Thuja-Splintkäfer & Wacholder-Borkenkäfer

Borkenkäfer an Lebensbaum und Wacholder

Die großen Schlagzeilen liefern Borkenkäfer an Fichten, wenn ganze Waldstücke absterben. Aber auch im Haus- und Gartenbereich oder in Baumschulen treten verstärkt Borkenkäferarten auf, die Zierbaum- und Straucharten bedrohen. Aus der Gattung Phloeosinus breiten sich der Thuja-Splintkäfer (Ph. thujae) und Wacholder-Borkenkäfer (Ph. aubei) in den letzten Jahren vermehrt aus.

Die Käfer befallen Lebensbäume, Wacholder, Zypressengewächse und Mammutbäume. Wird ein Befall nicht frühzeitig erkannt, sind betroffene Bäume und Hecken fast nicht mehr zu retten. Die Borkenkäfer wurden zunächst nach Südeuropa eingeschleppt und verbreiteten sich weiter nach Norden. Stark betroffene Gebiete im deutschsprachigen Raum sind Süd- und Ostdeutschland, Rheinland Pfalz, Österreich und Niederlande.

Borkenkäferbefall erkennen

Die Jungkäfer bohren sich im Sommer in die frischen Triebe von Lebensbäumen und anderen Wirtsbaumarten ein. An der Bohrstelle tritt wenig Bohrmehl und Harz aus und sie ist leicht mit dem Schadbild durch Pilzbefall zu verwechseln. Die Fraßgänge sind knapp einen Zentimeter kurz. Die wenige Millimeter großen Käfer bohren sich danach in weitere Treibe ein. Die betroffen Treibe werden fahl und verfärben sich im kommenden Frühjahr braun. Sie lassen sich leicht lösen oder fallen schon bei leichten Windböen ab.

Nach dem Reifungsfraß bohren sich die Borkenkäfer zum Ende des Sommers in die Rinde der Bäume ein und legen ihre Eier ab. Die zweiarmigen Muttergänge sind zwei bis fünf Zentimeter lang. Von ihnen gehen 20 bis 30 Larvengänge zunächst senkrecht ab, bevor diese ihre Richtung wechseln und sich später gelegentlich überschneiden. Die Borkenkäfer überwintern als Larven und hinterlassen im Frühjahr querovale Ausbohrlöcher, die an einen Schrotschuss erinnern. Unter den Löchern ist ausgeworfenes Bohrmehl zu finden.

Ursachen steigender Befallszahlen

Immer weitere Transportwege, steigender Handel und zunehmender Tourismus verbreiten Insekten, Keime und Pilze. Der Klimawandel begünstigt die schnelle Ausbreitung der Schadinsekten. Wärmere Temperaturen und weniger Niederschläge setzen die Pflanzen unter Stress und mindern ihre Abwehrkräfte. Durch Massenproduktion und Überzüchtung sind die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen geschwächt.

Larven zerfressen Kambiumschicht

Der Reifungsfraß der Käfer an den Trieben kann zu einem massiven Laubverlust führen, der selten tödlich für den Baum ist. Der Fraß der Larven unter der Rinde ist deutlich gefährlicher. Die Käfer schädigen das für das Dickenwachstum verantwortliche Kambium und die Leitungsbahnen für Wasser und Nährstoffe der Bäume. Massive Schäden an diesen wichtigen Stammteile lassen die Bäume meist absterben.

Vorbeugen und unverzüglich handeln

Die Gefahr die von Borkenkäfern für Lebensbäume, Zypressen und Wacholder ausgeht, zwingt Gärtner und Baumbesitzer im Falle eines Befalls unverzüglich zu handeln. Befallene Zweige, Äste und Triebe sind großräumig zu entfernen und vernichten. Ist der ganze Baum oder die Hecke betroffen, sind diese komplett zu entnehmen. Umliegende Lebensbäume, Wacholder oder Zypressen anschließend auf Borkenkäfer überprüfen und nach weiteren Bohrlöchern, Bohrmehl- oder Harzstellen suchen. Im Winter gefundene Äste, Zweige oder Bäume mit Symptomen noch vor dem Ausflug der Käfer im März entfernen und vernichten.

Pflanzen-Schutzmittel

Die chemische Keule ist im Garten die letzte Option. Pflanzenschutzmittel sind nur für spezielle Einsatzfelder zugelassen. Informationen und eine Online-Datenbank bietet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Wie alle Borkenkäferarten, suchen sich die Käfer an Lebensbäumen und Wacholder am liebsten geschwächte oder gestresste Bäume. Faktoren die Bäume unter Stress setzen sind beispielsweise Trockenheit, zu kleiner Wurzelraum oder Nährstoffmangel. Bäumen benötigen angepasste Standortsbedingungen, damit sie vital und frisch bleiben. Dies verhindert nicht zwingend einen Befall durch Borkenkäfer, senkt aber das Risiko großer Schäden.

Der Autor: Jan Böhm

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