Die Weide hat eine Besonderheit: Sie bleibt weich, weil sie kein Splintholz ausbildet. Mit der Zeit zersetzt sich der innere Bereich und bietet dadurch Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere. Das Problem: Werden Weiden zu lange nicht geschnitten, brechen die Äste ab – es entstehen große Wunden. Wie lassen sich Weiden kostenlos vermehren und Kopfweiden erziehen?
So gehen Sie vor:
1. Stecklinge schneiden
Schneiden Sie von einer Weide etwa zwei Meter lange und ca. fünf bis fünfzehn Millimeter dicke Äste ab. Geeignet sind beispielsweise Korbweiden, Silberweiden oder Purpurweiden.
In Brandenburg werden laut Dr. Gerald Schrödl und Prof. Dr. habil. Hans-Friedrich Joachim als Kopfweiden insbesondere die Baumweidenarten Silberweide (Salix alba), Fahlweide (Salix rubens) und Bruchweide (Salix fragilis) kultiviert und für Pflanzungen verwendet. Häufig sind auch die Dotterweide (Salix alba Vitellina) und von den Strauchweiden die Korbweide (Salix viminalis) als Kopfbaum in Kultur.
2. Einpflanzen
Setzen Sie die Äste mindestens circa 20 bis 30 Zentimeter tief in nährstoffreiche Gartenerde. Je tiefer Sie diese setzen, desto mehr Wurzeln bilden sich aus schlafenden Augen. Daher sollten Sie die Setzlinge nicht zu flach einsetzen. In jedem Fall sollten Sie vorher die Blätter bis zu der Stelle entfernen, in der Sie den Setzling in die Erde setzen.
Ob Sie das in den Boden gesteckte Ende gerade anschneiden oder schräg ist Abwägungssache: Vorteil bei geradem Schnitt: schnellerer Wundverschluss und daher weniger Pilzinfektionen aus dem Boden. Vorteil schräger Anschnitt: Der Setzling hat mehr Fläche, um Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, solange noch keine Wurzeln neu gebildet sind.
Achten Sie auf genügend Abstand zwischen den Bäumen, da die Krone ausladend wird.
3. Bewurzeln
Gießen Sie die Bäumchen im ersten Jahr ausreichend. Reissen Sie alle jungen, dünnen Triebe aus, die am Stamm ansetzen, da diese nachweislich besser heilen, als wenn sie abgeschnitten werden. Dies sorgt für einen astfreien Stamm und fördert die Kronenäste.
4. Kopf erziehen
Entfernen Sie in der Vegetationsruhe (September bis Februar) alle Kronenäste. Achten Sie auf einen sauberen, glatten Schnitt. Die ersten Jahre können Sie etwa fünf Zentimeter lange Stummel stehen lassen, um die Kopfbildung zu fördern.
5. Rückschnitt
Hat sich ein Kopf gebildet, führen Sie den Rückschnitt alle zwei bis drei Jahre durch. Fürs Korbflechten sind einjährige Triebe optimal, ältere Äste eignen sich für den Zaunbau oder als Brennholz.
6. Regelmäßige Pflege
Schneiden Sie ihren Baum regelmäßig bis an sein Lebensende. Kopfweiden müssen spätestens alle acht Jahre beschnitten werden. Genießen Sie einen Baum, der auch nach Jahren noch dieselbe Größe hat wie am Anfang – und gleichzeitig als Habitat für unterschiedlichste Tiere dient.
Quellen:
Dr. Karl Gebhardt: Bildtafeln zur Bestimmung von Weidenarten www.nw-fva.de/fileadmin/nwfva/abt/c/pdf/Salix_Bildtafeln-14.pdf, abgerufen am 13.02.26
Dr. Gerald Schrödl, Prof. Dr. habil. Hans-Friedrich Joachim: Kopfweiden. Hinweise zur Biotop- und Landschaftspflege, https://www.dvl.org/uploads/tx_ttproducts/datasheet/DVL-Publikation-Praxisheft_Hinweise_zur_Biotop-_und_Landschaftspflege-Kopfweiden.pdf, abgerufen am 13.02.26
NABU Bremen: Weiden für den Garten, https://bremen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/Unsere20Heckenpflanzen/28053.html, abgerufen am 13.02.26
Birgit Vitense, NDR, tagesthemen, Das Erste, 18.02.2026: mittendrin: Bei der Baumpflege der Kopfweiden in Greifswald: Lebensraum für Insekten und Vögel , abgerufen am 13.02.26, https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-1556734.html, abgerufen am 23.02.2026
Nordmagazin, NDR 18.1.26: Naturschutz: Kopfweiden werden beschnitten,https://www.ardmediathek.de/video/nordmagazin/naturschutz-kopfweiden-werden-beschnitten/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8zMGQ1M2UzOC05MjE0LTQ5NmItOWNmYi1hNzdiZjJjNzg4MjE, abgerufen am 23.02.2026
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