Asiatischer Laubholzbockkäfer auf einem Stück Holz mit Ausbohrloch

Anoplophora glabripennis

Der Asiatische Laubholzbock – Baumschädling aus Fernost

Seit einigen Jahren ist der Asiatische Laubholzbock (ALB) in Deutschland nachgewiesen und verursacht Probleme. Ursprünglich ist er aus Asien wahrscheinlich über Holzverpackungen und Baumschulware als blinder Passagier eingewandert. Er gilt als Baumschädling, da er sogar für gesunde Individuen tödlich sein kann. Aus diesem Grund ist der Fund eines Exemplars meldepflichtig.

Biologie des Käfers

Der Asiatische Laubholzbock (Anoplophora glabripennis) hat einen Entwicklungszyklus von zwei Jahren. In dieser Zeit lebt er im Baum und entwickelt sich über viele Stadien. Zuerst nagt das Weibchen Gruben von ungefähr einem Zentimeter Durchmesser in die Baumrinde, in denen sie waagerecht je ein Ei ablegt. Pro Saison kann ein Weibchen 30 bis 70 Gruben mit Eiern anlegen. Zwei Wochen später schlüpft die Larve und frisst sich in den Stamm hinein. Die stetig größer werdenden Bohrlöcher schädigen den Baum. Befinden sich mehrere Larven im Baum oder wird er mehrere Jahre in Folge befallen, bricht der Saftstrom ab und der Baum stirbt. Nach zwei Jahren im Baum verpuppt sich die Larve am Ende des Fraßganges. Zwischen Juni und August schlüpft der fertige Käfer und hinterlässt ein kreisrundes Ausbohrloch. In seiner sechs bis acht Wochen langen Lebenszeit bereitet er die nächste Generation vor. Dazu bleiben die Asiatischen Laubholzbockkäfer überwiegend am eigenen Wirtsbaum, da die Tiere eher flugfaul sind.

Aussehen des Käfers

Trotz seiner weiten Reise lässt sich der ALB leicht mit einheimischen Arten wie den Handwerkerböcken verwechseln. Auch der Citrusbock sieht ihm sehr ähnlich. Typische Merkmale für den Asiatischen Laubholzbock sind die schwarze Färbung von Halsschild, Schildchen und Flügeldecken. Zusätzlich hat er auf den fast ganz glatten Flügeldecken kleine, unterschiedlich große, weiße Flecken. Seine Fühler sind mindestens körperlang und abwechselnd schwarz und hellgrau-bläulich gestreift. Die gesamte Körpergröße variiert zwischen 20 und 37 Zentimetern. Damit gehört er zu den größeren Käfern.

Fotos: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Befallssymptome Asiatischen Laubholzbock

Ob ein Baum befallen ist, lässt sich über unterschiedliche Symptome herausfinden. Zuerst sind die die Eiablagestellen der Weibchen sichtbar. Sie nagen runde, trichterförmige Stellen aus der Rinde heraus. Kurz darauf färbt sich das Gewebe um die Eiablage nekrotisch schwarz. Die Wunde blutet stark, wodurch klebrig schwarze Stellen mit Ausfluss sichtbar sind. Die Einbohrlöcher der Larve sind oval und führen nach oben in den Fraßgang. Später in der Entwicklung kann das Gewebe um diese Stellen herum auch abplatzen oder der Baum versucht diese zu überwallen. Dabei kommt der Plätzefraß unter der Eintrittspforte zum Vorschein.

Am einfachsten sind die Ausbohrlöcher des Asiatischen Laubholzbockes zu erkennen. Sie sind kreisrund und ein bis zwei Zentimeter im Durchmesser. Oft befinden sie sich ungefähr 20 Zentimeter oberhalb des Einbohrloches, welches allerdings auch auf der anderen Stammseite sein kann. Gleichzeitig wirft die Larve beim Fraß durch das Holz Bohrmehl aus. Dieses sammelt sich am Stammfuß oder in Astgabeln.

Praxishilfe

Eine Empfehlung für die Praxis ist die ausführliche Broschüre „Asiatischer Laubholzbockkäfer“ mit einer ausführlichen Bilddokumentation. Zu beziehen über die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

Fotos: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Verwechslungsmöglichkeiten

Blausieb

Einheimische Falterart, nutzt das Einbohrloch auch als Ausflugloch, da der fertige Schmetterling keine Zähne hat um sich aus der Rinde zu fressen.

Citrusbock

Ist sowohl im Aussehen, als auch in den Symptomen fast identisch mit dem Asiatischen Laubholzbock. Eingewanderte Art, Ausbohrlöcher im unteren Stamm und den Wurzelansätzen.

Pappelbock

Ähnliche Symptome aber chaotische, breitere Gänge und unförmige Ausbohrlöcher.

Wirtspflanzen

Der ALB befällt ausschließlich Laubbäume. Theoretisch kommt dabei jeder Baum in Frage. In Deutschland sind bisher nur Befalls-Symptome an Ahorn, Birke, Weide, Rosskastanie und Pappel dokumentiert. Im Gegensatz zu den Einheimischen Arten, befällt der asiatische Laubholzbock nur gesunde Individuen und insbesondere junge Bäume verkraften einen Befall sehr schlecht. Die Käfer gehen bereits an drei Zentimeter dünne Bäumchen heran. Eine einzige Larve kann reichen, um einen Baum tödlich zu schädigen. Ältere Bäume sind robuster. Aber auch sie sterben unter Umständen ab, wenn viele Larven gleichzeitig den Baum schädigen, starke Sekundärinfektionen durch Pilze und Bakterien hinzukommen oder der Baum über mehrere Jahre befallen wird.

Maßnahmen gegen den Asiatischen Laubholzbock

Wird ein Befallsbaum entdeckt, ist sofort zu handeln. Der Wirtsbaum wird gefällt und gehäckselt, gelegentlich verbrannt. Gesunde Wirtsbäume in der Quarantänezone fallen der Säge zum Opfer, um eine Verbreitung zu verhindern. Ist das nicht möglich, werden diese Bäume mehrmals im Jahr kontrolliert. Damit in Problemzonen auch kein Befall mit dem Asiatischen Laubholzbock unentdeckt bleibt, stehen unterschiedliche Monitoring-Maßnahmen zur Verfügung.

Boden-Monitoring

Der einfachste Weg ist ein Monitoring vom Boden. Dazu begutachten geschulte Mitarbeiter potentielle Wirtsbäume mit einem Fernglas. Sie achten vor allem auf Ein- und Ausbohrlöcher und Eiablagestellen.

Spürhunde

Spürhunden sind extra auf den Geruch des Käfers und seiner Larven trainiert. Die Vorteile liegen auf der Hand. Selbst wenn der Befall kaum sichtbar ist, die Hunde nehmen den Geruch in jedem Stadium deutlich wahr. So erkenne auch schnell frühe Stadien der Käfer. Für Hecken und kleinere Bäume ist diese Art sehr effektiv. Die Grenze der Hunde ist bei hohen Bäumen erreicht.

Baumkletterer

Baumkletterer erreichen auch bei großen Bäumen die obersten Zweige. Sie haben den Vorteil, alle Baumteile aus der Nähe betrachten zu können. Gerade die Oberseiten der Äste und die Astgabeln fallen aus dem Raster des Bodenmonitorings. Selbst im belaubten Zustand ist die Effektivität hoch.

Fangbäume

Sind in einem betroffen Gebiet alle potentiellen Wirtsbäume entfernt, kommen Fangbäume zum Einsatz. Es handelt sich um junge Ahornbäume. Alle paar Tage überprüfen geschulte Mitarbeiter die Bäume auf Befalls-Symptome. Nach einem Jahr werden die Ahorne im Herbst vernichtet, um einer Einnistung vorzubeugen. Da die Bäume unter ständiger Kontrolle stehen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, eine Besiedlung früh zu bemerken.

Pheromonfallen

Eine ähnliche Methode ist das Aufstellen von Pheromonfallen. Sie dienen dazu, übrige Individuen über Lockstoffe anzulocken und aufzusammeln. Sind über Jahre hinweg die Fallen leer, so gilt das betroffene Gebiet als befallsfrei.

Fotos: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Der Autor: Marina Winkler

Experten wissen

Bei Verdacht auf eine Befall mit Baumschädligen wie dem Asiatischen Laubholzbock oder anderen Krankeheiten stehen Ihnen Experten, wie zum Beispiel Baumpfleger, mit Rat gern zur Verfügung. Alle Baumpfleger in Ihrer Nähe finden Sie auf Baumpflegeportal.de. Über die Suchfunktion finden Sie schnell einen qualifizierten Baumpfleger.

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