit und Pflanzschnitt im Oktober könnte man noch etwas anfügen. Es macht m. E. einen Unterschied, ob man wurzelnackte- oder Container-Ware einsetzt. Es empfiehlt sich bei wurzelnackten Büschen, so sie denn lange Ruten haben, ein Rückschnitt um ca. 30 cm. Bei Container/Topf Ware, wo die Ruten meist kürzer sind, kann man sich auf das Entfernen der beschädigten und kranken Triebe beschränken.
    ansonsten recht schönen Dank für den Artikel! Ich hatte richtig Lust bekommen, es auf einen Versuch ankommen zu lassen, der mittlerweile in die Tat umgesetzt ist.
    Adieu!

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