Gut oder böse? Engerlinge im Garten

Nicht alle unersättliche Wurzelfresser

Gut oder böse? Engerlinge im Garten

Sind Engerlinge im Garten nun gut oder böse? Nicht alle Engerlinge schaden Ihren Pflanzen. Einige wie zum Beispiel die Engerlinge des Nashornkäfers oder die des Rosenkäfers sind durchaus nützlich.

Im Mai ist er für eine kurze Zeitspanne an jeder Ecke zu sehen. Wir freuen uns über sein unverkennbares Aussehen, das komische Gefühl seiner Füße auf der Haut und singen ein altes Kinderlied über ihn: der Maikäfer. Doch bevor er aus der Erde schlüpft, lebt er mehrere Jahre lang als Engerling im Boden. Die unersättliche Made vertilgt dabei große Mengen an Wurzelwerk. Als Mitbewohner ist er im Garten daher nicht gerne gesehen. Denn er schädigt Wurzeln und Pflanzen, bevorzugt Laubbäume. Im schlimmsten Fall bringt er sie sogar zum Absterben. Selbst vor Rasenflächen macht er dabei nicht halt. Die Engerlinge seiner Verwandten, Junikäfer und Gartenlaubkäfer, werden ebenfalls als böse bezeichnet.

Böse und gute Engerlinge unterscheiden

Alle Engerlingen haben die angewinkelten, langen Brustbeinpaare und den dicken Hinterleib gemeinsam. Gräbt man sie aus, nehmen sie meist eine gekrümmte Körperhaltung ein und rollen sich leicht zusammen.

Aber eigentlich lassen sich Engerlinge recht einfach unterscheiden. Legt man den Engerling auf eine glatte Fläche und er dreht sich auf die Seite oder den Bauch, dann handelt es sich um einen Mai- oder Junikäfer, dreht er sich auf den Rücken, hat man es mit einem Rosenkäfer zu tun. Dieser bewegt sich auch auf dem Rücken kriechend fort, seine Brustbeine sind deutlich kürzer, sein Hinterleib dicker als die der wurzelfressenden Engerlinge.

Die Engerlinge des Nashornkäfers werden bis zu zehn Zentimeter groß und sind damit bereits recht auffällig. Im Gegensatz zu den anderen Arten hat er außerdem keine Dörnchenreihe am Hinterleib.

Böse Engerlinge bekämpfen

Die Maden von Mai- und Junikäfern sind in vielen Gärten unterwegs, ohne dass sie bemerkt werden. Einzelne Exemplare fressen die Wurzeln nur teilweise und die Pflanze kann dies kompensieren, ohne Schaden zu nehmen. Wenn die Engerlinge dagegen in großer Zahl auftreten, wird eine Bekämpfung zum Schutz der Pflanzen erforderlich.

Vorbeugend erschwert man den Käfern die Eiablage, indem man Pflanzscheiben mit Bodendeckern bepflanzt oder sie zur Flugzeit der Käfer abdeckt. Auch die Unterstützung natürlicher Feinde wie Igel und Vögel im Garten dämmt die Vermehrung spürbar ein. Eine „wilde“ Ecke im Garten beispielsweise zieht die Insektenvertilger an.

Liegt ein akuter Befall vor, können die Engerlinge im äußeren Wurzelbereich ausgegraben werden. Der Einsatz von Nematoden hat sich ebenfalls bewährt. Die winzigen Fadenwürmer sind im Fachhandel erhältlich und werden mit dem Gießwasser in den Boden eingebracht, wo sie sich vermehren und die Engerlinge abtöten.

Harmlose Engerlinge als nützliche Helfer im Garten

Die Larven des Rosenkäfers ernähren sich ausschließlich von toter Substanz. Lebende Pflanzen haben also nichts von ihnen zu befürchten. Im Kompost fördern die kleinen, weißen Maden im Zusammenspiel mit Pilzen und Bakterien die Rotte und sorgen für die Bildung von wertvollem Humus. Durch den Verdauungsvorgang bildet sich Dauerhumus, der seine Nährstoffe langsam und angepasst an die mit ihm gedüngte Pflanze abgibt.

Auch die Larven des Nashornkäfers sind gute Engerlinge, die abgestorbenes Holz bevorzugen. Aufgrund des fortschreitenden Verlustes von natürlichem Totholz in unseren Wäldern ist der imposante Käfer hier allerdings immer seltener geworden. Positiv wirkt die Verwendung von Rindenmulch, auch das immer wärmer werdende Klima fördert die Verbreitung des Nashornkäfers.

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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