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Bekämpfung des Eichen­prozessions­spinners

Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners verursachen schwere gesundheitliche Schäden. In den vergangen Jahren hat sich die Art regelmäßig stark entwickelt und Probleme verursacht. An bestimmten, stark frequentierten Stellen – wie zum Beispiel in Parks, an Wanderwegen oder auf Rastplätzen – ist es notwendig, den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen. Dafür haben sich in der Praxis unterschiedliche Maßnahmen etabliert. Ziel ist es, die Gefahr für den Menschen zu minimieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf Bekämpfungsmaßnahmen, die die giftigen Haare der Raupen entfernen.

Mechanische Verfahren

Das einfachste Verfahren ist, die betroffenen Bereiche weiträumig für Fußgänger, Radfahrer oder Jogger abzusperren. Somit wird die Hochzeit, in der die Raupen aktiv sind, überbrückt. Auch Hinweisschilder und Hinweise in den Medien zur Gefährlichkeit der Raupen tragen dazu bei, dass Menschen gewarnt sind und Eichen und Nester meiden. Dennoch verhindert dies nicht, dass sich die Brennhaare in der Umgebung der Befallsbäume anhäufen und zur Gefahr werden. Diese Methode ist somit nur an Orten sinnvoll, wo die Freizeitnutzung nicht stark ausgeprägt ist.

An Orten, die häufig von Menschen aufgesucht werden, ist es am effektivsten, die Nester der Raupen zu entfernen. Oft werden die Raupen samt Gespinst mit Saugern eingesaugt oder abgebrannt. Auch das händische Einsammeln wird praktiziert. Diese Verfahren sind äußerst wirkungsvoll, jedoch für den ausführenden Arbeiter nicht ungefährlich. Für die Arbeiter ist es zwingend notwendig, spezielle Schutzanzüge zu tragen. Die Anzüge verhindern, dass die Haare auf die Haut gelangen. Nach Abschluss der Arbeiten müssen diese gründlich gereinigt werden.

Foto: Marcel Rugies

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Chemische Verfahren

Da es sich beim Eichenprozessionsspinner um eine Art handelt, die die Gesundheit des Menschen gefährdet, ist eine chemische Bekämpfung erlaubt. Dazu werden Insektizide vom Boden oder aus der Luft auf die Nester gesprüht. Am effektivsten ist dies vor dem dritten Larvenstadium. Nur dann sind die leicht abbrechenden Haare der Larven noch nicht entwickelt und können sich nicht über die Luft ausbreiten. Diese Methode empfiehlt sich nur im Notfall, da Insektizide negative Auswirkungen auf die Umwelt und andere Tierarten mit sich bringen.

Natürliche Gegenspieler

Die Natur kennt zahlreiche natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners. Der Falter ist eine leckere Abwechslung für Vögel und Fledermäuse. Auch der Wiedehopf frisst die Raupen. Er würgt die giftigen Haare mitsamt der Magenschleimhaut aus, sodass ihm das Gift nicht schadet. Auch Raupenfliegen, räuberische Käfer und Schlupfwespen gehen den Tieren an den Kragen. Diese Feinde verhindern normalerweise nicht, dass sich die Eichenprozessionsspinner vermehren. Ein Zusammenbruch der Population ist – wenn überhaupt – nur durch Pathogene wie Viren und Bakterien möglich.

In Groesbeek, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, läuft derzeit ein Pilotprojekt. An jeder Eiche hängt nun ein Nistkasten, der Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen anlocken soll. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um die hungrigen Mäuler zu füttern. Dafür müssen dann auch die Raupen der Eichenprozessionsspinner herhalten! Ob die Methode sich auf lange Sicht bewährt, wird sich mit der Zeit zeigen.

Die Autorin: Marina Winkler

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Quellen: