Schwarzer Käfer mit rotem Halsschild und langen Fühlern

Erste Funde und Meldepflicht:

Der Asiatische Moschusbock

Der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii) stammt, wie der Name schon sagt, aus Asien. Dort gilt er als Baumschädling an Kirsche, Pflaume, Zwetschge, Aprikose und Pfirsich. Hier in Europa ist er bisher nur in kleinen Gebieten Italiens anzutreffen. Die Einschleppung nach Deutschland erfolgte wahrscheinlich über Verpackungsholz oder Baumschulbäume und ist 2011 zum ersten Mal bestätigt worden.

Erste Funde in Deutschland

Am 10. Juli 2011 entdeckten Experten an einem Kriecherl-Baum erstmals einen Asiatischen Moschusbock. In der Nähe vom Kolbermoor im Alpenvorland hatte er sich breit gemacht. Ein eingefangenes Männchen befindet sich nun in der Zoologischen Staatssammlung in München.

Um großflächige Schäden an Garten und Waldbäumen vorzubeugen, besteht Anzeigepflicht. Jeder, der einen Moschusbockkäfer findet, muss eine Meldestelle informieren. Im Sommer 2016 wurden noch einmal mehrere Individuen in Kolbenmoor und Rosenheim entdeckt. Zu diesem Anlass gilt seit dem 7.2.2017 eine Allgemeinverfügung über Maßnahmen, wie der Käfer zu bekämpfen ist. Unter anderem müssen Gartenbesitzer in der betroffen Regionen ihre Gärten regelmäßig nach Schäden, die auf den Käfer hindeuten kontrollieren.

Meldestellen für Sichtungen von Aromia bungii

Den Asiatischen Moschusbock erkennen

Der Moschusbock (Aromia moschata) ist in Bayern bereits heimisch. Dabei handelt es sich allerdings um eine Art, welche dem Asiatischen Moschusbock sehr ähnelt. Die asiatische Variante (Aromia bungii) ist glänzend schwarz und hat ein knallrotes Halsschild. Der Käfer wird bis zu vier Zentimeter lang. Der heimische Moschusbock hingegen glänzt metallisch bunt und hat keine rote Halsfärbung. Er kommt insbesondere an Weiden vor.

Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – LfL

Biologie des Käfers

Normalerweise nutzt der Asiatische Moschusbock nur geschwächte Bäume für seine Eiablage. Nur in wenigen Fällen fliegt er gesunde Exemplare an. Nach der Eiablage am Baum schlüpft schnell die Larve. Diese frisst sich in den Stamm hinein und lebt in den Gängen zwei bis drei Jahre. Nach dieser Zeit frisst das letzte Larvenstadium ein Loch in die Rinde. An dieser Stelle fliegt der Käfer später aus. Überschüssige Bohrspäne und Kot wirft er nach draußen.

Hinweise richtig deuten

Das Insekt verbingt einen Großteil seiner Zeit als Larve im Baum. Deshalb ist es am einfachsten einen Befall zu erkennen, solange der Käfer noch nicht geschlüpft ist. Wird der Käfer frühzeitig vor dem Ausflug erkannt, ist eine Ausbreitung des Käfers leichter einzudämmen. Wenn die Larven ihre Gänge in das Holz des Baumes bohren, entstehen Holzspäne und Bormehl. Dieses sammelt sich gut sichtbar an der Rinde, am Stammansatz oder in Astgabeln. Ist der Käfer bereits geschlüpft, bleiben die Ausfluglöcher deutlich erkennbar am Stamm zurück. Sie erriechen einen Durchmesser von bis zu einem Zentimeter.

Sind alle Hinweise richtig gedeutet, ist oft noch unter der Rinde eine Larve vorhanden. Durch genetische Prüfverfahren kann eindeutig festgestellt werden, ob es sich dabei um einen Asiatischen Moschusbock handelt.

Fotos: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – LfL

Schäden durch den Asiatischen Moschusbock

Der Käfer befällt liebend gerne Prunus-Arten. In unseren Wäldern betrifft dies besonders die Vogelkirsche (Prunus Avium). Der Käfer verursacht bei einem Massenbefall schwere wirtschaftliche Schäden. Über die eingebohrten Fraßgänge dringen Pilze und Bakterien in den Baum ein. Je mehr Larven sich im Baum befinden, desto wahrscheinlicher wird dieser absterben. Oft erscheinen die Befallsbäume sogar ganz durchlöchert. Wegen der potentiellen schweren Folgen für unsere Wälder, hat das Institut für Pflanzenschutz eine Meldepflicht für alle Funde des Asiatischen Moschusbockes verhängt. Wie beim Asiatischen Laubholzbock werden der befallene Wirtsbaum, sowie potentielle Wirtsbäume in der Umgebung schnellstmöglich gefällt und vernichtet. Mit diesen Maßnahmen hoffen die Behörden eine weitere Ausbreitung der eingeschleppten Käferarten zu unterbinden.

Der Autor: Marina Winkler

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Quellen:

  • Asiatischer Moschusbock: Erste Funde, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim
  • Informationen zu: Aromia bungii, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft – LfL
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