Dicker Baumstamm mit grünen Lianen wächst durch das Blätterdach

Grüne Giganten

Afrikas höchster Baum steht am Kilimandscharo

Gleich neben dem höchsten Berg Afrikas, steht ebenfalls der höchste Baum Afrikas. Versteckt in einem wenig bekannten Tal am Südhang des Berges, blieb der Baum lange im tiefen und dichten Dschungel der Berghänge des Kilimandscharo verborgen. Den Baum der Art Entandrophragma excelsum entdecken Forscher der Universität Bayreuth in diesem Jahr. Die gemessene Höhe des größten Baumes in Afrika beträgt 81,5 Meter. Zum höchsten Baum der Erde, einem Küstenmammutbaum mit dem Namen Hyperion in Kalifornien und 115,5 Metern, fehlen aber noch ein paar Meter.

Eine Klasse für sich

Die Forscher fanden in dem versteckten Bergtal mehrere riesige Exemplare von E. excelsum. Die zehn größten vermessen Bäume erreichten Höhen von 59 bis 81 Metern und überragen alle anderen Bäume des Waldes um mehr als 30 Meter. E. excelsum ist ein Mahagonigewächs und kann über 470 Jahre alt werden. Die schlanken Bäume mit den ausladenden Kronen erlangen im Laufe ihres Lebens Durchmesser von über zweieinhalb Metern.

Die höchsten Bäume Afrikas wachsen am südlichen Fuß des Kilimandscharo in einer Höhe von 1.400 bis 1.700 Metern. An den Steilhängen in den tiefen Waldtälern unterhalb des geschlossenen Bergwaldgürtels, verteilen sie sich in deutlichem Abstand voneinander. Anatomische Besonderheiten und vorteilhafte Lebensbedingungen fördern wahrscheinlich das Höhenwachstum der Bäume an diesem einmaligen Ort. Gegenüber benachbarten Gehölzen bietet die Art E. excelsum mehr Lebensraum für Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen. Gerade Farne, die auf Ästen und ihrer Rinde siedeln, sind vermehrt auf den Bäumen auffindbar.

Fotos: Andreas Hemp

Nur wenig Raum für Afrikas höchste Bäume

An den Hängen des Kilimandscharos finden sich nicht nur die höchsten Bäume Afrikas, auch die höchstgelegen Wälder des Kontinents wachsen hier. Die feuchten Nebelwälder erstrecken sich auf Höhen bis zu 4.000 Meter des 5.895 Meter hohen Berges. Die große Arten- und Lebensraumvielfalt des Gebietes ist aber wie viele Hotspots der Biodiversität durch eine fortschreitende Landnutzung in Gefahr.

Die Forschergruppe um Dr. Andreas Hemp schätzt, dass noch auf sieben Quadratkilometern Bäume der Art E. excelsum am Kilimandscharo wachsen. Zum Vergleich: Der kleinste deutsche Nationalpark Jasmund auf Rügen hat eine Größe von 30 Quadratkilometer! Hochgerechnet befinden sich noch circa 1.100 Exemplare der höchsten Bäume Afrikas auf der kleinen Fläche. Zum Schutz der Bäume und ihres einmaligen Lebensraumes, fordern die Forscher, diese Bergtäler in den Nationalpark Kilimandscharo mit einzugliedern.

Der Autor: Jan Böhm

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