Zweig eines Pfirsichbaumes mit saftigen Früchten

Pfirsich, Aprikose, Nektarine betroffen

Pfirsich-Bäume in Gefahr – Kräuselkrankheit

Was ist los, wenn statt schöner, grüner Blätter und zartrosa Blüten plötzlich unnatürlich gekräuselte, verdickte, rote Blätter an Ästen und Zweigen des Pfirsichbaumes hängen? In diesem Fall hat sich der Pfirsich vermutlich mit der Kräusel- oder Blasenkrankheit angesteckt.

Betroffene Gehölzarten

Pfirsich, Aprikose, Nektarine sind von der Blasen- oder Kräuselkrankheit betroffen: Hauptsächlich werden von dem Pilz Pfirsich- und Nekatrinensorten (Prunus persica) befallen – und zwar die mit gelbem Fruchtfleisch. Sorten mit weißem oder rotem Fruchtfleisch und Aprikosen (Prunus armeniaca) sind gegenüber dem Pilz nicht ganz so anfällig.

Zeitraum der Infektion

Pfirsiche beginnen schon sehr bald im Jahr, auszutreiben – nämlich im März. Die Blüte beginnt ebenfalls dementsprechend frühzeitig: im April. Deshalb ist auch ihr Stoffwechsel schon sehr früh aktiv. Das sogenannte Knospenschwellen ist in manchen Jahren schon im Januar zu beobachten. Perfekte Bedingungen für eine Infektion mit dem Pilz Taphrina deformans, der die Kräuselkrankheit verursacht, liegen in wärmeren Phasen mit Temperaturen über zehn Grad Celsius vor. Ist es zusätzlich noch feucht, verbreitet sich der Pilz noch stärker. Der Pilz überwintert auf Knospen, Zweigen und Rinde.

Erkennungsmerkmale

Der Pilz hat seinen Namen vom auffälligsten, erkennbaren Schadbild: Die Blätter sind jetzt im Frühling deutlich deformiert. Sie wirken aufgetrieben und werfen Blasen. Auch eine Verfärbung ist zu beobachten: weißlich-grün bis rot. Außerdem ist auf der Oberseite der Blätter ein samtiger Belag zu erkennen. Bis zum Frühsommer vertrocknen die betroffenen Blätter und fallen schließlich vom Baum. Durch diesen Blattverlust wird der Baum deutlich geschwächt.

Bei der Kräuselkrankheit sind an den Ästen und Zweigen unnatürlich gekräuselte, verdickte, rote Blätter.

Schematische Darstellung der Kräuselkrankheit

Gegenmaßnahmen und Vorbeugung

Leider ist diese Pilzinfektion jetzt während beziehungsweise nach der Blüte – also beim Erscheinen der ersten Symptome – nicht mehr zu bekämpfen. Wichtig ist jedoch, betroffene Blätter, Zweige und Äste abzupflücken und konsequent zurück zu schneiden. Entsorgen Sie die befallenen Pflanzenteile nicht über den Kompost, sondern über den Hausmüll. Vom Kompost aus könnte der Pilz wieder auf Ihre Bäume übergreifen.

Bäume, an denen Sie in diesem Jahr Symptome der Kräuselkrankheit beobachten, müssen im nächsten Jahr frühzeitig behandelt werden – und zwar sobald die Temperaturen das erste Mal die Grenze von zehn Grad Celsius überschreiten. Zur Bekämpfung sind verschiedene Pflanzen-Schutzmittel auch im Hausgarten zugelassen. Erkundigen Sie sich am Besten im Fachhandel. Die Behandlungen sollten Sie bis zum Austrieb im April fortführen bei wärmeren Temperaturen und trockenem Wetter.

Um einem Befall vorzubeugen, wählen Sie bereits bei der Pflanzung weniger anfällige Sorten aus (z. B. solche mit weißem oder rotem Fruchtfleisch). Auch der richtige Standort stärkt die Pflanze und macht sie widerstandsfähiger gegen den Pilz: Ein sonniger, luftiger und trockener Platz vermindert die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Organischer oder mineralischer Langzeitdünger hilft ebenfalls, Ihre Pfirsich-Bäume vital zu halten. Zusätzlich sollten Sie die Pflanzen regelmäßig schneiden und die Krone ausdünnen. Denn eine dichte Baumkrone begünstigt Taphrina deformans.

Der Autor: Elisabeth Morgenstern

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