Regelmäßige Baumkontrolle notwendig: Schwefelporling

Gelb-oranger Konsolenpilz an einem Baumstamm
pixabay

Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) zählt zu den holzzersetzenden Baumpilzen. Wie der Name schon sagt, zerstören holzersetzende Pilze nach und nach das Holz. Ein Befall führt deshalb häufig zum Absterben des betroffenen Baums – mal schneller, mal langsamer. Im Frühling, ab Mitte Mai, beginnen die Fruchtkörper des Schwefelporlings, am Baum zu wachsen.

Vorkommen des Schwefelporlings

Laetiporus sulphureus tritt besonders häufig an Laubbäumen auf. Der Schwefelporling kann aber auch Koniferen wie Fichten oder Lärchen befallen. Hölzer mit dunklem Kern wie Kirsche bevorzugt er, besonders ältere Eichen. Man findet ihn außerdem oft an Weiden, Robinien, Pflaumen- und Walnussbäumen usw. Ab Mitte Mai bis in den Herbst hinein findet man die Fruchtkörper des Pilzes an den betroffenen Bäumen. Sie wachsen von der Stammbasis ab bis in die Krone und Äste hinauf.

Charakteristika des Schwefelporlings

Gerade jetzt zu Beginn des Wachstums der Fruchtkörper ist der Schwefelporling ein äußerst auffälliger Baumpilz. Denn anfangs sind die flachen, fächerförmigen und stiellosen Fruchtkörper, die entlang des Stamms wachsen, stark gelb bis rötlich gefärbt. Die Unterseite weist eine schwefelgelbe Färbung auf – daher auch der Name. Bis zum Herbst entfärben sie sich dann nach und nach und erscheinen gegen Ende grau, fast weißlich. In der Regel treten die Fruchtkörper zu mehreren auf und sind ähnlich wie Dachziegel übereinander angeordnet. Die Hüte können bis zu 40 Zentimeter breit und bis zu anderthalb Zentimeter dick werden. Ihr Rand ist wellig und leicht nach unten gebogen. Das Fleisch des Schwefelporlings, die sogenannte Trama, ist zu Beginn noch recht saftig und weich. Später wird es weitaus spröder und trockener. Sehr alte, abgestorbene Fruchtkörper bleiben unter Umständen bis ins nächste Jahr am Baum haften.

Was bei einem Befall mit dem Schwefelporling zu beachten ist

Der Pilz dringt über Wunden an Stamm und Ästen ein. Im Baum löst er eine intensive Braunfäule aus. Dadurch kann die Bruch- und Standsicherheit gefährdet werden. Das harte Kernholz der befallenen Baumteile wird durch den Schwefelporlings-Befall zu einer braunroten, trockenen Masse, die würfelig zerfällt und sich leicht zerreiben lässt. Das lebende Splintholz und die Rinde sind bei vitalen Bäumen nicht, bzw. erst sehr, sehr spät betroffen.

Vitale Bäume sind in der Lage, selbst starke Fäule über viele Jahre hinweg zu kompensieren und verkehrssicher zu bleiben. Denn der Pilz beeinträchtigt die wasser- und nährstoffführenden Leitungsbahnen, die sich im Splintholz befinden, nicht. Er höhlt den Baum lediglich nach und nach von innen aus. Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass der Baum lange Zeit keine Anzeichen abnehmender Vitalität aufweist. Trotzdem sollten befallene Bäume immer wieder auf ihre Standsicherheit hin kontrolliert werden. Außerdem sollte man beachten, dass sich die Fäule bis in Hauptkronenäste ausbreiten kann. Besonders bei Eichen mit ausladenden Starkästen ist das Risiko von Astbrüchen deshalb sehr hoch.

Schwefelporling essbar?

Im Frühjahr, wenn die Fruchtkörper des Pilzes noch jung sind, kann man die jungen, saftigen Exemplare tatsächlich essen. Gegart erinnert ihr Geschmack an Hühnchen. Das ist auch der Grund, weshalb der Schwefelporling im englisch-sprachigen Raum „Chicken of the Woods“ genannt wird.
Aber Vorsicht: In rohem Zustand gilt der Pilz als giftig. Außerdem wird er sehr schnell zäh und ungenießbar.

Absterben des Baumes

Erst gegen Ende, wenn der Baum immer mehr an Vitalität verliert, dringt der Pilz auch in das Splintholz ein und beginnt, das Kambium zu töten. Da ab diesem Zeitpunkt auch die Leitungsbahnen betroffen sind, wird der Baum nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt. In der Endphase stirbt die Rinde ab und weist Risse auf. Aus diesen Rissen rieselt das verfaulte Holz als brauner Staub. Bäume, die sich in diesem Stadium des Befalls befinden, sind bruchgefährdet und sollten auf jeden Fall von einem kompetenten Fachmann untersucht werden!

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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Quellen:

  • Hermann Jahn: Pilze an Bäumen. Berlin, Hannover 2005
    erhältlich bei Freeworker
  • Antje Lichtenauer, Thomas Kowol, Dirk Dujesiefken: Pilze bei der Baumkontrolle. Braunschweig 2014
    erhältlich bei Freeworker
  • Peter Klug, Martina Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze. München 2016
    erhältlich bei Freeworker

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3 Kommentare
  1. Pingback: Schwefelporling-Gemüse mit Breitwegerich und Bandnudeln | kochlust
  2. Peter Berbninghaus

    Sollte und kann man den Pilz entfernen? Bei uns wächst er am Stamm einer vor Jahren gefällten Eiche. In der Nähe stehen noch andere alte Laubbäume (Eichen, Buchen, Ahorn).

    1. Marina

      Hallo Peter,
      danke für deine Nachricht. Leider ist es nicht so einfach, einen Pilz zu entfernen. Was du meinst, ist wahrscheinlich der Pilzfruchtkörper, der sich an deinem Baumstamm zeigt. Das ist jedoch nur ein winziger Teil des Pilzes. Der Hauptpilz lebt im Boden und unter der Rinde des Baumes. Du kannst den Fruchtkörper entfernen um zu vermeiden, dass der Pilz zusätzliche Sporen aussendet. Leider hilft dies selten viel, da die Hauptverbreitung durch die Wurzeln der Bäume auf andere Bäume übergeht.
      Trotzdem wünschen wir alles Gute für deine Bäume und dich,
      Das Team vom Baumpflegeportal

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