Blühende Kirschbäume auf einer Wiese

Die Frage:

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Schnitt von Kirschbäumen?

Ich habe an meinem circa acht Meter hohen Kirschbaum bei sonnigem Wetter im Januar einige Äste bis zu zehn Zentimetern entfernt. Aus Sorge um den Baum habe ich mit dem Schnitt aufgehört und plane erst im Sommer weiter zu schneiden.

Habe ich dem Kirschbaum mit dem Schnitt im Winter geschadet? Ist es sinnvoller und besser für die Kirsche, im Sommer zu schneiden?

Die Antwort:

Winter- und Sommerschnitt vertretbar

Ich kann sie beruhigen, sie können ihren Kirschbaum problemlos im Winter (Februar/März) schneiden. Bitte achten Sie darauf, den Baum nicht zu kappen. Die Äste schneiden Sie möglichst auf Astring, ohne das Gewebe des Basisastes zu verletzen. Ich habe damit keine Nachteile festgestellt und die Diskussionen mit dem Harzen kann ich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich haben die Erwerbsobstbauern die Kirsche zu „brutal“ geschnitten. Kirschbäume sind starkwüchsig und die Obstbauern glaubten wohl, durch kräftige Schnitte die Bäume klein halten zu können. Bei solchen Verletzungen reagiert die Kirsche mit Harzfluss. Bei normaler optimierter Schnittführung stelle ich in meiner Praxis keine ungewöhnlich großen Probleme fest.

Hinweise zum Sommerschnitt an Kirschbäumen

Normalerweise ist Sommerschnitt im August, September nicht zu empfehlen. Er behindert die Einlagerung der wichtigen Reservestoffe für den Winter. Kirsche zählt zu den Obstbäumen, die früh in der Vegetationsphase geerntet werden. Das Problem des Sommerschnittes ist bei diesen Bäumen nicht groß. Wird der Schnitt während oder nach der Ernte durchgeführt, bleibt anschließend noch genügend Zeit, Reservestoffe einzulagern. Voraussetzung ist, dass genügend Blätter am Baum verbleiben. Sie müssen den Verlust der Blattmasse und damit den Ausfall von Produktionskapazitäten ausreichend kompensieren.

Baumpfleger erhoffen sich durch Sommerschnitt bessere, beziehungsweise schnellere Wundabschottung. Dabei wird regelmäßig die Reduzierung der Reservestoffeinlagerung vergessen. Ob die Verletzung dem Baum schadet, hängt nicht nur von der schnellen Wundabschottung ab. Auch die zum Schnittzeitpunkt vorhandenen Schaderreger spielen eine Rolle. Während der Vegetation treten diese möglicherweise verstärkt auf und sind aktiver und virulenter als im Winter. Ein Vergleich ist deshalb nicht pauschal machbar. Fest steht, dass im Sommer der Schnitt die Reservestoffeinlagerung beeinträchtigt. Eine stark reduzierte Einlagerung kann für geschwächte, alte Bäume tödlich enden.

Mit dem richtigen Schnitt gibt’s auch zukünftig eine reichaltige Ernte

Fazit Schnitt von Kirschbäumen

Ein Schnitt von Kirsche im Vorfrühling ist in der Regel kein Problem. Bei richtiger Schnittführung und fachgerechtem Schnitt schadet es dem Baum nicht. Schnitt während und nach der Ernte ist bei Kirschbäumen ebenfalls vertretbar. Es bleibt genügend Zeit für die Reservestoffbildung, sofern der Schnitt nicht den Großteil der Blätter entfernt. Ein weiterer Tipp empfiehlt, Äste während der Ernte zu schneiden. So lassen sich diese besser vom Boden aus ernten. Ob dieser Tipp gut ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich beherzige den Tipp nicht.

Bei Holunder mache ich das jedoch regelmäßig. Die jungen Äste des Holunders tragen die schönsten Frucht-Dolden. Diese werden im Winter sowieso entfernt und die einjährigen langen Triebe belassen. Diese sind zur Erntezeit vorhanden, tragen aber keine Früchte. Leicht ist zu erkennen, was weg muss und was dran bleibt. Schneidet der Baumbesitzer oder Gärtner die Holunderfruchttriebe mitsamt den Früchten heraus, danken es die neuen Triebe durch kräftigeren Wuchs. Die beste Grundlage für die nächste Ernte.

Der Autor: Johannes Bilharz

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