Profis im Baum

Schnittschutzhosen für Frauen: Worauf Baumkletterinnen bei der Auswahl achten sollten

Schnittschutzhose für Frauen
Gut sitzende Schnittschutzhose für Frauen. © Baumpflegeportal

Schnittschutzhosen gibt es zwar von vielen Herstellern, doch abhängig davon, wofür die Schnittschutzhose zum Einsatz kommen soll, ist es herausfordernd, ein Modell zu finden, das auch wirklich passt. Wo Herren eine breite Auswahl an Designs und Schnittoptionen zur Verfügung steht, bleibt für Damen in der Baumpflege oft nur ein Kompromiss zwischen Schnittschutz und Ergonomie, während ansprechende Optik oft zurückstehen muss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schnittschutz und Einsatzbereich abstimmen: Für Baumkletterinnen ist meist Design A optimal, da es Schutz an der Vorderseite des Unterkörpers bietet und gleichzeitig ausreichend Bewegungsfreiheit beim Klettern lässt.
  • Passform beeinflusst Sicherheit und Komfort: Eine gute Schnittschutzhose ermöglicht vollen Bewegungsradius, ohne zu rutschen oder einzuengen – sonst werden Ergonomie und Schutzwirkung beeinträchtigt.
  • Vor dem Kauf messen und anprobieren: Taille, Hüfte und Beinlänge messen und mit der Größentabelle vergleichen. Damenschnitte passen bei deutlichem Unterschied zwischen Hüfte und Taille oft besser als Herren- oder Unisexmodelle.

Welches Schnittschutzdesign wofür?

Ist beispielsweise geplant, am Boden liegendes Holz aufzuarbeiten oder leichtere Fällarbeiten durchzuführen, reichen unter Umständen eine niedrige Schnittschutzklasse und Schnittschutz-Chaps (Design B) zum Überziehen. Bei besonderen Gefahrensituationen, höheren Kettengeschwindigkeiten und oder unerfahrenen Anwenderinnen bedarf es aber mehr Schnittschutz. Hier bietet sich je nach Situation der Griff zu Design C an, das auch die Beinrückseiten mit Schnittschutz abdeckt. Gleichzeitig schränkt jede zusätzliche Lage Schnittschutzmaterial aber die Ergonomie ein. Im Profi-Bereich gilt es also, die richtige Mischung aus Schutz und Bewegungsfreiheit für die geplante Aufgabe zu finden.

Wer in Bäumen klettert und dort mit der Motorsäge arbeitet, wählt üblicherweise eine Kletterhose mit Schnittschutzdesign A. Das Augenmerk liegt bei der Auswahl neben den Schutzeigenschaften am vorderen Unterkörper auf guter Belüftung, Gesamtgewicht, Stretch-Material und hervorragender Passform.

Wie leicht oder schwer ist es, eine passende Schnittschutzhose für Damen zu finden?

Während für männliche Kletterer oft eine große Auswahl verschiedener Passformen, Größenoptionen und Farbvarianten zur Verfügung steht, ist der Markt für Damen deutlich schmaler aufgestellt. In der Vergangenheit wählten Baumkletterinnen oft eine möglichst gut passende Herrenhose, und nahmen die Nachteile wie zu lange oder zu eng geschnittene Beine, einen schlechtsitzenden Hosenbund oder weitere Einschränkungen bei der Funktion oder auch beim Design in Kauf.

Es ist bei den meisten Modellen nur schwer möglich, die Passform einer Schnittschutzhose auf die eigenen Körpermaße anzupassen, ohne den Schnittschutz außer Funktion zu setzen. Wer aber im Berufsalltag ständig Sägespäne in den Hosenbund bekommt, über am Schuh bauschende Hosenbeine stolpert oder bei jeder Bewegung gegen die eigene Schutzkleidung kämpft, vergeudet wertvolle Kraft.

Wann sitzt eine Schnittschutz-Hose richtig?

Optimal passt die Hose dann, wenn der volle Bewegungsradius in den Gelenken möglich ist, ohne dass der Hosenbund merklich verrutscht. Die Anwenderin sollte beim In-die-Hocke-Gehen weder das Gefühl haben, das Shirt nach unten ziehen zu müssen oder Hosenträger zu brauchen, noch auf halbem Weg an der Bewegung gehindert zu werden. Genauso sollte bei Arbeitshosen ein Ausfallschritt kein Problem darstellen: Rutscht der Beinsaum deutlich hoch und gibt den Schaft des Schnittschutzstiefels frei, ist die Hose zu kurz und die Schnittschutzfunktion für den Knöchelbereich nicht mehr voll gegeben. Rutscht der Schritt hingegen nach unten, wird zum einen das Hinknien anstrengend, zum anderen ist aber auch der Bauchbereich nicht mehr optimal geschützt. Zudem sollte der Hosenbund auch in gebeugter Rumpfposition weder Probleme bei der Atmung verursachen noch zum Spänesammler werden.

Hilfsmittel wie Gürtel und Hosenträger helfen zwar dabei, das Kleidungsstück in Position zu halten, dürfen bei Arbeitskleidung aber nicht die Aufgabe einer guten Passform übernehmen. Schon vor dem Kauf der Hose ist also ein Maßband das Mittel der Wahl. Die Größentabellen jedes Herstellers sind unterschiedlich, verlassen Sie sich daher nicht einfach auf Marktgrößen wie „M“ oder „Größe 42“. Werden Jeans-Maße in Inch angegeben, können Sie allerdings recht sicher sein, dass Ihre Jeansgröße dann auch der Hosengröße entspricht. Dennoch bleibt es abhängig vom Schnitt der Hose, also ob die Hose locker oder körpernah geformt ist, wie sie letztlich am Körper sitzt. Und dafür sollten Sie zunächst nachmessen.

Wichtig ist es, an Taille und Hüfte Maß zu nehmen, und zusätzlich die Beinlänge vom Schritt abwärts bis zum Boden (barfuß) zu messen. Besonders die Hüftweite ist bei Hosen entscheidend, ob diese gut sitzt. Sie wird auch Hüftumfang genannt und dort gemessen, wo die Hüfte am breitesten ist. Die Taille messen Sie enganliegend auf Höhe des Bauchnabels. Unterscheiden sich die Umfänge von Taille und Hüfte deutlich um mehr als 15-20 cm, sollten Sie nach einem Damenmodell Ausschau halten. Denn der Damenschnitt ist besonders am Bund schmaler geformt und an der Hüfte etwas breiter.

Können Unisex-Designs ein speziell für Frauen entworfenes Design ersetzen?

Abhängig von den eigenen Körperproportionen werden Frauen mit eher gerader Figur oder im unteren Größenbereich bis Größe M sicher auch bei Herren- und Unisex-Modellen eine gut passende Hose finden können. Denn häufig werden die Schnitte skaliert, das heißt, die einzelnen Maße werden um einen Faktor hochgerechnet. Bei kleineren Größen sind die Unterschiede noch nicht so groß wie bei den oberen Größen und können gut durch dehnbare Materialien ausgeglichen werden.

Die meisten Modelle verfügen über einen Stretch-Bund oder dehnbare Einsätze und passen sich der Körperform bis zu einem gewissen Grad an. Dennoch sollte der Bund trotzdem weder zu eng noch zu locker sitzen, um weiterhin gute Beweglichkeit in der Hose zu gewährleisten. Bei der Auswahl ist es daher wichtig, dass das eigene Körpermaß möglichst im Mittel des vom Hersteller angegebenen Größenbereichs landet und noch ein paar Zentimeter Spielraum bleiben.
Zudem bieten etliche Hersteller auch Kurz- und Langgrößen an, oder fertigen gegen Aufpreis sogar Hosen auf Maß. Wer häufig zwischen drei Größen landet, muss beim Hosenkauf also nicht verzweifeln. Besteht zudem Unsicherheit bei der Wahl der richtigen Hose, lohnt es sich, mit den eigenen Maßen beim Kundenservice des Herstellers nachzufragen. Haben Sie nun passende Modelle ausfindig gemacht, probieren Sie diese vor dem Kauf an.

Welche Hersteller bieten im Bereich Baumklettern Damen-Schnittschutzhosen an?

Im Bereich Baumpflege bieten derzeit unter anderem die Hersteller Arbortec, SIP-Protection und Solidur Damen-Modelle speziell für Baumkletterinnen. Während SIP-Protections „Canopy Air-Go Donna“ in Farbstellung weinrot und Schnittschutz Design A erhältlich ist und auf eine eher lockere Passform setzt, gibt es die körpernahe „Breatheflex Pro Female“ bei Arbortec in Design A und Design C und in mehreren Farbstellungen von schwarz über grün und pink bis Hi-Viz-Orange. Solidurs „CLIMB LE Class 1 Type A Ladies Chainsaw Trousers“ setzt ebenfalls auf eine dem Design-A-Herrenmodell nachempfundene Farbgebung im sportiven Workwear-Look. Die Schnittschutzklasse geht bei allen Hosen jedoch mit Klasse 1 nicht über Kettengeschwindigkeiten von 20 m/s hinaus.

Folgende Frauen-Schnittschutzhosen sind bei Freeworker erhältlich:

Der Autor: Freeworker Produktmanagement

Quellen:

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