(Fast) vergessenes Fruchtwunder:

Die Quitte

Heutzutage fristen Quitten eine Art Schattendasein. Im Supermarkt um die Ecke sucht man vergeblich nach den aromatischen Früchten. Und auch in der freien Natur begegnen einem diese Obstbäume eher selten. Wenn man doch mal an einem vorbeiläuft, kann es durchaus passieren, dass man ihn als Laie für einen Apfel- oder Birnenbaum hält. Oder man bemerkt ihn überhaupt nicht. Denn oft sind die Bäume stark verwildert. Dabei lohnt sich ein etwas genauerer Blick durchaus. Unsere Großmütter wussten es noch: Die Quitte schmeckt als Likör oder Marmelade hervorragend und ist äußerst nahrhaft. Jetzt, Ende September, beginnt die Erntezeit und somit die Quittensaison auf den Märkten.

Merkmale der Quitte

Da die Quitte ursprünglich aus wärmeren Breitengraden stammt, wurde sie bei uns bevorzugt in Weinbaugebieten, wie z. B. in Franken, kultiviert. Dieser Obstbaum kann bis zu acht Meter hoch werden. Vier Jahre nach der Pflanzung kann zum ersten Mal mit reifen Früchten gerechnet werden. Es kann aber auch bis zu acht Jahre dauern, ehe die Quitte Früchte trägt. Sie blüht zwischen Mai und Juni und erfreut mit weiß-rosa Blüten. Zwischen September und Oktober kann man dann die gelben, pelzigen Früchte, die an Birnen oder Äpfel erinnern, ernten. Sie enthalten eine besonders hohe Menge an Pektinen, Gerbstoffen, Kalium und Vitamin C.

Marmelade, Likör, Gelee und Tee

Unsere heimischen Quitten eignen sich nicht zum Verzehr in rohem Zustand. Dafür sind sie zu bitter. Man kann sie aber einkochen und sie zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Besonders zu Weihnachten beliebt ist das sogenannten Quittenbrot, eine Art Gelee. Auch in der Naturheilkunde findet die Quitte Verwendung. Sie ist gut für die Verdauung und hilft bei Erkältungen. Benutzt man die Samen, um beispielsweise einen Tee daraus zu kochen, darf man diese jedoch nicht zerkleinern. Sie enthalten giftige Blausäure.

MUSTEA®: Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten

Im fränkischen Untereisenheim hat sich ein ganz besonders Projekt entwickelt: Der gelernte Baumpfleger Marius Wittur widmet sich hier voll und ganz der Quitte. Mit dem fränkischen Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten MUSTEA® hat er es sich zur Aufgabe gemacht, alte, verwilderte Quittenbäume zu finden und zu erhalten. Außerdem ist er stets auf der Suche nach alten, vergessenen Sorten. Zum Projekt gehören neben einer Quittenbaumschule, in der interessierte Obstbauern und Gartenbesitzer Quittenbäume zur Pflanzung kaufen können, auch ein Quittenlehrpfad in der Nähe von Volkach am Main und eine eigene Produktlinie. Die Quittenkooperativa KG zählt ebenfalls zum Projekt und widmet sich der Vermarktung der heimischen Quitten.

Wenn Sie also einmal Quittenwein oder Quittensaft probieren möchten, handgepflückte Quitten zur eigenen Verarbeitung brauchen oder Ihren Garten mit einem Quittenbaum bereichern wollen, dann schauen Sie auf der MUSTEA®-Homepage oder direkt vor Ort im fränkischen Untereisenheim vorbei.

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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