Fachartikel zum Thema Baumpflege

Baumpflege, da gehört mehr dazu als eine Säge!

Baumpflege ist ein komplexes Arbeitsfeld, zu dem weit mehr gehört, als Gartenarbeit oder einfach Bäume zu fällen. Vielmehr geht es einem professionellen Baumpfleger darum, Bäume möglichst lange gesund und vital und somit am Leben zu halten. Eine Baumfällung ist der letzte Ausweg, wenn andere Baumpflege-Maßnahmen wie fachgerechter Baumschnitt einen Baum nicht mehr retten können. Das zu beurteilen, ist Sache der Baumkontrolleure und eine Frage des Baumrechts.

Um Bäume richtig pflegen zu können, benötigen Baumpfleger neben einer professionellen Baumpflege-Ausbildung – wie zum Beispiel zum Fachagrarwirt Baumpflege – auch die richtige Ausrüstung. Denn oftmals müssen verschiedene Techniken wie das Baumklettern eingesetzt werden, um an die Stellen in der Krone zu gelangen, die geschnitten werden müssen.

Je nach Baum und Ziel der Pflege-Maßnahmen unterscheidet sich auch die Schnitttechnik: Sei es nun Obstbaumschnitt, Erziehungsschnitt oder Baumrückschnitt. Außerdem muss neben dem Naturschutzgesetz auch der richtige Zeitraum für den Schnitt beachtet werden. Wie Sie sehen, ist die Baumpflege vielseitig und sollte vor allem bei größeren, älteren Bäumen den Profis überlassen werden.

Bei uns auf dem Baumpflegeportal finden Sie viele Informationen rund um Baumpflege – von Baum-Krankheiten über Techniken bis hin zur Schnittzeit.

Gefährdet Fäule an einem alten Schnittstellen die Standsicherheit?

Ein unfachgerechter Schnitt wird zur tiefen Faulstelle. Kann die Sandbirke die Höhlung verschließen? Oder ist sie durch die Fäule nicht mehr standsicher? Erfahren Sie, wie Sie den Unterschied zwischen fachgerechtem und unfachgerechtem Schnitt erkennen.

Blitzschäden an Bäumen

Regelmäßig schlagen Blitze in Bäume ein. Die Schäden am Baum fallen dabei, je nach Umständen, völlig unterschiedlich aus. Einige Exemplare werden durch einen Blitzeinschlag gesprengt, während andere leichtere Schäden davon tragen und sich mit Glück retten lassen.

Birnengitterrost: Ein Pilz auf Wanderschaft

Der Birnengitterrost verursacht im Frühling und Sommer orange Flecken auf den Blättern unserer Birnen. Auch wenn die Bäume davon nicht sterben, so schwächt er vor allem junge Exemplare erheblich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn zu bekämpfen.

Schiefe Walnuss droht zu kippen?

Eine schiefe Walnuss im Garten wirft Fragen auf. Droht der Baum zu kippen? Warum sind manche Bäume überhaupt so schief und in wie weit schadet das ihrer Standsicherheit? Es gibt einige Ansatzpunkte, an denen man den Zustand eines schief stehenden Baumes ablesen kann. Das Baumpflegeportal zeigt diese auf und erklärt, wie man den Bäumen am besten helfen kann, lange stabil zu bleiben.

Braune Blätter an Harlekinweide – Gibt es noch Hoffnung?

Wird eine Harlekinweide krank, so sind Gartenbesitzer oft verzweifelt. Welche stecken Gründe hinter den Symptomen. Das Baumpflegeportal zeigt Möglichkeiten auf, um die Bäume bestmöglich zu pflegen und Krankheiten von Anfang an vorzubeugen.

Borkenkäfer an Lebensbaum und Wacholder

Lebensbäume und Wacholder, aber auch Zypressen und Mammutbäume, sind durch die artspezifischen Thuja-Splintkäfer und Wacholder-Borkenkäfer bedroht. Wird ein Befall im rechtzeitig erkannt, lässt sich der Baum mit den richtigen Maßnahmen retten.

Beliebtester Biergarten-Baum in Bedrängnis? Bakterium bedroht Kastanie

Bald könnte es in vielen Biergärten mit dem kühlenden und schützenden Baumschatten vorbei sein. Ein Bakterium, das aus den Niederlanden zu uns gekommen ist und 2007 zum ersten Mal in Deutschland am Niederrhein beobachtet wurde, bedroht die Kastanie. Einer der beliebtesten Biergarten-Bäume ist in Gefahr! Gerade bei sommerlichen Temperaturen, gibt es neben Schwimmbad oder Badesee wenig erfrischenderes, wie im Schatten dichter Baumkronen gemütlich etwas Kühles zu trinken. Nicht nur zahlreiche Biergärten, in denen alte, mächtige Kastanienbäume stehen, sondern auch viele Alleen könnten schon bald recht kahl daher kommen. Denn das sogenannte pseudomonas syringae pv. aesculi lässt die Bäume absterben – und bislang ist noch kein Heilmittel für befallene Bäume bekannt.

Symptome für einen Befall mit pseudomonas syringae

Symptome pseudomonas syringaeHinweise für einen Befall mit dem tückischen Bakterium zeigen sich u. a. am Stamm. Die Kastanie beginnt, an einzelnen Stellen am Hauptstamm zu bluten. Außerdem finden sich dort auch nässende Ausflüsse und dunkle Flecken. Unterhalb der befallenen Stammpartien kann man verfärbtes Gewebe erkennen. Zusätzlich beginnen sich an Stamm und Ästen lange Risse zu bilden. Im Kronenbereich zeigen sich zunächst einzelne, verwelkte Astpartien, die später absterben und sich im Verlauf auf die ganze Krone ausbreiten. Der Befall mit pseudomonas syringae pv. aesculi führt fast immer zum Absterben der gesamten Kastanien.

Auswirkungen von pseudomonas syringae in NRW schon deutlich sichtbar

Zwar wurde das Bakterium zunächst hauptsächlich an Kastanien in Nordrhein-Westfalen festgestellt, doch mittlerweile hat es sich zur bundesweiten Gefahr ausgeweitet. Am auffälligsten sind die Auswirkungen aber dennoch in NRW zu erkennen. In vielen alten, unter Denkmalschutz stehenden Alleen klaffen bereits große Löcher. Denn ehe abgestorbene Äste und Bäume größeren Schaden anrichten können, müssen die durch den Befall geschädigten Bäume gefällt werden. In Krefeld beispielsweise fiel bereits jede siebte Kastanie im Stadtgebiet dem gefährlichen Erreger zum Opfer.

Bislang noch kein Kraut gegen pseudomonas syringae gewachsen

Leider weiß man derzeit nur sehr wenig über das für den Menschen unbedenkliche Bakterium. Wie genau es sich ausbreitet, kann nur vermutet werden. In die Kastanie gelangt es über natürliche Öffnungen, aber auch über Wunden, die durch den Menschen, Tiere, etc. verursacht worden sind. Feuchtes Wetter scheint die Ausbreitung zu begünstigen. Ist ein Baum einmal befallen, besteht bislang keine Möglichkeit, die Erkrankung zu bekämpfen. Einzige Chance, die Wahrscheinlichkeit eines Befalls einzuschränken, sind entsprechende Vorsorgemaßnahmen: Die Gesundheit der Kastanien sollte beispielsweise durch gute Standort- und Bodenbedingungen und professionelle Pflegemaßnahmen gefördert werden. Außerdem sollten die Kastanien vor möglichen Wunden, wie z. B. durch Wildverbiss, geschützt werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, Ihre Kastanien könnten von dem Erreger befallen sein, dann lassen Sie das unbedingt durch einen Experten überprüfen. Über Ihre Postleitzahl finden Sie bei uns auf dem Baumpflegeportal einen Fachmann in Ihrer Nähe. Filtern Sie dafür einfach Ihr Suchergebnis über Leistungsangebot – Baumgutachten – Baumkrankheiten.

Weitere Informationen:

 

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

 

Ergänzende Artikel rund um Pflanzenkrankheiten und Bakterien

Regelmäßige Baumkontrolle notwendig: Schwefelporling

Baumpilze leben manchmal mit, manchmal aber von Bäumen. Während im ersten Fall diese Art von Lebensgemeinschaft sowohl für den Pilz, als auch für den Baum von Vorteil ist, ist bei letzterem der Baum benachteiligt. Denn in diesem Fall handelt es sich um holzzersetzende Pilze. Wie der Name schon sagt, zerstören diese Exemplare nach und nach das Holz. Ein Befall führt deshalb häufig zum Absterben des betroffenen Baums – mal schneller, mal langsamer. Auch der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) zählt zu den holzzersetzenden Baumpilzen. Jetzt im Frühling, ab Mitte Mai, beginnen seine Fruchtkörper, am Baum zu wachsen.

Vorkommen des Schwefelporlings

Laetiporus sulphureus tritt besonders häufig an Laubbäumen auf. Er kann aber auch Koniferen wie Fichten oder Lärchen befallen. Hölzer mit dunklem Kern wie Kirsche bevorzugt er, besonders ältere Eichen. Man findet ihn außerdem oft an Weiden, Robinien, Pflaumen- und Walnussbäumen usw. Ab Mitte Mai bis in den Herbst hinein findet man die Fruchtkörper des Pilzes an den betroffenen Bäumen. Sie wachsen von der Stammbasis ab bis in die Krone und Äste hinauf.

Haben Sie die Befürchtung, dass Ihr Baum vom Schwefelporling befallen ist? Lassen Sie Ihren Baum sicherheitshalber von einem Fachmann unter die Lupe nehmen. Auf dem Baumpflegeportal finden Sie deutschlandweit Baumsachverständige. Geben Sie dazu Ihre Postleitzahl in der Suche ein. Im Anschluss einfach Ihr Suchergebnis über Leistungsangebot „Baumgutachten“ oder Tätigkeitsfeld „Baumgutachten“ filtern.

Charakteristika des Schwefelporlings

Gerade jetzt zu Beginn des Wachstums der Fruchtkörper ist der Schwefelporling ein äußerst auffälliger Baumpilz. Denn anfangs sind die flachen, fächerförmigen und stiellosen Fruchtkörper, die entlang des Stamms wachsen, stark gelb bis rötlich gefärbt. Die Unterseite weist eine schwefelgelbe Färbung auf – daher auch der Name. Bis zum Herbst entfärben sie sich dann nach und nach und erscheinen gegen Ende grau, fast weißlich. In der Regel treten die Fruchtkörper zu mehreren auf und sind ähnlich wie Dachziegel übereinander angeordnet. Die Hüte können bis zu 40 Zentimeter breit und bis zu anderthalb Zentimeter dick werden. Ihr Rand ist wellig und leicht nach unten gebogen. Das Fleisch des Schwefelporlings, die sogenannte Trama, ist zu Beginn noch recht saftig und weich. Später wird es weitaus spröder und trockener. Sehr alte, abgestorbene Fruchtkörper bleiben unter Umständen bis ins nächste Jahr am Baum haften.

Was bei einem Befall mit dem Schwefelporling zu beachten ist

Der Pilz dringt über Wunden an Stamm und Ästen ein. Im Baum löst er eine intensive Braunfäule aus. Dadurch kann die Bruch- und Standsicherheit gefährdet werden. Das harte Kernholz der befallenen Baumteile wird durch den Schwefelporlings-Befall zu einer braunroten, trockenen Masse, die würfelig zerfällt und sich leicht zerreiben lässt. Das lebende Splintholz und die Rinde sind bei vitalen Bäumen nicht, bzw. erst sehr, sehr spät betroffen.

Vitale Bäume sind in der Lage, selbst starke Fäule über viele Jahre hinweg zu kompensieren und verkehrssicher zu bleiben. Denn der Pilz beeinträchtigt die wasser- und nährstoffführenden Leitungsbahnen, die sich im Splintholz befinden, nicht. Er höhlt den Baum lediglich nach und nach von innen aus. Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass der Baum lange Zeit keine Anzeichen abnehmender Vitalität aufweist. Trotzdem sollten befallene Bäume immer wieder auf ihre Standsicherheit hin kontrolliert werden. Außerdem sollte man beachten, dass sich die Fäule bis in Hauptkronenäste ausbreiten kann. Besonders bei Eichen mit ausladenden Starkästen ist das Risiko von Astbrüchen deshalb sehr hoch.

Erst gegen Ende, wenn der Baum immer mehr an Vitalität verliert, dringt der Pilz auch in das Splintholz ein und beginnt, das Kambium zu töten. Da ab diesem Zeitpunkt auch die Leitungsbahnen betroffen sind, wird der Baum nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt. In der Endphase stirbt die Rinde ab und weist Risse auf. Aus diesen Rissen rieselt das verfaulte Holz als brauner Staub. Bäume, die sich in diesem Stadium des Befalls befinden, sind bruchgefährdet und sollten auf jeden Fall von einem kompetenten Fachmann untersucht werden!

Schwefelporling essbar?

Jetzt im Frühjahr, wenn die Fruchtkörper des Pilzes noch jung sind, kann man die jungen, saftigen Exemplare tatsächlich essen. Gegart erinnert ihr Geschmack an Hühnchen. Das ist auch der Grund, weshalb der Schwefelporling im englisch-sprachigen Raum „Chicken of the Woods“ genannt wird.
Aber Vorsicht: In rohem Zustand gilt der Pilz als giftig. Außerdem wird er sehr schnell zäh und ungenießbar.

Quellen

  • Hermann Jahn: Pilze an Bäumen. Berlin, Hannover 2005
    erhältlich bei Freeworker
  • Antje Lichtenauer, Thomas Kowol, Dirk Dujesiefken: Pilze bei der Baumkontrolle. Braunschweig 2014
    erhältlich bei Freeworker
  • Peter Klug, Martina Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze. München 2016
    erhältlich bei Freeworker

 

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

 

Ergänzende Artikel rund um Baumpilze auf dem Baumpflegeportal

Artenschutz in der Baum- und Gehölzpflege

Vorsicht Strafe! Wer Bäume und Gehölze schneidet, muss ganzjährig den Artenschutz im Hinterkopf haben. Sei es nun der Baumbesitzer selbst oder ein beauftragter Baumpfleger: Bei größeren Eingriffen oder gar Fällungen gilt es, das Bundesnaturschutzgesetz, das die Belange des Artenschutzes regelt, zu beachten. Wer das nicht tut – ob wissentlich oder unwissentlich – muss mit teils empfindlichen Strafen rechnen.

Artenschutz in der Baumpflege: Höhlungen

Lebensraum Baum

Vor allem ältere Bäume dienen den unterschiedlichsten Tierarten als Heimat. Lebensraum oder sogenannte Habitatstrukturen können zum Beispiel Höhlungen oder Totholzäste sein. Das genau ist eines der Probleme im Spannungsfeld Artenschutz und Baumpflege. Denn bei Schnittmaßnahmen muss nicht unbedingt jeder tote Ast entfernt werden. Nur solche, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, sollten weichen. Auch Baumpilze oder Krankheiten stellen nicht unbedingt eine unmittelbare Gefahr dar. Befallene oder kranke Bäume können auch als Lebensraum dienen – vor allem wenn sich dort Baumhöhlen oder Borkenplatten befinden. Sie sollten deshalb nur gefällt oder stark beschnitten werden, wenn die Verkehrs- und Standsicherheits anderenfalls nicht mehr gewährleistet ist. Lässt man solche Bäume stehen, ist natürlich eine regelmäßige Baumkontrolle unabdingbar.

Artenschutz gilt ganzjährig

Zwischen dem 1. März und dem 30. September gelten alljährlich bundesweit Fäll- und Schnittverbote für Bäume und Gehölze nach Paragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Damit sollen heimische Tierarten geschützt werden, denn Anfang März beginnt für viele Tiere die Brutzeit. Häufig wird dabei jedoch übersehen, dass die Regelungen und Vorschriften rund um den Artenschutz nicht auf diesen Zeitraum beschränkt sind: Sie gelten das ganze Jahr über (§ 44 BNatSchG). Denn bei baumpflegerischen Maßnahmen besteht immer die Gefahr, die Lebensräume von Vögeln, Fledermäusen, seltenen Tieren oder Insekten empfindlich zu stören. Im Gegensatz zu den Verboten zwischen März und Oktober ist der Artenschutz außerdem nicht auf bestimmte Flächen beschränkt, sondern betrifft jeden Baum – ob er nun im Garten, im Park oder an der Straße wächst.

Geldbußen und sogar Gefängnis drohen

Artenschutz in der Baumpflege: Eichhörnchen

Wenn Sie also größere Schnittmaßnahmen an Ihren Hecken, Bäumen oder anderen Gehölzen planen, legen Sie nicht einfach blind los. Befinden sich in den betroffenen Gehölzen Nester oder sind Höhlungen an Ihren Bäumen zu erkennen, ziehen Sie im Zweifelsfall einen Profi hinzu. Denn wer die Artenschutz-Vorschriften nicht beachtet – sei es nun absichtlich oder unabsichtlich – dem drohen hohe Geldbußen. Wird mehrfach gegen die Regelungen verstoßen, riskieren diese Wiederholungstäter sogar eine Freiheitsstrafe. Einen Fachmann, der Ihre Bäume auch auf artenschutzrechtliche Belange hin untersucht, finden Sie bei uns auf dem Baumpflegeportal. Geben Sie dafür einfach Ihre Postleitzahl in der Suchleiste ein. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auch bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde nachfragen. Hier kann man Ihnen ebenfalls weiterhelfen.

Professionelle Baumpfleger betreiben aktiven Artenschutz

Auch die Interessenvertretung Deutsche Baumpflege (IDB) hat sich zu diesem wichtigen Thema geäußert. Die IDB setzt sich für fachgerechte Baumpflege zum Wohl der Bäume ein. Sie besteht aus der Arbeitsgemeinschaft Neue Baumpflege, dem Arbeitskreis Baumpflege im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V., dem Fachverband geprüfter Baumpfleger e. V., der ISA Germany e. V., der Lehranstalt für Gartenbau und Floristik Großbeeren e. V. (LAGF Großbeeren), der Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung e. V. (QBB), der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen zusammen. Der Vorsitzende der IDB, Michael Hartmann, sagt dazu:

„Der qualifizierte Baumpfleger betreibt gemäß der guten fachlichen Praxis und der einschlägigen Regelwerke (z. B. ZTV-Baumpflege) aktiv Artenschutz und trägt den Inhalten des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) bereits seit Jahrzehnten Rechnung.“ *

Unser Buch-Tipp: Artenschutz und Baumpflege

Dieses Buch beschäftigt sich speziell mit dem potenziellen Konfliktfeld Artenschutz und Baumpflege. Das Autorenteam setzt sich aus Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen zusammen: Tierökologie und Naturbildung, Baumpflege, Umweltrecht, Verwaltungsrecht, Baumgutachten. Das Buch gibt Hilfestellung für alle, die mit diesem wichtigen Thema in Berührung kommen – wie Profis aus dem Bereich Baumpflege, Forst und Naturschutz in Behörden, Firmen und Verbänden. Folgende Themen finden sich unter anderen im Buch: Perspektiven für eine moderne Baumpflege, rechtliche Grundlagen, Lebensräume an Bäumen, baumbewohnende Arten, Verkehrssicherheit von Bäumen mit Lebensstätten geschützter Arten, Lösungsansätze aus rechtlicher Sicht.

Buch "Artenschutz und Baumpflege" von M. Dietz, D. Dujesiefken, T. Kowol, J. Reuther, T. Rieche, C. Wurst

Artenschutz und Baumpflege
Autoren: Markus Dietz, Dirk Dujesiefken, Thomas Kowol, Janina Reuther, Thomas Rieche, Claus Wurst
  • Taschenbuch
  • Haymarket Media, Braunschweig 2014
  • erhältlich bei Freeworker

 

* Zitiert nach der Pressemeldung vom 28. August 2015 des BGL

Quellen:

 

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

 

Ergänzende Artikel auf dem Baumpflegeportal

Massaria an Platanen: Begünstigt durch unbedachte Baumpflege

Seit Jahren werden immer wieder Artikel zum Massaria-Befall an Platanen veröffentlicht. Ein wesentlicher Aspekt wird dabei aber regelmäßig nicht berücksichtigt: Massaria kann durch unbedachte Baumpflege begünstigt oder sogar erst hervorgerufen werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Platanen von Massaria befallen sind, finden Sie bei uns auf dem Baumpflegeportal fachkundige Hilfe! Geben Sie dafür Ihre Postleitzahl in die Suchleiste ein und schon finden Sie Baum-Profis ganz in Ihrer Nähe.

Was genau ist Massaria eigentlich?

Massaria an Platanen: Hinweise für Befall

Links: Rindengewebe auf Oberseite abgestorben, Zersetzung d. Holzes nach unten
Rechts: schwarz durchzogenes Holz durch Moderfäule vermorscht, wg. Zersetzung d. Zelluloseanteile hohe Bruchgefahr; Astansatz durch Sporenablagerungen schwarz gefärbt

Massaria an Platanen: Hinweise für Befall

Hinweise auf einen Befall kann die Astfärbung geben.
Oben: gesunder, grünlich erscheinender Ast
Unten: befallener Ast mit rosa/blassem Farbton, der zum Teil bereits schwärzlich durchzogen ist

Massaria ist eine Krankheit, die an Platanen auftritt. Verursacher ist ein Schlauchpilz (Massaria platani bzw. Splanchnonema platani (Ces.) Barr.), der vor allem geschwächte Äste und Zweige befällt. Fruchtkörper und Sporen sind schwarz gefärbt, weshalb diese in vielen Fällen ein erster Hinweis auf einen Befall sein können. Die Rinde verliert ihren grünlichen Schimmer, verblasst oder färbt sich rosa. Meist auf der Oberseite der Äste kommt es zur Rindenablösung bzw. Rindennekrose. Die relativ schnelle Holzzersetzung kann innerhalb einiger Monate zu einem Sprödbruch führen. Werden die auf Massaria hinweisenden Symptome nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu Astbrüchen und damit zu einer Gefährdung des öffentlichen Verkehrs kommen.

Förderung des Massaria-Befalls durch Schnittmaßnahmen

Werden Äste im inneren Kronenbereich reduziert, verringert sich die Menge des für die Photosynthese verfügbaren Lichts (Totholzproduktion, siehe unten). Der betroffene Ast wird geschwächt. Als Folge der Schwächung steigt der Infektionsdruck. Der von der Einkürzung betroffene Ast wird von dem Pilz befallen und zersetzt. Der Massaria-Befall wird durch diese unbedachte Schnittmaßnahme „provoziert“. Die Massaria tritt vor allem als Schwächeparasit oder als „natürlicher Astreiniger“ auf. Deshalb entspricht es den Gesetzen der Natur, dass geschwächte Äste stärker befallen werden und absterben.

Totholzproduktion

Der künstlich gebildete Begriff drückt aus, dass die Totholzentwicklung bei Kronenschnittmaßnahmen im Innern der Krone durch übertriebene Ableitungsschnitte hervorgerufen werden kann. In der Praxis bedeutet dies vor allem, dass im Inneren der Krone wachsende Äste reduziert wurden, die ganz hätten entfernt werden müssen. Da diesen reduzierten Ästen weniger Licht zur Verfügung steht, neigen sie dazu, innerhalb kurzer Zeit absterben. Der Begriff Totholzproduktion bezeichnet die Totholzentwicklung als künstliche Maßnahme. Erfahrene Baumpfleger können erkennen, welche Äste noch eine Überlebenschance haben oder nicht. (Quelle: Arbolex®)

Fazit

Als Lösung können dem Baumpfleger einfache Vorgaben für die Einschätzung der Eingriffsstärke gegeben werden: Die Einkürzung von Ästen im Inneren der Krone führt wegen Lichtmangel zum Absterben der Äste. Deshalb sollten vor allem bei der Kronenpflege Äste bis Schwachast- bzw. Grobaststärke (unter fünf bzw. zehn Zentimeter Durchmesser) im Inneren der Krone entweder belassen oder ganz entfernt werden. Bei der Platane werden solche geschwächten Äste bevorzugt durch den Massaria-Pilz befallen und sterben ab. Zusätzlicher Aufwand und damit Kosten für den Baumeigentümer sind notwendig, unter Umständen kann das unbedachte Reduzieren von Ästen im Kroneninneren sogar zu einer Bruchgefahr führen. Ein gut ausgebildeter Baumpfleger kann einschätzen, bei welchen Ästen eine Einkürzung unvermeidbar ist.

Bei stärkeren Ästen ab zehn Zentimeter Durchmesser gelten andere Regeln: Äste über zehn Zentimeter sollten nicht ganz entfernt, sondern eingekürzt werden, um großflächige Wunden und damit Fäule direkt am Stamm zu vermeiden. Bei diesen Ästen ist es sinnvoller, das Risiko eines Absterbens zu tragen und falls notwendig nachzuschneiden.

 

Quelle: Begünstigung des Massariabefalls durch unbedachte Baumpflege (PDF)

 

Der Autor: Peter Klug, Diplom-Forstwirt und ö.b.v. Sachverständiger (73087)

 

Ergänzende Artikel rund um Krankheiten und Schädlinge auf dem Baumpflegeportal