Kirschen aus dem eigenen Garten. Dieser Wunsch lässt sich leicht erfüllen. Dennoch sollten Sie beim Kauf und der Pflege Ihres Bäumchens ein paar Dinge beachten, damit Sie bald die ersten Früchte ernten können.
Der Erziehungsschnitt
Der Schwerpunkt beim Schnitt liegt am Anfang darauf, ein stabiles Kronengerüst zu erzielen. Äste mit Blüten und Früchten haben erst mal keine Priorität. Schneiden Sie deshalb die starken Äste an oder kürzen Sie die Äste ein, die langfristig das Kronengerüst bilden. Durch das Anschneiden fördern Sie das Dickenwachstum und je nachdem wie stark Sie schneiden, treiben unterschiedlich viele Äste aus den Seitenknospen aus. Nur Äste, die als Kronenäste oder Gerüstäste fungieren, schneiden Sie im einjährigen Trieb an. Triebe, die lediglich als Fruchttriebe fungieren, bleiben ohne Schnitt.
Manchmal sind die vorhandenen Äste bei frisch gepflanzten Bäumen bereits als Kronengerüst geeignet. Manchmal sind sie nur bedingt geeignet, weil sie entweder nicht richtig stehen, oder zu schwach sind. Eventuell können Sie zu steile Äste nach unten binden, oder schwächere Äste im Wuchs fördern, indem Sie die Asthierarchie innerhalb des Baumes ändert. Das erreichen Sie durch Einkürzen des Astes oder das Entfernen anderer Äste. Manchmal fehlen geeignete Äste jedoch ganz. Da bleibt nur, auf geeignete Neutriebe zu warten.
Bei diesem Bäumchen sieht es dürftig aus mit Kronenästen. Die unteren sind wahrscheinlich zu tief und deshalb ungeeignet. Der Mitteltrieb passt als Mitte, Kronenäste gibt es nur einen einzigen. Viele Möglichkeiten bleiben somit nicht. Mein Tipp: Untere Äste wegnehmen und die Mitte und den Seitenast einkürzen. Es bleibt, auf den Neutrieb im nächsten Jahr zu warten.
Unterlagen und Wüchsigkeit
Ist die Süßkirsche neu gekauft, ist sie noch recht klein. Normalerweise kommt sie aus dem Topf heraus und bekommt einen Platz im Garten. Denn Süßkirschen sind in der Regel starkwachsend und mit dem Topf als Wurzelraum kaum zufrieden. Schwachwachsende Süßkirschbäume gibt es meines Wissens noch nicht. Obstbäume sind in den allermeisten Fällen veredelt. Dabei wird ein Stück einjähriger Ast oder eine Knospe der gewünschten Obstsorte auf eine Wurzelunterlage veredelt. Die Wurzelunterlage beeinflusst die Entwicklung der künftigen Baumkrone der entsprechenden Veredlungssorte. Sie regelt vor allem die Wuchsstärke der Sorte.
Bei Apfelbäumen ist es gelungen, Unterlagen mit sehr schwachem Wuchs zu züchten. Es gibt schon Apfelbäumchen, die kaum wachsen und dadurch kaum Schnitt benötigen. Der Vorteil ist ein kleiner Baum, der ohne große Schnittmaßnahmen und Pflege auskommt. Auch die Ernte ist deutlich einfacher als bei einem Großbaum. Der Nachteil besteht in der geringen Wurzelmasse und dem unsicheren Stand. Der kleine Wurzelballen braucht ständige Pflege durch künstliche Nährstoffzufuhr. Gleichzeitig ist der Baum anfällig für Trockenheit und Krankheiten. Die Lebensdauer ist im Verhältnis zu Großbäumen kurz.
Ihr Baumpfleger vor Ort hilft Ihnen gern weiter!
Sie haben einen jungen Obstbaum und sind sich mit dem Schnitt unsicher? Suchen Sie auf Baumpflegeportal.de! über die Suchfunktion einen Baumpfleger in Ihrer Nähe. Achten Sie auf das Leistungsangebot „Obstbaumschnitt“.
Veredelung bei Süßkirsche
Bei Süßkirschen ist es im Vergleich zu Apfel noch nicht im gleichen Ausmaß gelungen, schwachwachsende Unterlagen zu finden und zu züchten. Warum ist das wichtig zu wissen? Die potentielle Wuchsstärke bestimmt, wie stark ein Baum wächst und damit, wie ein optimaler Schnitt aussieht. Mit Wurzelunterlagen muss sich ein Laie nicht auskennen. Auch ein Baumpfleger oder Gärtner weiß davon wenig zu berichten. Das ist Sache des Baumschulers. Süßkirsch-Unterlagen haben Namen wie GiSelA, Piku, Maxma, Weiroot oder Weigi. Das sind Selektionen verschiedener Kirschen. Eine bekannte Unterlage der Vogelkirsche heißt F12/1. Das müssen Sie nicht kennen. Für Sie ist lediglich die Wuchsstärke der Unterlage interessant. Am besten fragen Sie die Baumschule von der Sie den Baum haben, ob es sich um eine stark- oder schwachwachsende Unterlage handelt.
Besonderheit bei Süßkirsche – Blühen und Fruchten
Für Sie könnte aber noch eine andere Information wichtig werden. Möglicherweise blüht Ihre Süßkirsche zwar, bildet aber keine Früchte. Viele Süßkirschen sind selbststeril, das bedeutet, die Blüten innerhalb eines Baumes können sich nicht gegenseitig befruchten. Und es wird noch komplexer. Möglicherweise kann auch die Süßkirsche in Nachbars Garten Ihren Baum nicht befruchten. Es gibt Sorten, die nicht kompatibel sind. Der Fachbegriff lautet „Intersterilität“. Sorten, die sich gegenseitig befruchten können, müssen nicht nur in der Nähe sein, sondern auch zur gleichen Zeit blühen. In Plantagen werden die geeigneten Sorten nebeneinander gepflanzt. Bei Einzelbäumen in Wohngebieten kommt es auf den Zufall an. Fragen Sie also vor dem Kauf Ihren Nachbarn nach der Sorte seiner Obstbäume.
Und bei Ihrem Bäumchen? Sobald es Früchte gibt, wissen Sie, sie haben Glück gehabt. Bleiben die Früchte aus, warten Sie ab, bis das Bäumchen in zwei bis fünf Jahren in der Lage ist, reichlich zu blühen. Wenn sich dann keine Früchte entwickeln, fehlt es leider an geeigneten Befruchtern in Ihrer Nachbarschaft.
Autor: Baumpflegeportal
Weitere Artikel aus der Kategorie "Baumpflege"
Neukundengewinnung als Baumpfleger
Bewerben Sie Ihre Fähigkeiten als Baumpfleger über das Baumpflegeportal. Erstellen Sie noch heute Ihr Firmenprofil in unserem Experten-Verzeichnis!
Jetzt Firma eintragen!