Gastartikel

Bäume brauchen Bienen

Im Frühjahr ist es soweit. Die ersten Bäume treiben ihre Blüten aus und locken zahlreiche Insekten mit ihrem verführerischen Duft an. Ganz besonders von ihnen angezogen fühlt sich eines unserer wichtigsten Nutztiere: die Biene. Die fleißigen schwarz-gelben Insekten fliegen bei der Nahrungssuche von Blüte zu Blüte. Sie schleppen zig Pollen umher, die an ihnen haften bleiben. Gelangt der Pollen auf ein weibliches Blütenorgan, wird dieses befruchtet und ist in der Lage, neue Samen zu produzieren. Dieser einfache Vorgang hat zusätzlich einen großen Nutzen für Mensch und Natur.

Funktionen der Biene

Nur durch die Bestäubung ist es der Hälfte der heutigen Pflanzenarten überhaupt möglich, ihre Fortpflanzung zu sichern. Dementsprechend wichtig ist die Biene für ein intaktes Ökosystem. Ohne sie würde sich die Vielfalt der heimischen Flora drastisch reduzieren. Hierbei wären nicht nur andere Lebewesen wie etwa Singvögel von diesem Verlust betroffen, auch die Menschen hätten schwerwiegende Konsequenzen zu erwarten. Allein im Bereich des Obstanbaus käme es zu massiven Ernteausfällen. Viele Obstgehölze können sich nicht selbst befruchten und sind auf Bestäuber-Insekten, wie die Biene, angewiesen.

Bestäubung von Hand

Ein trauriges aber dennoch gutes Beispiel liefert hier die Volksrepublik China. In der dortigen Provinz Sichuan stehen viele Obstbäume wie Apfel und Birne. Leider sind aber so gut wie keine Bienen mehr vorhanden. Deshalb wird hier gezwungener Maßen der Mensch zum Bestäuber. Dass er sich dafür nicht halb so gut eignet, wie die Biene, versteht sich von selbst. Die mühsame Arbeit, jede Blüte per Hand zu bestäuben, findet immer öfter Anwendung und ist auch in anderen Teilen Chinas und Japans zu beobachten. Damit es in unseren Breitengraden nicht zu solchen Schreckensszenarien kommt, steht eine Vielzahl von Maßnahmen bereit. Jeder Einzelne kann die hier einheimischen Bienen unterstützen und damit zu ihrem Schutz beitragen.

Bienen bestäuben Pflanzen auf natürliche Art und Weise.

Eine Biene saugt Nektar aus einer Blauen Blüte

Futterbäume für Bienen

Bienen mit einem ausreichenden Nahrungsangebot zu versorgen, besonders zum Anfang und zum Ende der Vegetationsperiode, gehört dabei zu den wichtigsten unterstützenden Maßnahmen. Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden sowie die Zucht von für Bienen unbrauchbaren Zierblüten tragen dazu bei, dass sie häufig mit Nahrungsknappheit zu kämpfen haben.

Hierbei kommt Bäumen ein tragende Rolle zu: Kaum ein anderes Gewächs bietet so viele Blüten auf so kleiner Fläche. Unter den Bäumen gibt es zahlreiche Arten, die von Bienen besonders geschätzt werden. Im Frühjahr sind das vor allem die Frühblüher wie die Salweide, die Kirschpflaume oder die japanische Zierkirsche (mit ungefüllten Blüten). So kann mit einem wohlüberlegten Pflanzplan ein lückenloses Blühangebot bis spät in den Herbst hinein geschaffen werden. Im Hochsommer blühen die Obstbäume. Raps, Akazien und viele weitere Sommerblumen wetteifern um die Gunst der eifrigen Pollensammler.

Spätblüher helfen Bienen

Da Bienen besonders in der zweiten Sommerhälfte und im Frühherbst immer weniger Nahrung in ihrer Umgebung finden, schaffen zusätzlich angepflanzte Spätblüher Abhilfe. Zu diesen zählen viele Blühpflanzen wie die Herbstastern, Funkien, Astilben oder der Phlox. Aber auch von einem ganz bestimmten Baum können die Bienen ihre Fühler nicht lassen: Der Bienenbaum (lat.: Euodia hupehensis). Dieser wirft sich erst im Spätsommer in sein blütenreiches Gewand und bietet nicht nur den Bienen Nektar und Pollen im Überfluss.

Nutzen im eigenen Garten

Darüber hinaus eignet sich der Bienenbaum hervorragend, um eine Kollision zwischen Mensch und Biene zu vermeiden: Einmal in den Garten gepflanzt, zieht er Bienen magisch an und hält sie so ganz unkompliziert von der verlockenden Kaffeetafel fern. Obendrein zeichnet er sich durch seine Winterhärte aus, ist demnach pflegeleicht und treibt jedes Jahr erneut seine duftenden Blüten aus. Eine lohnende Investition für Baumliebhaber, Bienenfreunde und letztendlich für die Bienen. Denn wie der Bienenbaum, brauchen auch viele andere Bäume fleißige Bestäuber – zumindest, wenn gute und viele Früchte und Samen erwünscht sind. Hierzu zählen neben diversen Ahorn- und Lindenarten auch die Kastanien, Erlen, Pappeln und Weiden. Kurzum: Bäume brauchen Bienen und Bienen brauchen Bäume, daran besteht kein Zweifel.

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