Dreieckig gelappte Blätter an einen hellbraunem Stamm

Grünes Wunder:

Die Wunderpflanze Efeu

Der Efeu ist fast jedem Gartenliebhaber bekannt. Er verschönert mit seinem immergrünen Laub zahlreiche Gebäude und verleiht ihnen ein geheimnisvolles Aussehen. Auch die Biologie des Efeu ist ungewöhnlich. Seine unterschiedlichen Blätter haben sowohl eine heilende Wirkung, wie auch das Potential eines Giftes. Im Haushalt findet der Efeu ebenfalls Verwendung. Alles in Allem ist er eine wunderbare Pflanze, die voller Überraschungen steckt und dem auch viel Schlechtes nachgesagt wird.

Besonderheiten in Wuchs und Biologie

Der Efeu gehört zur Familie der Efeugewächse oder Aralieaceen. Er ist eine rankende Pflanze, die sich mit Hilfe von Haftwurzeln einen Weg in die Höhe sucht. Als Untergrund dienen ihm Hauswände, Bäume, Sträucher oder Holzkonstruktionen. Ist in der näheren Umgebung kein Klettergerüst zu finden, kriecht der Efeu einfach so lang über den Boden, bis er etwas Brauchbares gefunden hat. In seiner Lebensspanne von bis zu 450 Jahren kann der Stamm des Efeu 50 Meter Länge erreichen und armdick werden.

Die Blätter des Efeus sind immergrün. Sie fallen im Herbst nicht ab, sondern überdauern den Winter. Das hat den Vorteil, dass der Efeu auch in den Wintermonaten Photosynthese betreiben kann. Im ersten Jahrzehnt ihres Lebens sind die Blätter drei- bis fünfeckig gelappt und oft weiß gemustert. An diesen Blättern bilden sich die Haftwurzeln. Ältere Blätter sind heller und laufen spitz aus. Sie sind die Grundlage für die Bildung von Blütensprossen. Diese unterschiedlichen Blätter bezeichnet die Wissenschaft als Heterophyllie.

Heimat unzähliger Arten

Der Efeu blüht ab einem Alter von zehn Jahren. Ab diesem Zeitpunkt ist er für viele Tierarten ein Segen. Die Blüten entfalten sich im September bis November. In dieser Jahreszeit sind die meisten Pflanzen bereits verblüht und der Efeu bietet das letzte Buffet des Jahres. Alles was fliegt und krabbelt kommt zusammen. Ab Februar sind Früchte des Efeus beliebte Snacks für alle möglichen Vogelarten. Doch nicht nur als späte Nahrungsquelle dient der Efeu vielen Vogelarten. Sie bauen versteckt in die verschlungenen Stämme auch ihre Nester. Das dichte Blätterdach schützt sie vor Angreifern und reguliert die Temperatur.

Management

Efeu kann mit seinen Haftwurzeln fast jeden Untergrund erobern. Er ist genügsam was den Standort angeht. Er gedeiht auf fast allen Böden und kommt als Waldpflanze gut mit Schatten klar. Allerdings meidet der Efeu frisch gestrichene, weiße Flächen. Sie sind ihm zu hell. In der Fachsprache ist dieses Phänomen als negative Fototaxis bekannt. Oft löst ein dunkler Anstrich das Problem. Auch frische Betonwände mag die Pflanze wegen des sehr hohen PH-Wertes nicht.

Heilkraft

Alle Pflanzenteile des Efeus beinhalten Saponine. Sie wirken in großen Mengen giftig, sind aber richtig dossiert in der Medizin verwendbar. Efeu ist in vielen Hustensäften enthalten. Er wirkt ebenfalls fiebersenkend und schweißtreibend. Seine schmerzlindernde Kraft wird bei Gicht und Geschwüren verwendet. In der äußeren Anwendung hilft er bei Cellulite und Ekzemen. Die enthaltenen Hederine sind entzündungshemmend und wirken bei Hautirritationen. Am wirksamsten sind hierzu selbst hergestellte Cremes und Tinkturen. Mit ein wenig Zeit lassen sich so umweltfreundliche Hausmittel zusammenmixen.

Verwendung als Spülmittel

Efeu hat hervorragende Fettlösefähigkeiten. Deshalb ist er zum Waschen von Geschirr oder Wäsche geeignet. Entweder kann eine Lösung aus den Blättern und ein wenig Waschsoda hergestellt werden, oder es werden einfach die zerkleinerten Efeublätter in einem Beutel mit in die Waschmaschine gegeben. Durch die enthaltenen Saponine schäumt Efeu gut und löst das Fett aus der verschmutzten Wäsche. Die Zugabe einer Soda-Lösung erhöht die Haltbarkeit und stärkt die Keimtötung. Durch die sehr geringe Dosierung in der wässrigen Waschlösung ist der Efeu hier nicht giftig. Er hat sogar eine beruhigendere Wirkung auf die Haut als viele komerzielle Waschmittel.

Die Autorin: Marina Winkler

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