Abgesägte Äste eines Haselnussbaumes

Die Frage:

Wie sieht gute Pflege für einen verstümmelten Haselnuss-Strauch aus?

Ich bin stolze Besitzerin eines 70-jährigen Haselnuss-Strauches. Er ist durch die örtliche Satzung geschützt. Der Strauch ist sehr hoch und hatte bis vor kurzem 27 Stämme. Leider hat mein Nachbar im Februar 14 der 27 Stämme abgesägt. Jetzt stehen noch drei bis vier Meter hohe Stämme und ein paar kleinere. Wie kann ich der verstümmelten Haselnuss helfen, damit sie den Eingriff überlebt?

Die Antwort:

Die größte Chance der Haselnuss liegt in einem Neuanfang

Den Baumstümpfen nach zu urteilen, war das ein beeindruckender Haselstrauch. In Wohngebieten darf sich Natur aber nicht ungehemmt ausbreiten, sofern es dem Nachbarn nicht gefällt. Das Nachbarschaftsrecht verpflichtet Sie, die Äste auf dem Nachbargrundstück zurück zu nehmen. Kommen Sie einer Aufforderung nicht im angemessenem Zeitrahmen nach, kann der Nachbar aktiv werden. Jetzt gilt es, den Schaden so gut wie möglich zu begrenzen.

Wuchsform der Haselnuss

Die Haselnuss ist vom Wuchstyp ein Strauch, der sich aus bodennahen Knospen regeneriert. Er treibt aus der Basis lange einjährige Ruten aus. Die Verzweigung erfolgt im oberen Teil der langen Triebe. Die Stärke des Austriebes hängt vom zur Verfügung stehenden Licht ab. Bei alten Sträuchern kommt wenig Licht nach unten. Deshalb schaffen es in dichten Altbeständen lediglich einzelne neue Triebe nach oben. Zudem werden die vielen Äste mit der Zeit dicker, da bleibt kein Platz für neuen Austrieb.

Pflegemaßnahmen für den Haselnuss-Strauch

So Leid es mir für Ihren Haselstrauch und die beeindruckenden verbliebenen Äste tut, ich kann Ihnen nur raten, die restlichen Äste ebenfalls zu entfernen. Die Äste sind freigestellt und dadurch nicht windoptimiert. Brechen sie aus, richten sie Schaden an, für den Sie die Verantwortung tragen.

Ich kann Sie zumindest in einem beruhigen: Der Haselstrauch wird neu austreiben. Sie sollten versuchen, die Aststummel bodennah abzusägen, so tief es Ihnen möglich ist. Sind jüngere, niedrigere Äste vorhanden, ist es von Vorteil, wenn Sie diese erhalten, was bestimmt nicht leicht wird. Mit einer Handsäge schaffen Sie das kaum. Ein Baumpfleger sollte das mit der Spitze der Motorsäge und viel Gefühl am besten hinbekommen. Der Strauch wird danach austreiben und aufgrund des Umfanges sehr buschig werden.

Die Logik hinter dem Baumwachstum

Die jetzige Höhe erreicht der Strauch in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr. Sie sind auch gut beraten, ihn nicht mehr so hoch werden zu lassen. Denn die neuen Triebe bilden sich aus den verbleibenden Aststumpen. Diese faulen und die Standfestigkeit der neuen Generation von Ästen wird weniger stabil sein wie die Bisherigen. Es bringt nichts, Wundverschlussmittel auf die abgesägten Stummel aufzubringen. Was bei Gehölzen tot ist, wird nicht mehr. Und alles was tot ist, wird in der Natur zersetzt, ob mit oder ohne Wundverschluss. Gehölze können totes Gewebe nicht auflösen und ersetzen. Sie können lediglich „dransetzen“ oder „aufsetzen“.

Ein Blick in die Zukunft

Künftig sollten Sie am besten alle drei bis fünf Jahre den Strauch auslichten und verjüngen. Das ist machbar, ohne das Aussehen des Strauches stark zu ändern. Ersetzen Sie die ältesten Triebe durch Jüngere. Nur die Jungtriebe bleiben stehen, die in Höhe und Stabilität dem entsprechen, was Sie haben möchten. Lassen Sie nicht zu viele Triebe stehen, damit der Strauch lichtdurchlässig und locker bleibt. So kann er problemlos neue Jungtriebe aus der Basis bilden.

Ihr Baumpfleger vor Ort hilft Ihnen gern weiter!

Baumpfleger kennen sich auch mit dem Schnitt von Haselnuss-Sträuchern aus. Sie haben das passende Equipment und können wertvolle Tipps geben. Über die Suchfunktion auf dem Baumpflegeportal finden Sie einen Experten in Ihrer Nähe!

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