Baum und Gewitter mit Blitz

Blitzschäden an Bäumen

Warum schlägt der Blitz in den Baum ein?

„Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen“

Dieses volkstümliche Sprichwort ist weit bekannt. Dennoch stellt sich die Frage, warum Blitze überhaupt in Bäume einschlagen und was bei diesem Phänomen genau passiert. Wo liegen die Unterschiede zwischen den Baumarten und wie pflegen Sie am besten vom Blitz getroffene Bäume.

Warum der Blitz in den Baum einschlägt

Blitze entstehen durch einen hohen Spannungsunterschied zwischen Wolken und Erde. Somit ist der Blitz elektrisch geladen und sucht sich auf dem Weg zur Erde  den geringsten Wiederstand. Dies kann sich in einer kürzeren Route oder aber einer hohen elektrischen Leitfähigkeit äußern. Beide Aspekte treffen oft auf Bäume zu. Ein Baum, der allein auf einer ebenen Fläche steht bietet den kürzesten Weg zur Erde, da er die höchste Erhebung darstellt. Gleichzeitig ist er, sofern das Gewitter mit Regen einhergeht, von oben bis unten nass und hat dadurch eine große Leitfähigkeit.

Wenn der Blitz einschlägt

Was passiert beim Blitz-Einschlag

Ein Baum benötigt zum Wachsen Wasser. Dieses transportiert er über Leitbahnen von den Wurzeln durch den Stamm bis in die Krone. Das Wasser ist schuld daran, dass Blitze schlimme Schäden an Bäumen verursachen können.

Blitzrinne

Ist der Stamm des betroffenen Baumes vollständig nass, sucht sich der Blitz einen Weg außen am Baum über die Rinde bis in den Boden. Ein solcher Einschlag hinterlässt oft einen schnurgeraden Riss in der Borke über die ganze Stammlänge. Dieser Riss wird als Blitzrinne bezeichnet. Oft geht er nur wenig über das Kambium hinaus, kann in schlimmen Fällen aber auch ins Holz eindringen und den Baum regelrecht in zwei Hälften spalten.

Sprengung

Ist der Stamm des Baumes jedoch nicht flächendeckend nass, kann der Blitz nicht bis in den Boden gelangen und dringt in den Holzkörper ein. Durch die hohen Temperaturen, die der Blitz mit sich bringt, verdampft augenblicklich sämtliches Wasser im Baum. Da Wasserdampf ein höheres Volumen hat als Wasser, führt der Druck meist zur Explosion des Baumes. Hier können je nach Blitzeinschlag nur Teile des Baumes oder aber der ganze Stamm betroffen sein.

Bei trockenem Holz kann es durch die große Hitze auch zu Bränden kommen. Hierbei verbrennen meist große Teile des Baumes oder sogar noch umliegendes Gelände.

Der Unterschied zwischen den Baumarten

Obwohl Bäume allgemein ein beliebtes Ziel für Blitze sind, hat das oben genannte Sprichwort doch seine Berechtigung. Unterschiedliche Baumarten bringen verschiedene Eigenschaften mit sich.

Eichen stehen oft als starke Einzelbäume in der Landschaft und ragen somit als optimaler Blitzfänger in den Himmel. Ihre raue Rinde erhöht die Chance, dass der Stamm der Eiche bei Gewitter nicht vollständig nass ist. An diesen Stellen kann der Blitz ins Wasser im Stamm umgeleitet werden und sprengt den Baum.

Buchen hingegen wachsen in Gruppen oder im Waldverband und verteilen so die Einschlaggefahr auf mehrere Bäume. Ihre Rinde ist so glatt, dass sich bei Regen ein vollständiger Wasserfilm bildet, der den Blitz in den Boden leitet.

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Sprichwort bleibt Sprichwort

Obwohl die Buche unter den Baumarten noch die beste Wahl bei Gewitter ist, sollten Sie Bäume trotzdem meiden! Die Gefahr eines Blitzeinschlages bleibt auch bei Buchen hoch. Den besten Schutz bieten Gebäude oder Autos.

Waldbrände durch Blitzschlag

Schlägt der Blitz in einen Wald ein, transportiert er binnen Millisekunden eine enorme Energiemenge in das Ökosystem. Die elektrischen Entladungen beim Blitzschlag wirken wie Brandzünder. Dennoch lösen Blitze nur selten Waldbränden aus. Die meisten entstehen durch menschliche Ursachen. Oft geht ein Blitz mit einem kräftigen Gewitter mit Regen einher. Die Feuchtigkeit unterbindet die Entstehung eines Brandes. In den Alpen sind „trockene“ Gewitter häufiger und führen in den Sommermonaten verstärkt zu Waldbränden im Hochgebirge durch Blitzschlag.

Behandlung von Bäumen mit Blitz-Schaden

Hat der Blitz eine einfache Blitzrinne hinterlassen, so kann diese innerhalb der nächsten Jahre vom Baum überwallt werden. Schwieriger ist es, wenn die Rinne sehr tief ist. Hier hilft es oft, den Riss mit schwarzer Folie abzudecken, um die Bildung eines Flächenkallus anzuregen. Auch bei Anfahrschäden an Bäumen werden mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielt. Anders als bei der Überwallung wächst der Flächenkallus nicht nur am Wundrand, sondern vom Wundgewebe direkt nach außen und überwächst so die Wunde schnell und gleichmäßig.

Die Autorin: Marina Winkler

Was ist ein Kallus?

Verletzungen bis ins Holz werden von Bäumen mit einem Kallus überwachsen. Dieses Wundgewebe zeichnet sich durch schnelle Zellteilung aus, um die Wunde möglichst schnell zu schließen.

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