Arbeiter mit Kletterausrüstung fällt einen Baum

Schnittzeiten und Naturschutz

Wann darf ich Bäume schneiden oder fällen?

Ist es schon schwierig, die für Bäume geeigneten Schnittzeiträume zu bestimmen und festzulegen, so wird die Sache durch rechtliche Regelungen von Schnittzeiträumen nicht leichter. Wer nun meint, dass die Rechtsfrage leichter zu beantworten sei, als die komplexen Wechselwirkungen hinsichtlich der Baumphysiologie zu überblicken, der täuscht sich. Immer wieder sind nicht nur Laien, sondern auch Baumpfleger und Baumbesitzer, ja sogar Kommunen und Behörden verunsichert, wann sie aus rechtlicher Sicht Bäume schneiden dürfen.

Herumgeisternde Gerüchte und Aussagen

Fällungen sind verboten von März bis Oktober

Von März bis Oktober nur Heckenschnitt erlaubt

Starke Schnittmaßnahmen müssen von März bis Oktober unterbleiben

Hintergrund für die allgemeine Verunsicherung, die nicht nur bei privaten Baumbesitzern, sondern auch bei Kommunen und Baumpflegern auftrat, war die Novellierung des Paragraphen 39 (5) im Bundesnaturschutzgesetz. Zum einen wurde Gehölz- und Baumpflege mit Belangen des Artenschutzes in Verbindung gebracht. Zum anderen wurden Begrifflichkeiten gewählt, die hohen Interpretationsspielraum zulassen (zum Beispiel der Begriff „gärtnerisch genutzte Grundflächen“).

Die Diskussion ist zwar noch nicht einheitlich zu Ende geführt, da die einzelnen Bundesländer und die zuständigen Landesbehörden den Paragraphen unterschiedlich interpretieren, beziehungsweise eigene Regelungen haben (Es gilt: Bundesrecht steht immer über Landesrecht!). Es sieht aber so aus, dass sich die Definition der Autoren des Büchleins „Baumpflege im Jahresverlauf“ mit ihrer Darlegung und Interpretation durchgesetzt haben (Ausnahmen sind derzeit wohl noch Bayern und Hamburg). Das wäre auch zu wünschen, denn es stehen weitere und wichtige Diskussionen an wie derzeit das Thema Artenschutz. Hierzu bedarf es einer einheitlichen Sprachregelung.

Folgt man der Logik dieses Buches, ist es gar nicht so kompliziert. Es würde gelten:

Von wenigen Ausnahmen abgesehen (Artenschutz) dürfen Bäume das ganze Jahr geschnitten und gefällt werden!

Buch-Tipp: Baumpflege im Jahresverlauf

Schnittzeiten im Einklang mit dem Naturschutz

  • Heiner Baumgarten, Dirk Dujesiefken, Thomas Rieche
  • Taschenbuch, 64 Seiten
  • Haymarket Media
  • erhältlich bei Freeworker

Kurzfassung Fällung von März bis Oktober

JA
im Wald und in gärtnerisch genutzten Grundflächen (siehe Entscheidungshilfe Standortgruppe 1)

NEIN
bei Einzelbäumen in Natur und Landschaft, Alleen und dem Straßenbegleitgrün (siehe Entscheidungshilfe Standortgruppe 2)

Erklärung

Sämtliche Baumpflegemaßnahmen (schonende Form- und Pflegeschnitte, Sondermaßnahmen gemäß ZTV-Baumpflege, Fällungen) können grundsätzlich das ganze Jahr durchgeführt werden, sofern kein Landesrecht, keine Baumschutzsatzung oder keine naturschutzrelevanten Punkte dagegen sprechen.

Das Fällen oder die Durchführung von Sondermaßnahmen sind lediglich für Bäume außerhalb von gärtnerisch genutzten Flächen in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September grundsätzlich verboten. Dies betrifft Straßenbäume, Alleebäume und Solitärbäume in der freien Landschaft – für den Privatbaumbesitzer sicherlich kein Thema, aber für Baumpfleger und Kommunen.

Dagegen ist es aber verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden. Informationen zum Heckenschnitt und was wann erlaubt ist, finden Sie im Artikel „Hecken richtig schneiden“.

Nähere Hinweise finden sich in der leicht abgeänderten Entscheidungshilfe (siehe unten) aus dem Büchlein „Baumpflege im Jahresverlauf“.

Entscheidungshilfe Zulässigkeit von Baumpflegemaßnahmen

SCHRITT 1
Gehört der Baum zur
Standortgruppe 1  – Gärtnerisch genutzte Grundflächen (=Hausgärten, Kleingartenanlagen, Grünanlagen wie Parks, Sportplätze und Friedhöfe), Wald und Kurzumtriebsplantagen
oder zu
Standortgruppe 2 – Einzelbäumen in Natur und Landschaft, Alleen und dem Straßenbegleitgrün?

Standortgruppe 1 – Gärtnerisch genutzte Grundflächen (=Hausgärten, Kleingartenanlagen, Grünanlagen wie Parks, Sportplätze und Friedhöfe), Wald und Kurzumtriebsplantagen

Schritt 2Schritt 3Schritt 4Schritt 5Schritt 6
Welche Maßnahme ist geplant?Zulässig nach §39 (5) BNatSchG?Gibt es abweichendes Landesrecht?Gibt es eine Baumsatzung?Liegen konkrete naturschutzrelevante Gründe (Nist- oder Ruhestätten) vor?
Pflegemaßnahme nach ZTV-Baumpflege 2017

Jederzeit zulässig

prüfen a

prüfen b

bei Vorliegen unzulässig

Fällen/Sondermaßnahmen nach ZTV-Baumpflege 2017

Jederzeit zulässig

prüfen a

prüfen b

bei Vorliegen unzulässig

Unaufschiebbare Verkehrssicherungs-Maßnahme

Jederzeit zulässig

prüfen a

prüfen b

bei Vorliegen unzulässig

• Ausnahmegenehmigung c

Standortgruppe 2 – Einzelbäumen in Natur und Landschaft, Alleen und dem Straßenbegleitgrün

Schritt 2Schritt 3Schritt 4Schritt 5Schritt 6
Welche Maßnahme ist geplant?Zulässig nach §39 (5) BNatSchG?Gibt es abweichendes Landesrecht?Gibt es eine Baumsatzung?Liegen konkrete naturschutzrelevante Gründe (Nist- oder Ruhestätten) vor?
Pflegemaßnahme nach ZTV-Baumpflege 2017

Jederzeit zulässig

prüfen a

prüfen b

bei Vorliegen unzulässig

Fällen/Sondermaßnahmen nach ZTV-Baumpflege 2017

01. März bis 30. September unzulässig

01. Oktober bis 28. Februar zulässig

prüfen a

prüfen b

bei Vorliegen unzulässig

• behördlich angeordnet

• unaufschiebbare Verkehrssicherung

• zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft

• zulässige Bauvorhaben (ca. 10% des Bewuchses)

Jederzeit zulässig

prüfen a

prüfen b

zulässig, wenn Ausnahmegenehmigung §45 Abs. 7 BNatSchG oder behördlich angeordnet

Hinweis a – Wenn ja, dann an Landesrecht halten, ggf. Ausnahmegenehmigung nach Landesrecht notwendig

Hinweis b – Wenn ja, dann an Baumschutzsatzung halten, ggf. Ausnahmegenehmigung nach Baumschutzsatzung

Hinweis c – Ausnahmegenehmigung §45 Abs. 7 BNatSchG, behördliche Anordnung einholen

Schonende Form-und Pflegeschnitte in der ZTV-Baumpflege 2017

Die neue Ausgabe der ZTV-Baumpflege setzt sich auch mit der Klärung neuer Begrifflichkeiten auseinander. Dazu zählen auch die schonenden Form- und Pflegeschnitte, die im Bundesnaturschutzgesetzt genannte werden. Um eine Einheitlichkeit zu ermöglichen, führt die ZTV nun alle Maßnahmen auf, welche in diesen Bereich fallen.

Die ausführliche Erklärung finden Sie in der ZTV-Baumpflege 2017 auf Seite 14 im Kapitel 0.2.2: Schonende Form- und Pflegeschnitte.

  1. Jungbaumpflege (Erziehungs- und Aufbauschnitt)
  2. Kronenpflege
  3. Lichtraumprofilschnitt
  4. Totholzentfernung
  5. Entfernung von Stamm- und Stockaustrieben
  6. Formschnitt
  7. Kopfbaumschnitt

Tipps für Baumpfleger

Damit Sie in der Zeit von März bis Oktober keine Vorschriften verletzten, empfehle ich zusätzlich folgendes Vorgehen:

  1. Überblick über das jeweils geltende Landesrecht verschaffen. Zuständig sind die Landesbehörden.
  2. Bei den jeweiligen Gemeinden erkundigen, ob es eine Baumschutzsatzung gibt.
  3. Zwischen März und Oktober vor jeder Maßnahme prüfen, ob naturschutzrelevante Gründe vorliegen. Zugegeben, dies ist die schwierigste Aufgabe, zu erkennen, was denn naturschutzrelevant ist. Für Profis empfehle ich entsprechende Kurse.

Bei der Baumpflege den Artenschutz zu berücksichtigen, dagegen sträubt sich wahrscheinlich niemand. Brütenden Vögeln gewährt der Baumpfleger in den meisten Fällen gerne den Vorrang vor dem heckenschnitt. Und Bäume mit nistenden Fledermäusen lässt er auch gerne in Ruhe, wenn nicht Gefahr im Verzug ist und aus Sicherheitsgründenzu handeln ist. Für Fachfirmen ist es allerdings wichtig, sich in das Themengebiet „Artenschutz“ einzuarbeiten. Dies geht nicht im Handumdrehen, jedoch ist der Artenschutz für Firmen und aktive Baumpfleger ein spannendes und interessantes Thema.

So gewappnet ist es kein Problem, das ganze Jahr hindurch Baumpflegemaßnahmen durchzuführen, sofern kein Landesgesetz oder Gemeindeverordnung dagegen steht.

Der Autor: Johannes Bilharz

Stellungnahme von Prof. Dr. Dirk Dujesiefken

Mitautor des Buches Baumpflege im Jahresverlauf

Die kontroverse Diskussion ist mir seit Jahren wohl bekannt. Wir haben das alte Problem, dass viele Leute vom Hörensagen etwas kennen, aber keine fundierte Kenntnis haben.

Zum Begriff „gärtnerisch genutzte Grundflächen“ haben wir in dem Buch „Baumpflege im Jahresverlauf“ mit verschiedenen Verbänden und mehreren Juristen zusammengearbeitet. Das hat uns die Sicherheit gegeben, die dort vorgestellten Definitionen in dieser Form zu veröffentlichen. Das Buch ist vor nunmehr über zwei Jahren erschienen.

In der Zwischenzeit gab es von keiner Seite fundierte gegenteilige Auffassungen oder gar den Nachweis von Fehlern. Die Recherchen des Rechtsanwaltes Thomas Rieche Anfang diesen Jahres ergaben, dass inzwischen von juristischer Seite fast ausschließlich auf unsere Definitionen zurückgegriffen wird. Man kann also sagen, dass sich diese durchgesetzt haben. In unserem Buch haben wir hierzu bereits in einem anderen Tenor geschrieben.

Für die Praxis müssen wir allerdings hervorheben, dass es in verschiedenen Bundesländern noch ältere Regelungen gibt, die eine andere Interpretation von „gärtnerisch genutzten Grundflächen“ haben. Hamburg und Bayern zählen dazu. Von Hamburg weiß ich, dass die Stadt gemeinsam mit dem Fachverband an einer Überarbeitung der zurzeit noch gültigen Regelungen arbeitet. Anlass für diese Überarbeitung ist unser Buch.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass wir den Prozess der Vereinheitlichung vorangetrieben haben. Eine einheitliche Sprachregelung im gesamten Bundesgebiet ist aber zurzeit noch nicht hergestellt. Man muss also Landesgesetze und andere Verordnungen jeweils sorgfältig lesen. Das bleibt einem nicht erspart.

Ihr Baumpfleger vor Ort weiß Rat!

Sie sind sich unsicher, ob sie einen Baum fällen oder schneiden dürfen? Oder Ihnen erscheint die Aufgabe zu anspruchsvoll? Baumexperten aus Ihrer Nähe helfen Ihnen gern bei der Pflege und Arbeiten an Ihren Bäume. Mit der Suchfunktion des Baumpflegeportals finden Sie schnell einen passenden Baumpfleger.

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25 Kommentare
  1. Tina
    Tina sagte:

    In paderborn überall werden immer bäume,büsche ,hecken usw.geschnitten auch jetzt grade. Wir haben keine vögel mehr,nur ganz wenige. Alles ist nur beton. Abgase ohne ende und windiger ist es durch fehlendes grün wie hecken auch geworden. Es muß doch ein gesetz her die naturzu erhalten.

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Tina,
      Leider lassen sich nicht immer alle Interessen vereinbaren. Städte profitieren stark von Büschen und Bäumen, welche das Klima regulieren, Stäube filtern und Sauerstoff produzieren. Im Laufe der letzten Jahre wurden immer mehr Forschungsaufträge für grünere Städte vergeben. Es bleibt zu hoffen, dass sich unsere Umwelt weiterhin in Richtung einer naturnaherern Lebensweise entwicklen wird.

      Antworten
  2. Greco
    Greco sagte:

    Hallo zusammen, Ich wollte sagen, dass diesen Artikel war sehr gründlich geschrieben, und Ich wollte Ihnen auch dafür danken!

    Ich habe noch eine Frage. Haben Sie noch spezifische Tipps für Baumfällen die zum spezifische Bäume gehören? Danke.

    Antworten
  3. SR
    SR sagte:

    Es wird immer davon ausgegangen, dass Form- und Pflegeschnitte schonend/fachgerecht erfolgen.
    Wie sieht es aber aus, wenn der „Pflegeschnitt“ NICHT fachgerecht durchgeführt wird und daher keine Pflege darstellt? Z. B. massive Kappungen (und das u. U. auch noch jährlich am selben Baum), Hecken-/Gehölzschnitt mit dem Mulcher und dadurch regelrecht „zerfetzte“ Schnittstellen, nachfolgend oftmals Absterben und Pilzbefall ganzer Äste oder Jungbäume.
    Gibt es hierzu eine Interpretation des Bundesnaturschutzgesetzes, welche diese Maßnahmen ebenso als Ordnungswidrigkeit einstuft?
    Wer ist zuständig, wenn diese nicht fachgerechten Maßnahmen von der Kommune selbst durchgeführt oder beauftragt wurden und keinerlei Einsicht mangels eigenem Fachwissen beim Auftraggeber vorliegt?

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag,
      Danke für Ihren Kommentar. Sie haben völlig recht, diese Fälle sind bisher nicht im Bundesnaturschutzgesetz aufgeführt. Ich nehme an das liegt daran, dass es keine einheitliche Lehre oder Berufsbezeichnung gibt, in der auch die korrekte, fachgerechte Durchführung festgelegt ist. Dennoch zählen Kappungen (mit Ausnahme des Kopfbaumschnittes) nicht zu schonenden Pflegemaßnahmen. Es sind starke Eingriffe. Auch, wenn nach Bundesnaturschutzgesetz für einen schonenden Form-und Pflegeschnitt keine Genehmigung eingeholt werden muss, so ist dennoch jeder Baumpfleger für seine Arbeit selbst verantwortlich. Ist die Arbeit nicht schonend durchgeführt, so hat die untere Naturschutzbehörde das Recht, hier auch nachträglich Strafen zu verhängen. Diese fallen mitunter recht heftig aus oder führen zu Ersatzleistungspflicht. Das wird aber immer im Einzelfall entschieden.

      Antworten
  4. Horst Wagner
    Horst Wagner sagte:

    Eigentlich ist es schon fast egal, ob hier fachgerecht oder nicht fachgerecht gearbeitet wird. Tatsache ist, dass heutzutage die Windgeschwindigkeiten zunehmen und auch die Lärmpegel insgesamt anschwellen. Jeder sollte sich darüber im Klarem sein, das jeder gefällte Baum, Strauch oder Hecke keinen Wind mehr brechen bzw. keinen Ton mehr dämpfen kann. Das ist in unserem Land aber anscheinend egal, denn hier finden an diversen Orten (Autobahnen, Straßen und auch Flussläufen) „Pflegemaßnahmen“ statt d.h. 5cm über dem Erdboden wird abgeschnitten. Ich glaube nicht, dass hier vom „Auftraggeber“ nachkontrolliert bzw. jemals eine Strafe von der zuständigen Behörde erteilt wurde. Die meisten „Besitzer oder Verwalter“ von diesen „Naturstreifen“ haben ja kein eigenes „Pflegepersonal“ mehr sondern sind von Subunternehmern abhängig und die muss man sich „warmhalten“. Bei uns finden übrigens gerade soche Massnahmen in den Isarauen statt. Warum??????

    Antworten
  5. Jan Hoffmann
    Jan Hoffmann sagte:

    Sehr guter Beitrag!
    Allerdings hab ich eine Bitte: das PDF, welches ihr zum Download anbietet, enthält einen Fehler.
    Siehe „Standortfruppe 2 – Fällen/Sondermaßnahmen nach ZTV-Baumpflege 2017 – 01. März bis 30. September unzulässig, 01. Oktober bis 28. März zulässig.“ Hier muss Februar stehen!!
    Bitte um Änderung.
    Viele Grüße

    Antworten
  6. sebastian
    sebastian sagte:

    Hallo . wir wollen am We. eine Tanne fällen.
    Sie steht bei mir sehr dicht am haus und mittlerweile sind die Fenster sehr zugewachsen.

    brauche ich eine Fällgenehmigung?
    Es soll ja auch ein neuer Baum gepflanzt werden etwas neben den Fenstern

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Sebastian. Da sich der Baum in deinem Garten befindet brauchst du an sich keine Genehmigung. Dennoch musst du auf 2 Dinge achten: Nisten bereits Vögel in deinem Baum? Hat er Höhlungen oder andere Nischen, die als potentieller Lebensraum dienen können? Wenn du das selber nicht beurteilen kannst, musst du jemanden kommen lassen, der nachschaut, dass auch wirklich kein Tier zu Schaden kommt, wenn du den Baum fällst. Das zweite ist die Baumschutzsatzung in deiner Gemeinde/Stadt. Hat sie eine, so musst du dich daran halten. Oft sind Bäume über einem Stammdurchmesser von 60 cm bereits geschützt und dürfen nur mit einer Fällgenehmigung gefällt werden. Mach dich hierfür bei der Zuständigen Stelle schlau. Fällst du den Baum, obwohl er Lebensraum für geschützte Arten war, oder eine Baumschutzverordnung vorlag, so machst du dich strafbar. Am besten rufst du einen aus deiner Region an. Der kann dir sagen, auf was du achten musst und ob dein Baum gefällt werden darf.
      Achte bitte auch bei der Neupflanzung darauf, dass fast alle Bäume sehr hoch werden. Laubbäume entwickeln zudem noch ausladende Kronen. Vielleicht pflanzt du lieber eine Säulen- oder Zwergform, die in deinen Garten passt. So verhinderst du, dass der Baum in 30 Jahren erneut gefällt werden muss.

      Antworten
  7. Nathalie
    Nathalie sagte:

    Dürfen Fachbetriebe im Bereich Baumpflege und Fällung Hecken auch in der Zeit von 01.03.- 30.03. Hecken roden? Es nisten natürlich keine Vögel etc. in der Hecke.

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Nathalie, danke für deine Frage. Auch ein Fachbetrieb muss sich an die Regeln halten. Diese besagen, dass Hecken „auf Stock setzen“, also roden, von März bis Oktober verboten ist. Hier gibt es allerdings Ausnahmen. Im privaten Garten gilt diese Regelung nicht, solange – wie du schon geschrieben hast – keine Tiere beeinträchtigt werden. Aber Vorsicht: auch im Hausgarten gelten Regeln, wie beispielsweise die Baumschutzsatzung, die von den Gemeinden und Städten herausgegeben wird. Auch Hecken können hiervon betroffen sein. Ist das der Fall, braucht auch ein Fachbetrieb eine Genehmigung, um die Hecke zu roden. Frag doch mal in deiner Gemeinde nach, ob es eine Baumschutzsatzung gibt oder wende dich an die untere Naturschutzbehörde. Damit bist du auf der sicheren Seite. Allgemein ist es immer schön, die Hecke, die man rodet, wieder mit neuen Gehölzen (eventuell an anderer Stelle) zu ersetzen. Sie haben zahlreiche Funktionen für unsere Umwelt und sind Lebensraum und Nahrung für Tiere.

      Antworten
  8. Nadine
    Nadine sagte:

    Hallo, wir haben ein Ahorn der bei uns am Geragenhof steht . Der Baum gehört nicht mehr zur Stadt sondern den 10 Gerageneigentümer seine Äste gehen bei uns schon an die Fassade und an die Terassenüberdachung dürfen wir ihn so stutzen oder müssen wir jetzt von allen 10 Leuten das Okay holen ? Und dürfen wir es ohne Genehmigung ?

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Nadine, wenn der Baum allen 10 Bewohnern gehört, müsstest du auch alle 10 Bewohner fragen. Es geht auch darum, wie viel du schneidest. Einfach einen Ast mittig abschneiden schadet ihm, da an dieser Stelle Pilze eindringen, die den Baum langsam abtöten. Besser suchst du dir einen Baumpfleger. Er weiß wie er einen Baum fachgerecht einkürzt, ohne zu große Wunden oder Stummel zu verursachen. Die Kunst liegt im Ableiten auf jüngere, kleine Äste und den Schnitt auf Astring. Das OK musst du dir aber auf jeden Fall holen. Normalerweise verkraften Bäume einen moderaten, fachlich korrekten Rückschnitt gut und überwallen die Wunden. Dennoch ist es ein Eingriff und sollte mit allen Besitzern abgesprochen sein. Eine Genehmigung brauchst du normalerweise nicht. Der leichte Schnitt eines Baumes auf privatem Grund fällt nicht in den Geltungsbereich der Schnitt- und Fällverbote von März bis Oktober. Wohl aber in den Bereich des Natur- und Artenschutzes. Dieser besagt, dass zum Beispiel auf brütende Vögel Rücksicht zu nehmen ist. Auch kann es eine Baumschutzverordnung in deiner Gemeinde geben, die Schnitt und Fällungen regelt. Am besten frägst du in der Gemeinde nach oder bittest einen Baumpfleger um Hilfe. Der Fachmann weiß, welche Regeln in seinem Einzugsgebiet gelten.

      Antworten
  9. Tine
    Tine sagte:

    Guten Tag,
    die oben stehende Systematisierung ist sehr übersichtlich,
    aber: diese Einschränkung „außerhalb gärtnerisch genutzter Grundflächen“ bezieht sich dem Gesetzestext nach nur auf Bäume! Dort steht „Bäume, die“ ….“außerhalb gärtnerisch genutzter Grundflächen stehen,“ und dann kommt die weitere Aufzählung „Hecken, lebende Zäune…“ Das heißt: bei Hecken darf man unabhängig vom Standort nicht von März bis Oktober handgreiflich werden!
    Vor allem stellt sich die Frage: warum auch? Warum muss man in dieser Zeit an den Bäumen oder Sträuchern tätig werden? So absolut sicher kann sich doch keiner sein, dass da nicht doch ein Vogel oder ein kleiner Schläfer, ein Eichhörnchen oder sonstwas zu gange ist, die hängen doch kein Namensschild an der Baum!
    Grundsätzlich ist für mich nicht nachvollziehbar, warum man dieses Verbot derart abgeschwächt bzw. für normale Gartenbesitzer gekippt hat, wenn Herrn Müller von nebenan ein Baum im Weg steht, ist dem sicher das Vogelnest egal. Wahrscheinlich erkennt er es nicht mal.
    Unverständlich!

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Vielen Dank für den Hinweis. Das Heckenthema behandeln wir noch einmal in einem seperaten Beitrag. Wir haben aber einen kleinen Hinweis jetzt auch in diesen Beitrag eingebaut.

      Viele Grüße
      Redaktion

      Antworten
  10. Michaela Muck
    Michaela Muck sagte:

    Guten Tag,

    wir wollen unser Hanggrundstück begradigen und dazu an der Grundstücksgrenze eine Mauer aus L Steinen setzen. Leider stehen genau auf der Grundstücksgrenze (als auf unserem priv. Grundstück) 2 Laubbäume. Dürfen wir diese im Zuge der Baumaßnahme jetzt fällen lassen. Die Bäume sind ca. 4 m hoch.

    Danke

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo, ob Sie die Bäume fällen lassen dürfen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Stehen die Bäume im Garten, gelten die Fällverbote des Bundesnaturschutzgesetzes nicht. Dennoch müssen Sie den Artenschutz beachten. Brüten Vögel in den Bäumen oder nutzen ihn Säugetiere zum Leben, dürfen Sie die Bäume erst in der Vegetationsruhe fällen. Außerdem ist es möglich, dass es in Ihrer Stadt/Gemeinde einen Baumschutzsatzung gibt. Diese gibt vor, welche Bäume gefällt werden dürfen, und welche nicht. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Gemeinde und fragen Sie einen Baumpfleger oder Baumgutachter in Ihrer Umgebung um Rat. Sie wissen, welche Regelungen in der jeweiligen Region herrschen.
      Viele Grüße, Ihr Baumpflegeportal

      Antworten
  11. P. Darsow
    P. Darsow sagte:

    Hallo,
    wir haben eine ca. 10 jährige Blutpflaume im Garten stehen, die halbe Krone ist bereits abgestorben, wir würden gerne diesen Baum fällen und eine neue Blutpflaume dort pflanzen.
    Es brüten keine Vögel in diesem Baum, können wir trotz Schonzeit diesen Baum fällen ?

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag,
      Gärten sind normalerweise (regionale Unterschiede!) von der Schnittzeiten-Regelung des Bundesnaturschutzgesetzes ausgenommen. Falls sichergestellt ist, dass weder Habitate (Höhlen, Ansitzplätze etc.) noch Nester im Baum sind und auch auch keine Baumschutzsatzung dagegen steht, sollte es möglich sein, den Baum zu fällen. Um auf Nummer sicher zu gehen, rufen Sie am besten in Ihrere Gemeinde an. Überlegen Sie sich aber gut, nochmal eine Blutpflaume an denselben Standort zu pflanzen. Falls der Baum durch einen Pilz oder ein Bakterium die halbe Krone eingebüßt hat, winkt dem neuen Baum dasselbe Schicksal. Die Erreger können viele Jahre lang im Boden überleben.
      Viele Grüße, die Redaktion des Baumpflegeportals

      Antworten
  12. MBinye
    MBinye sagte:

    Hallo,
    ich habe in allen Kommentaren von der Redaktion einen Hinweis vermisst, das es auch Bäume gibt, die unter Naturschutz stehen und für welche doch immer eine Fällgenehmigung nötig ist. Oder irre ich da?

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag,
      natürlich haben Sie recht, es gibt auch Bäume, die unter Naturschutz stehen und damit generell eine Genehmigung benötigen. Sogenannte „Naturdenkmäler“ sind Bäume, die einen besonderen Schutz-Status genießen. Jeder kann Bäume als Naturdenkmal vorschlagen. Die Auswahl kann wissenschaftliche, naturgeschichtliche, landeskundliche, kulturelle oder ästhetische Gründe haben. Oder der Baum ist besonders selten oder besonders alt. Die einzige geschützte Baumart in Deutschland ist die Eibe. Sie darf forstwirtschaftlich nicht genutzt werden und für die Fällung einer wilden Eibe benötigen Sie immer eine Genehmigung. Im Garten ist das teilweise etwas anders, je nach Standort und Gemeinde-Verordnung. Zusätzlich gibt es natürlich auch noch Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Nationalparke usw. Auch hier dürfen Bäume nicht ohne Genehmigung Bäume gefällt werden.
      Generell gilt: Sind Sie sich unsicher, ob ein Baum geschützt ist oder nicht, wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde oder fragen Sie in Ihrer Gemeinde nach. Auch Baumpfleger und Baumkontrolleure kennen die Bestimmungen in ihren Arbeits-Gebieten. Besonders vor Fällungen sollte sich jeder erst einmal bei den genannten Stellen schlau machen, vor allem wenn der Baum bereits eine stattliche Größe oder ein hohes Alter erreicht hat.

      Antworten
  13. Kostros
    Kostros sagte:

    Ich habe auf einem Privaten Campingplatz eine Dauerpazelle gemietet.Auf dieser befindet sich eine Stattliche Eiche deren Äste mein Vorzelt, Wohnwagen etc. durch Bruch beschädigen werden. Von Verletzungen die mir zugefügt werden könnten ganz abgesehen.Der Besitzer der mehrfach von mir auf diesen Zustand aufmerksam gemacht wurde,verharmlost diesen Zustand und Unternimmt keine Massnahmen diese gefährliche Angelegenheit zu regulieren. Im Mietvertrag ist geregelt,das man selbst diesen Baum nicht anzurühren hat.Ich möchte auch das Verhältnis zwischen Verpächter und meinerseits nicht trüben,da es sonst keinen Zweck hätte auf diesem Platz weiter zu mieten.

    Antworten
  14. Luise
    Luise sagte:

    Vielen Dank für die gut verständlichen Erläuterungen zum Thema Baumfällung. Ich war mir nicht sicher, inwieweit ich als Privatperson im eigenen Garten gesetzlichen Vorschriften folgen muss. Nach dem Artikel kenne ich nun die notwendigen Daten und gesetzlichen Einschränkungen, vor allem beim Heckenschnitt.

    Antworten

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