Braune Hallimasch Pilze auf einer Wiese im Wald

Gefährlicher Baumpilz:

Der Hallimasch

Der Hallimasch (Armillaria spp.) zählt zu den bekanntesten Baumpilzen. In Mitteleuropa gibt es sieben bis acht verschiedene Arten, die sich hinsichtlich Verbreitung, Wirtspflanzen und Aggresivität differenzieren. Die Arten lassen sich nur sehr schwer unterscheiden, weshalb man früher von nur einer Art ausging. Am gefährlichsten sind der Honiggelbe (Armillaria mellea) und der Dunkle Hallimasch (Armillaria ostoyae), die zu den Holz zersetzenden Pilzen zählen. Erst genannter befällt insbesondere Laubbäume, der zweite Nadelbäume.

Foto: 1)  Stu’s Images/wikimedia commons / CC-by-sa-3.0

Unterscheidung durch Sporenpulver

Die Fruchtkörper, also die oberirdischen sichtbaren Teile des Pilzes, treten meist im Herbst und oft in Gruppen am Stamm oder Stammfuß auf. Der Hut ist etwa vier bis zehn Zentimeter breit, hat die Form eines stumpfen Kegels und kann später eingedellt sein. Die Hutoberseite hat meist dunkle, abwischbare Schuppen. Das Sporenpulver ist weiß. Der Stiel ist drei bis zwanzig Zentimeter lang, einen halben bis mehrere Zentimter dick und hat einen deutlichen häutigen Ring, der später aber auch verschwinden kann. Durch diese Merkmale lässt sich der Hallimasch gut von den zunächst ähnlich aussehenden Schüpplingen (Pholiota spp.) unterscheiden. Bei ihnen sind die Schuppen nicht abwischbar, das Sporenpulver ist dunkel und die Ringzone undeutlich. Um die Farbe des Sporenpulvers zu bestimmen, einfach den Hut unter ein Glas auf ein weißes Blatt Papier legen. Nach etwa einem halben Tag ist die Farbe zu erkennen.

Größtes Lebewesen der Erde

Der Hallimasch gilt als das größte Lebewesen der Erde. In den USA gibt es ein Exemplar, dass sich auf einer Fläche von neun Quadratkilometern erstreckt und 600 Tonnen wiegen soll. Möglich macht dies das Myzel des Hallimasches, der unterirdische und weit verzweigte Teil des Pilzes. Dieses Myzel verdickt sich zu Strängen, die Rhizomorphen genannt werden. Sie sind dunkelbraun bis schwarz, sehen Wurzeln ähnlich und dienen wie diese ebenfalls zum Stoffwechsel und -transport.

Fotos: 1) L. Strasser, 2) LWF

Hallimasch als Kambiumkiller

Der Pilz kann durch Wunden, aber auch mit feinen Rhizomorphen durch die Wurzelrinde des Baums eindringen und diesen infizieren. Der Hallimasch tötet das Kambium des Baums, also das teilungsfähige Gewebe zwischen Rinde und Holz und wird deshalb auch als Kambiumkiller bezeichnet. Bei befallenen Bäumen kann man nach Ablösung der Rinde flächiges helles Myzel finden, das sogar im Dunkeln schwach leuchten kann. Später können auch Rhizomorphen auftreten. Über Wurzelverwachsungen können sich Hallimasche weiter zu anderen Gehölzen ausbreiten. Die Bäume zeigen Welkeerscheinungen, der Wuchs lässt nach und es kommt zum Absterben des Baumes, wobei dies je nach Vitalität des Baums und Aggressivität des Pilzes schneller oder langsamer geschieht. Der Pilz kann auch eine Weißfäule im Kern verursachen. Der Baum wird dann bruchgefährdet.

Fotos: 1) F. Stahl

Ist Hallimasch essbar? Gut kochen!

Im rohen Zustand sind Hallimasche giftig. Auch nach mehrmaligem Abkochen und Braten werden sie aber nicht von jedem vertragen. Es wird unter anderem von abführender Wirkung gesprochen, weshalb vermutet wird, dass der Name Hallimasch auf Heil/Hall-im-A… zurück zu führen ist.

Schwache Bäume werden befallen

Meist werden nur bereits geschwächte Bäume befallen, die zum Beispiel unter Trockenstress oder ähnlichen Faktoren leiden. Der Hallimasch ist auch bei der Zersetzung von Stubben beteiligt und kann dort Jahre überdauern. Ist ein Baum befallen, sollte dieser inklusive Wurzelstock gerodet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Im urbanen Bereich sind Fällungen bei Einschränkung der Verkehrssicherheit nötig, wobei gut abschottende Baumarten den Befall meist eingrenzen können. Zudem sollte das Baumumfeld hinsichtlich Ansteckungsgefahr und potenzieller Wirtsbäume bei der Fällentscheidung berücksichtigt werden.

Gastartikel von: Philipp Lehner, Baumsicht

Ihr Baumpfleger hilft Ihnen Hallimasch zu erkennen!

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Baum vom Hallimasch befallen ist? Dann lassen Sie Ihren Baum sicherheitshalber von einem Fachmann kontrollieren. Denn ein Hallimasch-Befall kann zu ernsten Baumschäden führen. Über die Suchfunktion des Baumpflegeportals finden Sie schnell einen qualifizierten Baumpfleger.

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5 Kommentare
  1. Gerhard Nestlang
    Gerhard Nestlang sagte:

    Guten Tag
    Ich habe einen Nußbaum durch Pilzbefall verloren.
    Jetzt wächst in einer Pflanzgrube 2 Meter neben dem ehemaligen Stamm aus einer Wurzel wieder dieser Pilz. Dort ist wohl vorläufig keine Neupflanzung sinnvoll. In welchem Bereich um den infizierten Stamm kann man überhaupt noch einen Baum setzen? Gerne schicke ich ein Foto des Pilzes. Vielleicht findet sich jemand, der das Problem kennt und einen Rat hat.
    Liebe Grüße aus Österreich
    Gerhard Nestlang

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Guten Tag Herr Nestlang,
      danke für Ihre Frage. Sollte es sich um den Hallimasch handeln, so können Sie in diesem Bereich neue Pflanzen setzen. Der Pilz ist ein Sekundär-Schädling, der sich nur in bereits geschwächten Bäumen einnistet. Gesunde, junge, vitale Bäume können sich meistens gegen ihn wehren. Achten Sie also darauf, dass es dem jungen Baum gut geht und er genug Nährstoffe und Wasser hat. Schnell wachsende Arten können sich schneller etablieren. Das sollten Sie bei der Auswahl beachten.

      Unser Tipp: Entfernen Sie auch den Wurzelstock des alten Baumes komplett. Damit hat ihr neuer Baum eine bessere Chance, nicht infiziert zu werden, da weniger Nährboden für den Pilz vorhanden bleibt. Dennoch: Der Hallimasch hat ein sehr großes Geflecht aus Mycel unter der Erde, wenn er gut etabliert ist (Infokasten: größtes Lebewesen der Erde). Der beste Schutz vor einer erneuten Infektion ist ein gesunder, vitaler Baum.

      Weitere Meinungen zu diesem Thema sind gerne gesehen. Ihr Team vom Baumpflegeportal

      Antworten
  2. Margit Schulze
    Margit Schulze sagte:

    Habe heute auf einer Wiese im Park und auch im Rasen von Wohnanlagen für meine Begriffe „Hallimasch“
    gefunden. Sonst nur im Wald an abgestorbenen Bäumen.Kaum Schuppen am Hut, Mitte dunkler, Stiel braun,
    unterhalb des Hutes Haut nach oben zeigend, dannn weiter kleinere ringartige bräünliche
    erhabenene Manschetten. Ist das der Hallimach, denr essbar ist? Wächst in Stauden..

    Antworten
    • Baumpflegeportal
      Baumpflegeportal sagte:

      Hallo Margit,
      es gibt in Deutschland zwei häufige Arten des Hallimasch. Den honiggelben Hallimasch und den dunklen Hallimasch. Beide Arten sind bei ausreichendem Abkochen in sehr jungem Stadium essbar, rufen jedoch bei vielen Menschen trotzdem Beschwerden hervor (der dunkle wohl mehr als der honiggelbe). Eine Essensfreigabe kann ich dir nicht erteilen, am besten gehst du mit ein paar Exemplaren zu einem Pilzberater bei in der Nähe. Oft werden Pilzseminare oder öffentliche Pilz-Prüfungen von mykologischen Vereinen angeboten. Gerne kannst du mir aber Fotos der Pilze per E-Mail zusenden, dann kann ich die Wahrscheinlichkeit besser abschätzen ob es sich um Hallimasch handelt, oder ob nicht.
      Viele Grüße, Marina Winkler

      Antworten
  3. Rene Wiedermann
    Rene Wiedermann sagte:

    Wir haben seit 2017 den Dunklen Hallimasch. Anfang 2018 wurde die befallene Douglasien Wurzel und 20 Thuja Pflanzen entfernt, mit Erdaustausch. Wir haben neue Thuja gepflanzt, diese ist bis jetzt nicht befallen. Aber die alte angrenzende Thuja hat seit November 2018, Hallimasch befall. Sollten wir vorsichtshalber die komplette alte Thuja entfernen?
    Der Hallimasch befällt bei uns auch, die Hortensien und die Rosen. Ist das normal?

    Antworten

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