Die Arbeitstechnik der Baumpflege-Profis

Baumklettern ist kein Kinderspiel!

Baumklettern ist ja nun nichts besonderes. Das kann schließlich jedes Kind. Oder? Weit gefehlt! Professionelle Baumklettertechnik im Bereich der Baumpflege und des Baumrechts hat wenig mit dem Besteigen von Bäumen im Garten der Eltern zu tun. Und es gehört weit mehr als ein bisschen Mut und Sportlichkeit dazu.

Neben einer professionellen Ausbildung mit Hilfe von Baumkletterkursen kommt es auch auf die richtige Ausrüstung an. Denn mit der sogenannten Seilklettertechnik klettern Baumpfleger mit Klettergurt und Seilen hoch hinauf in den Baum – bis in die Krone, auf dünne Äste, die das Gewicht eigentlich nicht tragen können, und auch an Stellen, die aus anderen Gründen nur schwer zu erreichen sind.

Die Baumklettertechnik ist ein ganz eigenes Gebiet und unterscheidet sich von anderen Klettertechniken wie dem Bergklettern, dem Höhlenklettern oder dem Industrieklettern. Nicht nur Baumkletterer, die beruflich Bäume besteigen, sind auf diese Technik angewiesen. Auch beim Geocaching zum Beispiel hilft das Baumklettern dabei, die begehrten T5 Caches in hohen Bäumen zu erreichen.

Hier bei uns auf dem Baumpflegeportal erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Baumklettern, wie zum Beispiel Infos zu den Deutschen Meisterschaften im Baumklettern.

The Future Arborist

In einem Designwettbewerb der Firma Husqvarna blicken junge Designer in die Grüne Zukunft. Auch ein Konzept des „Future Arborist“ entstand. Ein kleiner spannender Blick in die Möglichkeiten der Zukunft.

Waschbär trifft Baumpfleger

Baumkletterer sind nicht die Einzigen, die auf Bäume klettern. Auch Waschbären scheuen den Auftstieg nicht. Drei Mitarbeiter vom Baumdienst Döge kamen zu einem unerwarteten Treffen unter Kletterfreunden.

Tasmanian Tree Project

Ein Foto aus 87 Einzelbildern eines einzigen Baumes. Das ist das Tasmanian Tree Project. Viele Wochen schweißtreibender Baumkletterei, Geschicklichkeit und Geduld und stecken in diesem faszinierenden Bild.

Baumgutachten, Baumkontrolle, Baumuntersuchung

Was ist die Aufgabe von Baumgutachtern, Baumkontrolleuren bzw. Baumsachverständigen? Außerdem erfahren Sie, welche Ausbildung man dafür braucht.

Hoch hinauf in den Baum mit den Tree-Monkey-Klettergriffen

Wer gerne an der frischen Luft und nicht unbedingt in der Kletterhalle klettert und außerdem ein Faible für Bäume hat, für den sind die Tree-Monkeys genau das Richtige. Mit diesen transportablen Klettergriffen wird jeder geeignete Baum mit der Hilfe eines erfahrenen Baumkletterers zum ganz persönlichen Kletterparcours. Erobern Sie die Baumwelt und genießen Sie dieses Klettererlebnis der besonderen Art!

Die Tree-Monkey-Haltegriffe werden mit Hilfe von Spanngurten und Trägerplatten am Baum angebracht. Abhängig von den Kletterfähigkeiten kann die Schwierigkeit der so entstehenden Parcours angepasst werden. Die Anzahl der Tree-Monkeys, die Abstände dazwischen und der Winkel zum Baumstamm bestimmen, wie anspruchsvoll der Weg hinauf in den Baum ist. Das Tree-Monkey-Set Zoo mit Griffen in Tierform ist speziell für Kinder gestaltet: Die Griffe sind kleiner und somit für Kinderhände besser zu greifen.

Wichtig ist, dass die Klettergriffe nur von Fachleuten angebracht werden und gerade von Anfängern nicht ohne entsprechende Anleitung und Sicherheitsausrüstung benutzt werden. Profis kennen sich mit Bäumen aus und wissen, wie solche Systeme sicher und schonend angebracht werden. Denn dieses Freizeitvergnügen soll schließlich nicht zum Alptraum des benutzten Baums werden. Da ein Wald kein Vergnügungspark ist, sollten außerdem Bäume im Stadtgebiet, in Parkanlagen oder auf Spielplätzen zum Beklettern gewählt werden.

Video-Anleitung zum Befestigen der Tree-Monkeys

Haben Sie Lust bekommen? Dann probieren Sie es doch am Besten gleich selbst – immer vorausgesetzt ein Baumkletter-Profi hilft Ihnen dabei, die Klettergriffe sicher anzubringen. Tree-Monkey-Sets, auch für Kinder, und Zubehör von Monkey Hardware gibt es zum Beispiel bei Freeworker.

 

Weitere Artikel rund um Freizeit-Aktivitäten auf dem Baumpflegeportal:

Baumklettern barrierefrei? Die Baumplattform macht’s möglich

BaumplattformNicht nur professionelle Baumkletterer klettern von Berufs wegen gerne auf Bäume. Auch bei Kindern ist das ein beliebtes Freizeitvergnügen. Und wenn es nicht der Apfelbaum im eigenen Garten, sondern ein richtig hoher Baum im Wald ist, ist die Begeisterung groß. Passiert das unter geschulter Aufsicht und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, haben die Eltern meist ebenfalls nichts gegen diesen Spaß einzuwenden. Doch für manche Kinder ist Baumklettern ein weit entfernter Traum. Aufgrund körperlicher oder geistiger Herausforderungen ist es ihnen unmöglich, auf einen Baum hinauf zu krachseln. Oder vielleicht doch nicht? Die Baumplattform ist ein innovatives Projekt, das einen inklusiven Ansatz verfolgt und barrierefreies Baumklettern möglich macht.

Die Baumplattform

Mit Rollstuhl im Baum„Natur pur mit Perspektivenwechsel“ lautet das Motto: Die Baumplattform ist ein innovatives und in Deutschland einzigartiges Projekt für inklusive Gruppen. Denn egal, ob mit Rollstuhl oder ohne: Gemeinsam im Team erklimmt man die Plattform hoch oben im Baum. Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 25 Jahren erleben die Natur aus einer neuen Perspektive, um ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen und die eigenen Stärken kennenzulernen. Sie haben die Möglichkeit, sich neuen und ungewohnten Aufgaben zu stellen. Ziel ist es, Begeisterung für die Natur zu entfachen.

Durch großen, ehrenamtlichen Einsatz von Mitgliedern und Freunden der Outdoorschule Süd konnte die Baumplattform fertiggestellt werden. Sie ist von einem Gutachter auf Herz und Nieren geprüft und abgenommen worden. Die Trainer sind entsprechend geschult und haben mehrfach diverse Rettungsszenarien eingeübt und perfektioniert. Die Baumplattform ist also bereit für die ersten BesucherInnen. Vorrang bei der Buchung haben inklusive Gruppen, die Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Verhaltensoriginalitäten, körperlichen oder geistigen Herausforderungen die Möglichkeit geben, auf eine spannende und attraktive Weise den Wald und die Natur zu erleben.

Aktuelle Aktion vom 26. bis 28. September ’14: Wald erleben mit Perspektivenwechsel

Flyer „Wald erleben mit Perspektivenwechsel“„Wald erleben mit Perspektivenwechsel“ bietet den TeilnehmerInnen – egal ob mit körperlichen / geistigen Herausforderungen oder ohne – die Möglichkeit, bei einer abenteuerlichen Aktion im Wald die eigenen Grenzen zu erfahren und die Herausforderung der Baumplattform-Eroberung im Team gemeinsam zu meistern. Zudem stehen Schnitzen sowie im Wald kochen und übernachten auf dem Programm. Diese Aktion wird gefördert durch die Aktion Mensch. Noch besteht die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren, sich für diese Aktion mit und auf der Baumplattform vom 26. bis 28. September 2014 anzumelden! Auf dem Flyer (PDF) finden Sie weitere Informationen zur Aktion.

Die Baumplattform ist ein Projekt der Outdoorschule Süd e.V. in Kooperation mit dem Felsele Erlebniswald, der Städtischen Forstverwaltung Titisee-Neustadt und der Lebenshilfe Südschwarzwald. Sie befindet sich im Felsele Erlebniswald. 2013 wurde das Projekt von startsocial mit einem Beratungsstipendium unterstützt.

Die Autorin: Judith Ehrlacher (Outdoorschule Süd e. V.)

Rettopia – das Festival der Retter

Rettopia 2013Auch dieses Jahr sind wieder alle Helden und Freunde der Seilgartenszene eingeladen, gemeinsam ein Fest zu gestalten. Am 18. August findet in Aumühle bei Hamburg die inzwischen 3. Rettopia statt. Mit einem bunten Programm aus Fortbildungen, Wettkämpfen, Live-Musik und Lagerfeuer wollen wir viele Menschen zusammen bringen, die sich für die Arbeit mit Seilen in der Höhe interessieren.

Die Idee der Rettopia

Rettopia 2014Das Projekt entstand 2012 aus der Erfahrung heraus, dass in der vergleichsweise recht jungen Branche der Kletterwälder zwar viel Fachwissen vorhanden ist, ein Austausch aber allenfalls über einen Bruchteil der Szene auf Konferenzen oder Messen stattfindet. Diese richten sich primär an Betreiber und Firmen. Dabei sind es gerade die Retter draußen in den Kletterwäldern, die viele der sicherheitsrelevanten Prozesse vor Ort umsetzen und über einen großen Erfahrungsschatz verfügen. Dennoch sind sie wenig in die Weiterentwicklungen der Branche eingebunden und oft wissen sie gar nicht, welche Möglichkeiten zur Weiterbildung sie sinnvoll nutzen könnten.

Gerade bei Reparaturen im Parcours und der Totholzentnahme in den Baumkronen kommen die Kletterwald-Retter mit ihren Möglichkeiten, d. h. ohne geeignetes Fachwissen, an die Grenzen ihrer Seiltechnik und ihres Risikobewusstseins; aber auch die Weiterentwicklungen von Rettungstechniken verbreiten sich nur langsam in der Szene.

Hier ermöglicht die Rettopia einen leichten Zugang zu aktuellen Standards und einen Einstieg in ergänzende Fachgebiete. Das Ziel ist, durch Schnupperkurse die Bereitschaft zu fördern, in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Im Rahmen von Workshops können die Teilnehmer das eigene Wissen auffrischen und sich Orientierung über Verfahren aus anderen Arbeitsbereichen verschaffen. Damit bietet die Rettopia dank ihres gemischten Programms aus Workshops, Wettspielen und Live-Musik eine attraktive und gesellige Gelegenheit für Seilgartentrainer, Baumpfleger und andere Fachleute, sich weiterzubilden und den Blick über den Tellerrand des Tagesgeschäftes hinaus zu erweitern.

Dieses Jahr soll die Rettopia noch aktiver mit den verwandten Fachgebieten vernetzt werden. Alle Freunde der SKT (Seilklettertechnik / Baumklettern) und SZP (Seilzugangs- und Positionierungstechniken /Industrieklettern) sind herzlich eingeladen, als Teilnehmer dabei zu sein oder sogar mit eigenen Workshops und Wettkämpfen die Rettopia mitzugestalten.

Climb-Update® auf der Rettopia

Die Münchner Baumkletterschule bietet auf der Rettopia 2014 mit dem zweitägigen Climb-Update® ein Rundrum-Sorglos-Fortbildungspaket für die Baumkletterer an: Das Angebot umfasst einen speziell für den Bedarf in der SKT ausgerichteten Erste-Hilfe Auffrischungskurs, die jährliche Unterweisung, einen SKT-Rettungstag, einen Kletterworkshop und auf Wunsch auch eine PSA-Kontrolle. Beim Climb-Update® haben alle Teilnehmer auch die Möglichkeit, neue Geräte oder Techniken zu testen, neue Tricks zu lernen und den fachlichen Austausch mit Kollegen zu pflegen.

Programm und Workshops

Die Rettopia beginnt am 18. August 2014 um 10:00 Uhr. Direkt nach der Eröffnung geht es mit den Workshops weiter. Bislang stehen folgende Workshops fest:

Rettungsworkshop Rettopia 2013

•   Ganz entspannt auf Spannung:
    Flaschenzüge und Knoten
•   Alltagstauglichkeit verschiedener Halbautomaten
•   Seilzugangs- und Positionierungstechnik
•   Die Narben nach der Krise
•   Workshop der AG Rettung der ERCA
•   Haftungsfragen

Rettopia-Kooperationspartner HanseClimbing: Der FISAT-zertifizierte Ausbildungsbetrieb aus Hamburg unterstützt die Rettopia dieses Jahr mit einem Workshop für Seilzugangstechniker und alle Interessierten, die in dieses Seilarbeitsverfahren einsteigen wollen.

Über Facebook können auch weitere Themen vorgeschlagen werden, das Rettopia-Team bemüht sich um geeignete Referenten. Außerdem ist jeder eingeladen, eigene Workshops anzubieten, um das eigene Wissen und Können zu teilen. Alle Referenten auf der Rettopia unterstützen das Projekt ehrenamtlich. Die Rettopia bietet die Möglichkeit, das eigene Arbeitsfeld mit den dazugehörigen Angeboten vorzustellen und sich mit anderen Fachleuten auszutauschen.

Wettkämpfe und Live-Musik

Wettkämpfe bei der Rettopia 2013Abends, nach den Workshops, geht es weiter mit den Kletter- und Retterwettkämpfen. Das Rettopia-Team wird selbst zwei bis drei Disziplinen vorbereiten, jeder darf mitmachen und mit etwas Glück und Geschick gibt es am Ende auch einen Preis. Wenn jemand mit die Vision teilt, auf der Rettopia zum Beispiel die Ausrichtung der norddeutschen Meisterschaften der Baumkletterer oder Höhenarbeiter in die Hand zu nehmen, kann er sich gerne beim Rettopia-Team melden.

Liedfett bei der Rettopia 2013Zum Ende des Tages können die Füße hochgelegt werden und jeder kann es sich noch einmal gut gehen lassen. Auf der kleinen Bühne am Lagerfeuer wird wieder eine charmante Band aus dem Norden auftreten. Es gibt Zeit zum Klönen und Grillen und um den hoffentlich warmen Sommerabend zu genießen. Wer mag, kann auf der Zeltwiese übernachten und die Rettopia 2014 am nächsten Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück ausklingen lassen.

Die Eckdaten: Rettopia 2014

•   Wo: schnurstracks Kletterpark, Holzhof 2, 21521 Aumühle bei Hamburg
•   Wann: 18. August 2014
•   Start: 10.00 Uhr
•   Eintritt: 15 €
•   Veranstalter: Weitere Informationen und Anmeldung

Die Eckdaten: Climb-Update® 2014 bei Hamburg

•   Wo: schnurstracks Kletterpark, Holzhof 2, 21521 Aumühle bei Hamburg
•   Wann: 18. und 19. August 2014
•   Veranstalter: Münchner Baumkletterschule
•   Weitere Informationen und Anmeldung

Weitere Informationen zur Rettopia

•   Festival der Retter: Rettopia (Kletterblatt 2015)

Wer ist der Master im Baum? Baumklettermeisterschaften 2014 in Celle

Deutsche Baumklettermeisterschaften 2014Jedes Jahr messen sich die besten Baumklettererinnen und Baumkletterer in nationalen, europäischen und internationalen Wettkämpfen, um untereinander die Beste und den Besten auszumachen. 2014 fanden die 21. Deutschen Baumklettermeisterschaften vom 28. Mai bis zum 1. Juni im Schlosspark in Celle statt. 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten ihre Kraft, Kondition, Geschicklichkeit und ihr berufliches Können unter Beweis. Denn die Baumklettermeisterschaften sind kein sportlicher, sondern ein Berufswettkampf der kletternden Baumpflege. Alle Frauen und Männer, die dort mitmachen, üben das Baumklettern hauptberuflich aus.

Ausrichter: ISA – International Society of Arboriculture

Die Meisterschaften im Baumklettern werden von der ISA ausgerichtet. Die Baumpflege-Gesellschaft ist weltweit organisiert und hat in vielen Ländern lokale Chapter und Partner-Organisationen, die sich um die regionalen Aktivitäten etc. vor Ort kümmern. Die ISA setzt sich für die Belange der professionellen Baumpfleger und die damit zusammenhängende Forschung ein. Außerdem stehen die Förderung von Pflege und Erhaltung der Bäume und des Berufsstandes im Vordergrund. Daneben gehört auch die Organisation der jährlich auf der ganzen Welt stattfindenden Baumklettermeisterschaften zu den Aufgaben. Die deutsche Sektion der ISA ist die ISA Germany e. V., die 1990 gegründet wurde.

Ablauf der Baumklettermeisterschaften

Der grundsätzliche Ablauf der Meisterschaften ist in allen Ländern der Gleiche. In Deutschland gibt es zusätzlich zu den eigentlichen Wettkämpfen noch Vorträge und Workshops rund um die Themen Baumpflege, Baumklettern und Baumkontrolle. Außerdem wird dort seit 2006 der begleitende Wettbewerb „Visuelle Baumkontrolle“ ausgetragen. Denn auch dieser Bereich wird in der professionellen Baumpflege immer wichtiger.

Die eigentlichen Baumklettermeisterschaften sind in die Vorwettkämpfe und die sogenannte Master’s Challenge aufgeteilt. Die Vorwettkämpfe bestehen aus fünf Einzeldisziplinen: Throwline, Footlock, Speedclimb, Workclimb und Areal Rescue. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit und sportliche Leistung, auch Baum- und Artenschutz und Arbeitssicherheit sind wesentliche Faktoren, die in die Bewertung mit einfließen. Außerdem richten sich alle Wettkämpfe nach dem tatsächlichen Berufsalltag der kletternden Baumpflege. Es werden also Szenarien „nachgespielt“, die so auch in der täglichen Arbeit vorkommen.

Throwline: Wurfleine werfen

Disziplin Baumklettermeisterschaften: ThrowlineUm überhaupt in den Baum hinauf zu gelangen, muss der Kletterer zunächst ein Aufstiegsseil im Baum positionieren. Dabei ist wichtig, dass das Seil so hoch, wie es geht, installiert wird, so dass von diesem Punkt aus möglichst der gesamte Baum erreicht werden kann. Außerdem muss das Seil an einem sicheren Punkt – also einer Astgabel, die das Gewicht des Kletterer locker tragen kann – angebracht werden. Dazu verwenden Baumkletterer sogenannte Wurfleinen und Wurfgewichte, die über eine passende Astgabel geworfen werden. Mit Hilfe der Leine wird dann das eigentliche Aufstiegsseil über die Astgabel gezogen. Bei dieser Disziplin geht es also darum, mit möglichst wenig Würfen zwei Kletterseile in einem markierten Bereich innerhalb der Baumkrone einzuziehen. Je höher, desto mehr Punkte.

Footlock: Fußklemmtechnik

Disziplin Baumklettermeisterschaften: FootlockDas sogenannte Footlocken ist eine spezielle Aufstiegstechnik am Seil. Bei dieser Fußklemmtechnik erklimmt man den Baum, indem man das Seil zwischen die Füße klemmt, dadurch fixiert und sich so nach oben abstoßen kann. Dabei wird der Klemmknoten, mit dem der Kletterer am Seil fixiert ist, ebenfalls mit nach oben geschoben. Anschließend wird das Seil ein Stück weiter oben wieder zwischen die Füße geklemmt, der Klemmknoten verhindert, dass der Kletterer dabei nach unten rutscht. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis man oben angekommen ist. Im Wettkampf müssen die Teilnehmenden an einem bereits installierten Aufstiegsseil mit eigenem Gurt und eigener Klemmknotenschlinge eine Strecke von 15 bzw. zwöf Metern mit Hilfe dieser Technik möglichst schnell bewältigen. Sie sind zusätzlich über ein zweites Seil gesichert. Den Weltrekord hält der Neuseeländer James Kilpatrick mit 13,65 Sekunden auf 15 Meter.

Disziplin Baumklettermeisterschaften: SpeedclimbSpeedclimb: Schnellklettern

Beim Speedclimb müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine vorgegebene Strecke am Baum entlang nach oben klettern. Sie sind zwar mittels eines Fanggurts und einer Leine gesichert. Zum Klettern dürfen sie aber nur die eigene Kraft und Geschicklichkeit und das, was der Baum zur Verfügung stellt, nutzen. Der Zielpunkt liegt in ungefähr 15 Metern Höhe. Wie der Name schon sagt, kommt es auch hier auf die Schnelligkeit an. Um anzuzeigen, dass man oben angekommen ist, muss am Ziel eine Glocke angeschlagen werden. Erst wenn die Glocke läutet, wird die Zeit gestoppt. Das ist übrigens auch beim Footlocken so.

Workclimb: Arbeitsklettern

Disziplin Baumklettermeisterschaften: WorkclimbBeim Workclimb wird eine Arbeitssituation simuliert. Die Kletterinnen und Kletterer müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit einige Arbeitsstationen im Baum mit ihrer eigenen Ausrüstung abklettern. Dabei wird nicht nur das Erreichen bewertet. Auch ob möglichst baumschonend und gut abgesichert geklettert wird, fließt in die Punkte mit ein. An jeder Station befindet sich eine Glocke, die entweder mit der eigenen Handsäge oder einer im Baum hängenden Stangensäge angeschlagen werden muss. Außerdem gibt es manchmal eine Gewichtsstation, bei der mit Hilfe eines an den Ast gehängten Gewichts überprüft wird, wie sehr der Kletternde den Ast belastet und ob möglichst viel seines Eigengewichts im Seil hängt. Hier wird die Zeit gemessen ab dem Zeitpunkt, in dem der Kletternde oben im Baum startet. Gestoppt wird die Zeit in dem Moment, in dem er auf einem vorgegebenen Zielpunkt am Boden landet.

Areal Rescue: Personenrettung

Disziplin Baumklettermeisterschaften: Areal RescueBei dieser Disziplin wird eine Unfallsituation im Baum nachgestellt. Eine Puppe oder ein Helfer simuliert einen verletzten Baumkletterer, der sich oben im Baum befindet und nicht mehr in der Lage ist, alleine herunter zu kommen. Die Aufgabe der Teilnehmenden besteht darin, den Verletzten aus dem Baum zu retten. Auch hier gibt es ein Zeitlimit. Wichtig bei dieser Aufgabe ist, die Lage einzuschätzen und zu beurteilen, Hilfe zu verständigen und den Verletzten möglichst schonend und mittels einer sicheren Rettungstechnik zu Boden zu bringen. Ebenso wie beim Arbeitsklettern zieht auch hier das Verlieren eines Ausrüstungsgegenstandes die sofortige Qualifikation nach sich. Hier beginnt die Zeit in dem Moment abzulaufen, indem der Teilnehmer den Sicherheitskreis betritt. Gestoppt wird, sobald er gemeinsam mit dem Verletzten am Boden ankommt.

Master’s Challenge

Je nach Teilnehmerzahl qualifizieren sich die Besten aus den Vorwettkämpfen für die Master’s Challenge. In diesem Jahr bei den deutschen Baumklettermeisterschaften waren das bei den Männern die ersten Fünf, bei den Frauen die ersten Drei. Im Masters geht es – ähnlich wie beim Workclimb – darum, verschiedene Arbeitsstationen im Baum in einer vorgegebenen Zeit abzuklettern. Auch hier müssen Glocken im Baum mit Handsäge oder Stangensäge angeschlagen werden. Eine Gewichtsstation ist ebenfalls Teil des Parcours. Es wird zudem bewertet, ob mit Rücksicht auf den Baum und mit Blick auf Arbeitssicherheit gearbeitet wird. Das Besondere am Masters ist, dass hier der gesamte Arbeitsvorgang gewertet wird. Die Zeit läuft, sobald die Teilnehmer den Sicherheitskreis rund um den Masters-Baum betreten. Baumkontrolle, Seileinbau, das Abklettern der einzelnen Stationen im Baum und Seilausbau müssen innerhalb der vorgegebenen Zeit absolviert werden. Wird der Parcours nicht komplett in der vorgegebenen Zeit geschafft, werden trotzdem die Arbeitsschritte bis zum Timeout gewertet (so auch beim Arbeitsklettern und bei der Rettung). Der Verlust eines Ausrüstungsgegenstandes oder das Abbrechen eines Astes oberhalb der kritischen Aststärke führen zur sofortigen Disqualifikation. Genau wie bei Workclimb und Areal Rescue gibt es in diesem Fall eine Nullrunde.

Video zu den deutschen Baumklettermeisterschaften 2014

Ergebnisse der Vorwettkämpfe 2014

Die deutschen Baumklettermeisterschaften sind offene Wettkämpfe. Das bedeutet, dass nicht nur Mitglieder des deutschen ISA-Chapters mitmachen können, sondern auch Teilnehmer aus anderen Ländern willkommen sind. In diesem Jahr in Celle kletterten Gäste aus den Niederlanden, Irland, Schottland, Tschechien und sogar aus Kanada, Neuseeland und Australien mit. Die Zahl der internationalen Teilnehmenden ist in den Vorwettkämpfen nicht begrenzt. Für die Master’s Challenge kann sich aber jeweils nur ein Gast qualifizieren. Bei den Männern sah das Ranking nach den Vorwettkämpfen wie folgt aus: James Kilpatrick aus Neuseeland erreichte den 1. Platz und ergatterte so, wie auch schon im vergangenen Jahr, den Gastplatz im Masters. Moritz Theuerkauf, der Titelverteidiger und Ausbilder der Münchner Baumkletterschule war auf Platz 2, gefolgt von Harry Verbeek auf Platz 3, Ronny Epple auf Platz 4 und Gregor Hansch auf Platz 5. Da Harry Verbeek aus den Niederlanden stammt und der Sechstplatzierte Jiri Voda aus Tschechien, konnte sich als vierter Deutscher und fünfter Masters-Teilnehmer Michael Hansch auf Platz 7 qualifizieren. Bei den Frauen ergab sich folgende Masters-Zusammensetzung: Titelverteidigerin Annette Neumann (Platz 1), die Niederländerin Nathalie Pronk (Platz 2) und Frauke Lenz.

Deutsche Meisterin und deutscher Meister 2014

Siegerehrung BaumklettermeisterschaftenDie Frauen starteten zuerst im Masters mit Baumkontrolle, Seileinbau, Abklettern von drei Stationen im Baum und Seilausbau. Dafür hatten sie 30 Minuten Zeit. Am Ende schaffte lediglich Annette Neumann den gesamten Parcours in der vorgegebenen Zeit. Sie konnte sich klar vor Nathalie Pronk auf dem zweiten und Frauke Lenz auf dem dritten Platz durchsetzen. Annette Neumman ist also neue (und alte) deutsche Meisterin 2014. Die Männer machten es spannend: Lediglich Ronny Epple konnte den Masters-Parcours, der im Gegensatz zu den Frauen vier Stationen im Baum beinhaltete, nicht in den vorgegebenen 35 Minuten abschließen. Am Ende gewann James Kilpatrick ganz knapp. Bester Deutscher und somit neuer deutscher Meister im Baumklettern 2014 wurde Michael Hansch. Moritz Theuerkauf erreichte den dritten Platz, dicht gefolgt von Gregor Hansch auf Platz 4 und Ronny Epple auf Platz 5.

Wer gerne selbst einmal bei Baumklettermeisterschaften zuschauen möchte, hat hier in Deutschland die nächste Gelegenheit bei den 2. NRW Baumklettermeisterschaften, der Kletterkrone 2014. Diese finden vom 23. bis zum 25. August 2014 in Witten statt.

Ausführliche Berichte zu den deutschen Baumklettermeisterschaften 2014

•   Ergebnisse und Bilder der dt. Baumklettermeisterschaft ’14, Freeworker, 2. Juni 2014
•   Wer wird Meister im Baumklettern?, NDR „Hallo Niedersachsen“, 1. Juni 2014 (Video)
•   Der sanfte Kampf um die Baumkrone, NDR, 1. Juni 2014 (Bericht und Bilderstrecke)

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

Menschlicher Kletter-Profi vs. tierisches Naturtalent

Viele werden die TV-Sendung „Wildes Wohnzimmer“, die regelmäßig bei VOX über die Bildschirme flimmert, kennen. Und den treuen Zuschauern des Formats werden auch Tiertrainerin Nicolle Müller aus Berlin und ihr Nasenbär Sunny nicht ganz unbekannt sein. Schon des Öfteren waren sie im „Wilden Wohnzimmer“ zu Gast. Was das nun aber alles mit Baumklettern zu tun haben soll? Nun, Nasenbären sind exzellente Kletterer, tierische Naturtalente sozusagen. Und so ließ VOX kurzerhand Sunny gegen Christian Bindhammer, zugegebenermaßen zwar kein Baum- aber ein Sportkletter-Profi, im Hochseilgarten Ammersee antreten.

Dort hat am vergangenen Wochenende, 15./16. März 2014, übrigens die aktuelle Klettersaison begonnen. Auch Laien können hier für einen Tag zu Kletter-Profis werden. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall! Denn dieser Klettergarten ist nicht wie all die anderen. Fertig machen zum Entern …

Wer von den beiden Kletter-Assen am Ende die Nase vorne hatte, welcher Aufwand hinter diesem Wettkampf steckte und was denn nun so besonders am Hochseilgarten Ammersee ist? Das erfahren Sie im Bericht von Britta Arnold Nasenbär gegen Sportkletter-Champion im Kletterblatt – Kurszeitschrift der Münchner Baumkletterschule, Ausgabe 2010.

Kletterkurse für Geocacher

Geocache im BaumGeocaching ist eine Art Schnitzeljagd mit technischen Hilfsmitteln: Man sucht mittels GPS-Gerät und -Koordinaten nach Schätzen, die andere Cacher zusammen mit einem Logbuch sorgfältig versteckt haben. Die notwendigen Informationen findet man auf einschlägigen Foren im Internet. Nach der erfolgreichen Schatzsuche trägt man sich ins Logbuch ein – und legt den Cache zurück in das Versteck. So die Kurzfassung (weitere Informationen rund um das Geocachen). Doch wozu benötigt man da denn bitte einen (Baum-)Kletterkurs?

Die Schätze – also die Caches – werden, je nachdem wie schwer sie zu finden und zu erreichen sind, bewertet. Sogenannte T5 Caches stellen eine beträchtliche Herausforderung dar. Man gelangt nur mithilfe besonderer, körperlicher Fähigkeiten und zusätzlicher Ausrüstung zu diesen Verstecken. Bei vielen benötigt man eine Kletterausrüstung, da sie sich z. B. weit oben in Bäumen befinden.

Zwar liegt der Reiz dieser Caches gerade in dem Nervenkitzel und dem gewissen Risiko für Leib und Leben, mit dem sie verbunden sind. Man sollte aber trotzdem nicht leichtfertig die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich für Geocacher, die T5 Caches heben wollen, einen Kletterkurs zu besuchen – z. B. bei der Münchner Baumkletterschule. Dort wird man mit den wichtigsten Sicherheitsregeln und Grundzügen des Baumkletterns vertraut gemacht. Das Einschätzen von Bäumen und sicheren Ankerpunkten, Auf- und Abstieg und Rettung stehen auf dem Lehrplan des eintägigen Kurses. Für all diejenigen, die sich noch nicht sicher sind, ob T5 Caches ihr Ding sind, gibt es die Möglichkeit, die entsprechende Ausrüstung für die Kursdauer bei der Münchner Baumkletterschule zu mieten. Diejenigen, die das Fieber bereits gepackt hat, können natürlich ihre eigene Kletterausrüstung mitbringen.

Kleiner Tipp, für alle die noch „weiterkommen“ wollen: Die Münchner Baumkletterschule bietet jetzt auch einen Aufbaukurs an. Für weitere Informationen einfach direkt bei der Schule nachfragen.

Weitere Artikel rund um Freizeit-Aktivitäten auf dem Baumpflegeportal:

•   Urlaub in den Baumwipfeln: Baumhaushotels
•   Hoch hinauf in den Baum mit den Tree-Monkey-Klettergriffen
•   Sportliches Frühlingsvergnügen: Slacklinen