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Schnee im Mai

Die flauschigen Samen der Pappel

Die Pappel überrascht jährlich im Mai ein außerordentliches Spektakel. Rund um die Bäume ist der Boden weiß. Weiche, längliche Wattebausche bedecken Wiesen, Straßen und schwimmen auf den Flüssen. Was der Laie als Pappelschnee bezeichnet, heißt in der Fachsprache Pappelflaum. Sie enthält die Samen der Pappel. Durch die watteartige Struktur des Flaums verbreiten sich die Samen schneller und leichter durch den Wind. Erst nach ausreichend Regen lösen sich die Wattestrukturen auf und geben den Samen frei.

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Die Biologie der Pappel

Pappeln (Populus) sind eine Gattung von Laubbäumen, die bis zu 30 Meter hoch werden. Sie gehörten zur Familie der Weidengewächse und blühen von März bis April vor dem Blattaustrieb. Ab Mai sind die Samen reif, die in einer Hülle aus wollartigem Material stecken. Aus der Distanz sieht der Boden unter samenreifen Pappeln aus wie mit Schnee bedeckt. Erst beim genauen Betrachten des Flaums, fallen die kleinen, schwarzen Pappelsamen auf. Sie bedienen sich dem Wind, der die leichten Wattebausche wegträgt. Je trockener es ist, desto weiter fliegen die Samen. Erst bei ausreichend Regen bleiben die Samen an der Erde kleben und der Flaum löst sich auf.

Brandgefahr durch die Pappelwolle

Die Pappelwolle hat nicht nur positive Eigenschaften. Die feinen Fasern sind trocknen leicht entflammbar und bilden dann einen entzündlichen Teppich. Vor allem achtlos weggeworfene Zigarettenstummel führen in kürzester Zeit zu Bränden. Durch die leichte Struktur verweht der Wind die brennenden Büschel, weshalb sich Brände durch Pappelsamen rasant ausbreiten. Gerade bei akuter Waldbrandgefahr kann Pappelwolle ein Feuer auslösen.

Pappelwolle für Allergiker

Die kleinen Wattebausche sehen für Allergiker äußerst verdächtig aus. Doch sie sind unbedenklich. Vor allem Pollen stehen auf der Roten Liste zahlreicher Allergiker. Beim Pappelflaum handelt es sich jedoch um Samen. Auch die weiche Hülle um die kleinen schwarzen Samen ist antiallergen. Es handelt sich um Pflanzenfasern, ähnlich derer der Baumwolle.

Verwendung der Pappelwolle

Der Pappelflaum hat zahlreiche Eigenschaften. Durch die sehr feinen Fasern besitzt der Pappelflaum besondere Eigenschaften. Die großen Hohlräume in den Fasern bieten eine ideale Wärmeisolierung und sind zudem Atmungsaktiv. Die wollartige Struktur ist sehr leicht und hypoallergen. Denn es handelt sich beim Pappelflaum um einen pflanzlichen Stoff, der nicht wie andere Pollenarten Allergien auslöst. Zusammen mit einer hohen Langlebigkeit der Fasern erfüllt Pappelflaum damit alle Voraussetzungen als Füllung für Kissen und Bettdecken. Die Ernte der Pappelwolle erfolgt am Baum durch Baumkletterer oder einen Fesselballon. Pro Baum kommen etwa 1,5 Kilogramm Wolle zusammen, was etwa drei Bettdecken entspricht.

Die Autorin: Marina Winkler

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Quellen:

  • Rudi Beiser: Baum & Mensch. Ulmer Verlag, S. 168-175
    erhältlich bei Ulmer Verlag
  • Doris Laudert: Mythos Baum. blv Verlag, S. 173-179
    erhältlich bei Freeworker