Gastartikel Arboflex: Schäden an Rinde vermeiden

Zeitpunkt und Nutzen von Weißanstrich an Bäumen

Wie eine Art Sonnencreme wirken die Weißanstriche und schützen vor allem empfindliche Rinden vor zu intensiven Sonnenstrahlen. Auf diesem Weg reduzieren sie das Risiko thermischer Rindenschäden an Bäumen stark.

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Warum die Farbe Weiß?

Vor über 150 Jahren wurden bereits (Obst-)Bäume gekalkt, um sie vor thermische Rindenschäden im Sommer, wie auch im Winter zu schützen. Die Farbe Weiß reflektiert aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften die Sonnenstrahlen am stärksten, sodass sich die Baumrinde nicht so stark erwärmt. Das ist wichtig, denn geringe Temperaturen reichen aus, dass Rindenschäden entstehen. Bereits 1953 dokumentierte Lieberum, dass schon bei Tageshöchsttemperaturen von 26,3°C bei einer Buche Kambialtemperaturen von 50°C und bei einer Fichte Kambialtemperaturen von 48,9°C auftraten. Die Folge sind ein flächiges Absterben und Abblättern der Rinde, sog. Sommersonnennekrosen. Insbesondere Süd- und Südwestseiten eines Baums sind davon betroffen. Doch auch im Winter droht Gefahr. Wenn an windstillen Tagen die bereits schon starke Spätwintersonne auf die gefrorene Rinde scheint, entstehen starke Spannungen in der Rinde. Es kommt zu Spannungsrisse, auch sog. echte Frostrisse.

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Was ist ein Weißanstrich?

Anfangs wurde Kalk auf die Baumrinde aufgetragen. Da Kalk allerdings nicht gut am Baum verbleibt und der Anstrich 3-4 Mal im Jahr erneuert werden muss, hat sich in der Praxis ein länger anhaltender, ökologischer Weißanstrich durchgesetzt. ARBO-FLEX zum Beispiel schützt mit einem einmaligen Anstrich den Baum bis zu 10 Jahre und erfüllt damit als einziger Weißanstrich die aktuellen FLL- und ZTV-Baumpflege-Richtlinien, die besagen, dass Stammschutzfarben mindestens mit einmaligen Auftragen fünf Jahre halten müssen. Wichtig ist, dass der Schutzanstrich feinporig und kleinstrukturiert aufreißt. Nur so kann sich der Baum langsam und schonend an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen und eine stärkere Rinde ausbilden. Zudem hat ARBO-FLEX eine FiBL-Listung und darf daher auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden.

Foto 1: Betzeler Foto 3: Flügel GmbH/Lammert

Welche Bäume sollten einen Weißanstrich erhalten?

Besonders gefährdet sind junge Laubbäume, die frisch aus der Baumschule kommen und an sehr sonnigen Standorten verpflanzt werden. Aber auch Altbäume, die z. B. nach einem Sturm oder einer Baumaßnahme plötzlich freigestellt sind, sollten einen Sonnenschutz erhalten. Einst vom Nachbar beschattet, erfahren diese Bäume nämlich nun eine intensive Sonneneinstrahlung. Die Rinde ist allerdings zu dünn und thermische Rindenschäden sind die Folge. Anfällig für Rindenschäden sind vor allem glattrindige Baumarten, wie Buche, Ahorn, Hainbuchen, Linden, Obstbäume und Fichten. Doch auch an grobborkigen Rinden, wie z. B. Eiche und Rosskastanie, können thermische Rindenschäden auftreten! Jeder Schaden an einer Rinde sind mögliche Eintrittspforten für Schadpilze. Und sind Schadpilze erst einmal im Baum, so kann unter Umständen die Stand- und Bruchsicherheit erheblich beeinträchtig werden. Im schlimmsten Falle muss der Baum um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten gefällt werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Weißanstrich?

Idealerweise wird der Jungbaum direkt nach der Pflanzung von Wurzelanlauf bis Kronenansatz stammumfassend weiß angestrichen. Besser wäre es den Leittrieb mit zu behandeln, da die Krone bei Jungbäumen anfangs noch nicht dicht ist. Bei plötzlich freistehenden Altbäumen ist der ideale Zeitpunkt direkt nach der Freistellung, da auch hier die Rinde, einst von Nachbarn beschattet, noch zu dünn ist für die neuen Sonneneinstrahlungsverhältnisse. Kann ein Weißanstrich wetterbedingt (z. B. durch Frost) nicht aufgetragen werden, ist ein provisorischer Schutz, beispielsweise mit einer Schilfrohrmatte oder einem Beschattungsnetz, empfehlenswert. Bei Altbäumen reicht es, den Stamm an der Süd- und Südwestseite, sowie stark besonnte Äste zu behandeln.

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Wie wird ein Weißanstrich aufgetragen?

Damit der Anstrich besser am Baum hält, muss die Rinde zuerst fachgerecht und schonend gereinigt werden. Bei Jungbäume reicht ein spezielles Schleifvlies aus, bei Altbäumen, vor allem wenn Moose und/oder Flechten auf der Rinde sind, empfehlen wir eine spezielle Drahtbürste. Diese Drahtbürste hat lange, flexible, flache Borsten, die vorne ebenfalls abgeflacht sind. Drahtbürsten aus dem Baumarkt sind ungeeignet. Sie sind primär für das Abkratzen von Rost an Stahlrohren vorgesehen und verletzten daher die Baumrinde. Nach der Reinigung erfolgt der Anstrich. Bei ARBO-FLEX bedarf es eines gelben Voranstrichs, der wie eine Haftbrücke wirkt, sodass der Weißanstrich über viele Jahre kleinstrukturiert, feinporig aufreißen kann und einen Schutzzeitraum von ca. 10 Jahren gewährleistet. Erst wenn der Voranstrich grifffest trocken ist, kann der Hauptanstrich aufgetragen werden. Bei anderen Herstellern wird der Weißanstrich ohne Voranstrich aufgetragen. Beim Auftrag des (Vor- und Haupt-) Anstrichs empfehlen wir bei Jungbäumen einen Winkelpinsel und bei Altbäumen einen Spezialrechteckpinsel, wobei bei Altbäumen auch der Winkelpinsel verwendet werden kann. Vorteile der Pinsel: feine Borsten, die abgerundet sind und die die Farbe satt auf die Rinde auftragen. Zudem bleibt beim Winkelpinsel die Bekleidung auch sauberer. Bei Weißanstrichen, die aufgesprüht werden können, ist unbedingt die Abtrift zu beachten.

Ein Gastbeitrag von: Flügel GmbH

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