Baumwissen

Farbenfeuerwerk: Bäume mit dem schönsten Herbstlaub

buntes Herbstlaub der Rotbuche
Die Rotbuche gehört zu den Bäumen mit dem schönsten Herbstlaub.

„Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter an …“ So schön wie kaum ein anderer hat der Lyriker Peter Hacks das Schauspiel beschrieben, das uns jedes Jahr aufs Neue im Herbst bezaubert. Bäume und Sträucher erstrahlen zu dieser Jahreszeit in den buntesten Farben. Wir zeigen die Bäume mit dem schönsten Herbstlaub.

Buntes Herbstlaub: warum eigentlich?

Man kann die Uhr danach stellen: Ende September, Anfang Oktober beginnt in der Regel der goldene Herbst. Die Natur erfreut uns um diese Jahreszeit verlässlich mit einem Feuerwerk der Farben. Bäume und Sträucher legen ihr buntes Herbstlaub an, im besten Fall beleuchtet von strahlendem Sonnenschein. Aber warum werden die Blätter vieler Laubgehölze eigentlich so bunt um diese Zeit?

Überlebenskampf: Weniger Licht und Wasser

Hintergrund: Was uns so erfreut, ist eigentlich ein Überlebenskampf. Die Bäume müssen Vorkehrungen treffen, um den harten Winter zu überstehen. Die zu bewältigenden Herausforderungen sind: weniger Licht und weniger Wasser. Dafür haben viele Laubbäume eine erfolgreiche Strategie entwickelt.

Im Herbst werden die Tage kürzer und damit gibt es weniger Licht. Daher fährt der Baum die Photosynthese zurück. Bei diesem Prozess wird das Kohlendioxid der Luft mithilfe von Wasser aus dem Boden in Traubenzucker und Sauerstoff umgewandelt. Dafür nutzt er im Frühling und Sommer das Chlorophyll, den grünen Farbstoff in den Blättern.

Abwurf der Blätter schützt vor dem Vertrocknen

Während der lichtarmen Zeit nun, im Herbst und Winter, drückt der Baum sozusagen auf die Pausentaste und tritt in eine Ruhephase ein. Das Chlorophyll wird abgebaut und die Bestandteile neben anderen wichtigen Nährstoffen bis zum Neuaustrieb in den Wurzeln, Ästen und im Stamm eingelagert. So ist der Baum gerüstet für den Neuanfang im Frühjahr. Mit dem Abbau des Chlorophylls kappen die Bäume gleichzeitig die Wasserleitung zu den Blättern. Diese vertrocknen über kurz oder lang und fallen zu Boden.

Trockenes Herbstlaub am Boden.
Herbst: Vertrocknete Ahornblätter liegen auf dem Boden. – C. Dreckmann

Würden die Bäume ihre Blätter nicht abwerfen, drohte ihnen selbst das Schicksal des Verdorrens. Denn Bäume verdunsten einen Großteil des Wassers, welches sie über die Wurzeln aufnehmen, wieder über die Blätter. Im Winter steht aber weniger Wasser zur Verfügung. Wenn es im Boden gefroren ist, können die Wurzeln es nicht aufnehmen und an den Baum weiterleiten. So könnten Bäume bei längerem Frost vertrocknen, wenn über die Blätter weiterhin das Wasser verdunsten würde. Also weg mit den Blättern!

Stunde der unterdrückten Farbpigmente

Der eindrucksvolle Nebeneffekt, bevor dies geschieht, sind Bäume mit dem schönsten Herbstlaub. Denn sobald der dominierende grüne Farbstoff aus den Blättern verschwunden ist, schlägt die Stunde der bis dahin unterdrückten anderen Pigmente. Carotine und Xanthophylle werden nun sichtbar und verleihen den Blättern, wie die Namen schon andeuten, die typischen gelb-orange-braunen Töne. Anthocyane wiederum, im Zellsaft nahezu aller höheren Landpflanzen vorkommende Farbstoffe, sind für das dunkle, knallige Rot verantwortlich.

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

aus „Bunt sind schon die Wälder“ von Johann Gaudenz von Salis-Seewis

Bäume mit dem schönsten Herbstlaub

Sie wollen sich diese wunderbar bunten Herbstfarben direkt in den Garten holen? Dann haben wir für Sie hier eine Liste der Bäume mit dem schönsten Herbstlaub:

Ginkgo – ein Traum in Gold (Ginkgo biloba)

Gold, goldener, Ginkgo! Er ist das Symbol für einen goldenen Herbst. In leuchtendem Gelb präsentiert er weithin sichtbar sein typisches Herbstgewand. Leicht zu erkennen an der charakteristischen Fächerform der Blätter – daher auch der Name Fächerblatt- oder Elefantenohrbaum.

  • Wuchs: kegelförmig, aufrecht wachsend, Höhe: ca. 20 Meter
  • Standort: Platz an der Sonne, warm und hell bzw. Halbschatten (junge Bäume), bodentolerant und hitzeverträglich, widerstandsfähig bei Luftverschmutzung, windfest
  • Pflege: wenig gießen, Boden leicht feucht halten, Staunässe vermeiden, alle zwei bis drei Wochen düngen (März bis November)

Der Ginkgo ist nicht nur pflegeleicht, sondern hat einen Riesen-Vorteil: Als derart uralte Baumart hat er alle potenziell gefährlichen Widersacher überlebt. Daher gibt es in Europa einfach keinerlei Schädlinge und Krankheiten mehr, die ihm gefährlich werden könnten.

Ginkgo – ein lebendes Fossil

Kurios: Der Ginkgo ist ein lebendes Pflanzenfossil. Entstanden ist die Baumart zu Beginn des geologischen Zeitalters Trias. Das war vor rund 250 Millionen Jahren. Gegenwärtig kommt der Ginkgo als Wildpflanze nur noch in einer kleinen chinesischen Bergregion vor. Zudem wird er als Tempelbaum verehrt und ist in ganz Ostasien und immer mehr auch in Europa ein beliebter Gartenbaum. Botanisch gesehen handelt es sich um eine Sonderform, da er sich weder den Laubgehölzen noch den Nadelgehölzen eindeutig zuordnen lässt. Denn trotz des Laubs ist er ein Nacktsamer, wie die Nadelgehölze.

Amberbaum – feuriger Amerikaner (Liquidambar styraciflua)

Der Amerikanische Amberbaum hat eine unverkennbare Blattform. Sie erinnert an eine Hand, aber ebenfalls ein wenig an ein Meerestier. Daher wird der Baum auch Seesternbaum genannt. Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein süßer Duft. Schön anzusehen ist auch die korkartige Rinde. Berühmt jedoch ist der Amberbaum für seine prächtige Herbstfärbung. Er ist wahrlich ein Vorzeigeexemplar für Bäume mit dem schönsten Herbstlaub. Denn um diese Jahreszeit erstrahlen die auffälligen Blätter in einem feurigen intensiven Purpurrot.

  • Wuchs: kegelförmig, aufrecht wachsend, Höhe: 10 bis 30 Meter
  • Standort: sonnig, winterhart
  • Pflege: nur kalkfreies Wasser, am besten Regenwasser, anspruchslos bei der Bodenart, Boden feucht halten

Essigbaum – attraktiver Kolben-Sumach (Rhus typhina)

Der Essigbaum beeindruckt mit seiner außergewöhnlichen Erscheinungsform. Ein wenig wie ein Relikt aus den Wäldern der Dinosaurierzeit erscheint dieser eindrucksvolle Blickfang. Verantwortlich dafür sind die hängenden, charakteristisch gefiederten Blätter. Das erinnert vom Erscheinungsbild an Riesenfarne. Im Sommer sattgrün, schillern sie im Herbst in leuchtendem Gelb, Orange und Scharlachrot. Außergewöhnlich sind auch die bis zu 20 Zentimeter langen Blütenstände. Mitte Juli entwickeln sich daraus dunkelrote, behaarte Fruchtkolben. Diese schmücken den Baum noch bis in den Winter hinein. Daher auch der Name Kolben-Sumach.

  • Wuchs: eigenwillig verzweigt, oft mehrstämmig, breite, runde Krone, Höhe: 4 bis 6 Meter
  • Standort: sonnig, hitzeverträglich, Pioniergehölz, anspruchslos bei der Bodenart, besser trockener Boden, keine Staunässe
  • Pflege: pflegeleicht und robust, winterhart bis zu minus 20 Grad Celsius, Rhizomsperre verhindert ausuferndes Wachstum in die Breite

Ahorn – bunte Artenvielfalt (Acer)

Der König der Herbstfärbung ist zweifelsohne der Ahorn. In einer Aufzählung der Bäume mit dem schönsten Herbstlaub darf er auf keinen Fall fehlen. Bei mehreren Hundert Arten fällt die Entscheidung schwer, die Nummer 1 zu küren. Schön anzusehen sind sie alle. Zucker-, Silber- und Rot-Ahorn zählen zu den typischen Vertretern des berühmten „Indian Summer“ in Nordamerika. Hierzulande bezaubern der heimische Berg-, Feld- und Spitz-Ahorn im Herbst.

Mehr und mehr sind allerdings auch in Europa der Japanische Ahorn (Acer japonicum), der Fächerahorn (Acer palmatum) und der Goldahorn (Acer shirasawanum) zu finden. Diese aus Ostasien stammenden Arten bringen mit ihren filigran gefächerten Blattformen und der breiten, schirmartigen Krone einen Hauch von Exotik in den Garten und bezaubern oft ganzjährig mit einem farbintensiven Laub. Welcher Ahorn zum eigenen Garten passt, darüber sollte man sich vor dem Pflanzen jedoch bei Fachleuten ausgiebig informieren, da einige Sorten beachtliche Größen erreichen können.

Spitz-Ahorn – einfach spitze (Acer platanoides)

Mit frechen Spitzen und einem eindrucksvollen Farbverlauf im Herbst sind die Blätter des Spitz-Ahorns der Hingucker. Erst saftig grün, dann goldgelb mit roten Farbakzenten versehen, sind sie hierzulande das Symbol für schönes Herbstlaub. Mit einer stattlichen Höhe von 20 bis 30 Meter ist der Großbaum nichts für den kleinen Garten, aber sehr oft als Straßenbaum oder in Parks zu finden. Sein natürlicher Lebensraum sind Laub – und Mischwälder in Westeuropa. Auch in Südskandinavien bis hin zum Kaukasus ist er anzutreffen. Eine Zuchtform des Spitz-Ahorns ist der Kugelahorn. Die maximal sechs Meter hohen Exemplare tragen eine wunderbar kompakte, kugelige Krone und sind als Gartenbäume sehr gut geeignet und äußerst beliebt.

  • Wuchs: einstämmig, kugelförmige, ausladende Krone, Höhe: 20 bis 30 Meter
  • Standort: sonnig bis halbschattig, hitzeverträglich, Boden: lehmig und kalkhaltig
  • Pflege: pflegeleicht, Mulchschicht um den Wurzelbereich, Kompost im Frühjahr bei Sandböden

Perückenbaum – origineller Blickfang (Cotinus coggygria)

Der Perückenbaum oder Perückenstrauch ist ein außergewöhnlicher Blickfang im Garten. Grund dafür sind die bauschigen Fruchtstände, denen er seinen Namen verdankt. Die federartigen Büschel erinnern an Perücken der feinen Gesellschaft im Barock. Sie bilden sich etwa ab Juli aus den attraktiven, filigran verzweigten bis zu 20 Zentimeter langen Blütenrispen. Wegen seines außergewöhnlich farbenfrohen Herbstlaubs ist er außerdem bekannt als Venezianischer Sumach oder Färbersumach. Denn wie der Essigbaum gehört das Gewächs zur Sumach-Familie. Dementsprechend trumpft es im Herbst mit einem ähnlichen Farbenfeuerwerk der Blätter auf: von gelb, orange bis hin zu leuchtendem Scharlachrot.

  • Wuchs: sparrig, breitwüchsig, Höhe: drei bis fünf Meter, Rinde mit Korkwarzen
  • Standort: sonnig, warm, Boden: gut durchlässig, kiesig bis lehmig, kalkhaltig
  • Pflege: anspruchslos, winterhart, trockenheit- und hitzeresistent

Felsenbirne – ganzjährige Augenweide (Amelanchier)

Wunderschöne Herbstfärbung, bronzefarbener Neuaustrieb, bienenfreundliche weiße Blütenpracht, blauschwarze, beerenartige Apfelfrüchte – die Felsenbirne ist eine ganzjährige Augenweide. Ob als Strauch oder in der Variante als malerischer Kleinbaum: Sie zieht zu jeder Jahreszeit die Blicke auf sich. Ursprünglich als Obstgehölz in Amerika angebaut, trifft man in Europa vor allem die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) und die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) an. Letztere kann bis zu sechs Meter hoch werden, bildet eine schirmartige Krone und verzaubert mit dem markanten kupferfarbenem Blattschmuck. Übrigens: Die Früchte nutzte man früher als Korinthenersatz. Daher hat die Felsenbirne auch die Beinamen „Korinthenbaum“ oder „Rosinenbaum“.

  • Wuchs: Kleinbaum oder Strauch, mehrstämmig, schirmförmige Krone, hängende Äste, Höhe: zwei bis sechs Meter
  • Standort: sonnig bis halbschattig, frostverträglich, Boden: leicht sandig, durchlässig, kalkhaltig
  • Pflege: pflegeleicht, wenig Rückschnitt erforderlich, im Frühjahr düngen

Dies sind nur einige Empfehlungen für Bäume mit dem schönsten Herbstlaub. Bevor man jedoch seinen Favoriten im eigenen Garten anpflanzt, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Baumpfleger zu Rate zu ziehen. Baumprofis beraten fachgerecht bei Standortauswahl und mit Pflegetipps. Wer ganzjährig auf knallige Farben im Garten steht, für den gibt es ebenfalls attraktive Lösungen. Denn eine Reihe von Pflanzen tragen durchgängig Rot. Dazu zählen beispielsweise Purpurbuche, Blutpflaume, der Rotblättrige Fächerahorn und der Kanadische Judasbaum. Also: Mut zur Farbe!

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