Blätter der Esskastanie

Baum des Jahres 2018:

Die Esskastanie in der Heilkunde

Die Früchte der Esskastanie gelten seit langer Zeit als schmackhafte Herbst- und Winterdelikatesse. Doch auch in der Heilkunde ist die Esskastanie – der Baum des Jahres 2018 – eingelesen. Früchte, Blätter und Fruchtschalen gelten in der Volksmedizin als heilende Pflanzenteile.

Esskastanien-Blätter als Tee und Aufguss

Die Blätter der Esskastanie enthalten Ascorbinsäure, Flavonoide und einen hohen Anteil Gerbstoffe. Diese Stoffe wirken vor allem entzündungshemmend, krebshemmend und zusammenziehend. Sie werden deshalb bei Atemwegserkrankungen, Beinbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Durchfall und unterstützend bei Krebstherapien eingesetzt.

Je nach Beschwerden nehmen die Betroffenen die Esskastanien-Blätter als Tee ein oder wenden sie zusammen mit den grünen Fruchtschalen als Auszug oder Dampfbad an. Hildegard von Bingen empfiehlt, den Tee bei Keuchhusten oder Entzündungen im Rachenraum anzuwenden. Für Rheuma-Geplagte eignet sich dagegen ein Auszug der Blätter als Dampfbad oder Saunaaufguss.

Rezept gegen hartnäckigen Husten

Um einen wirkungsvollen Tee aus den Blättern zu gewinnen, schneiden Sie ein bis zwei frische Esskastanien-Blätter in kleine Streifen. Übergießen Sie diese mit kochendem Wasser und lassen Sie den Sud etwa fünf Minuten ziehen. Idealerweise nehmen Sie zwei Tassen Tee pro Tag zu sich.

Heilende Esskastanien-Früchte?

Die Esskastanien bestehen überwiegend aus Stärke. Dazu kommen Zucker, Proteine, Fett, Vitamine, Kalium, Magnesium, Schwefel und Kalzium. Esskastanien wirken wärmend, krampflösend und stärkend, wobei die Eigenschaften vor allem durch den hohen Kaloriengehalt der Nüsse herrühren. Er liegt bei 220 Kalorien pro 100 Gramm.

Hildegard von Bingen empfiehlt die Früchte bei Gicht, Konzentrationsstörung oder roh als Mittel gegen Herzschmerz. Noch heute gilt die Esskastanie als wirkungsvoll bei Durchfall und nervenstärkend. Egal, ob geröstet oder gekocht: Die Früchte eignen sich für eine abwechslungsreiche Küche und sind gerade auf dem Weihnachtsmarkt sehr beliebt. Doch auch roh sind die Nüsse essbar – wenn auch weniger gut verdaulich.

Rezept für einen gesunden Darm

Die beste Wirkung bei Darmbeschwerden liefern die in Wasser gekochten Esskastanien. Sie werden mit dem Wasser zu einem geschmeidigen Brei zerstoßen. Gemischt mit Süßholz, Engelsüß und Dinkelmehl hilft er hervorragend bei Magen- und Darmbeschwerden. In vielen Naturkostläden gibt es diese Mischung fertig zu kaufen.

Rinde für die Tiere

Auch die Rinde enthält laut Hildegard von Bingen heilende Inhaltsstoffe. In Wasser eingeweicht und in die Tränke von Rind, Pferd oder Esel gegeben, soll sie Krankheiten und Seuchen heilen. Das Holz wirkt sich laut Hildegard positiv auf den Menschen aus. Ein geschnitzter Wanderstock hilft nicht nur beim Gehen, sondern stärkt den Körper und gibt Wärme ab. Gerade für Venenleiden eine Wohltat!

Heilkunde heute

Obwohl die Anhänger von Hildegard von Bingen viel auf die Esskastanie setzten, ist sie in der heutigen Medizin nur selten zu finden. Außer in Bachblüten (Sweet Chestnut) und seltene Tees scheint sie aus dem Gedächtnis gestrichen. Dafür gilt die Frucht heutzutage schon fast als Delikatesse, wo sie doch früher das „Brot der Armen“ genannt wurde. Aufwendige Ernte und die späte Fruchtreife der Bäume machen sie zu einer teuren Winter-Nahrung. Vor allem die alternative Medizin und Hildegard von Bingen sehen in der Esskastanie ein Heilmittel. In der Schulmedizin findet sie wenig bis keinen Anklang. Dennoch ist die Edelkastanie eine schmackhafte Ergänzung in der heimischen Küche und wer weiß – vielleicht entfaltet sie ja unbemerkt bei jedem Genuss ihre heilenden Kräfte.

Die Autorin: Marina Winkler

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