Kirschessigfliege: Ernteausfall total

Kirschessigfliege
Eine Larve der Kirschessigfliege macht sich über eine Sauerkirsche her. Foto: K. Förschl © LfL

Die eingeschleppte Kirschessigfliege kann sich in der Obstanlage explosionsartig vermehren und einen vollständigen Ertragsausfall verursachen. 

Auf einen Blick:

  • Die Kirschessigfliege ist aus dem asiatischen Raum eingewandert.
  • Aufgrund der für ihre Entwicklung günstigen klimatischen Bedingungen hat sich die Kirschessigfliege stark vermehrt und große Schäden in den Obstanlagen verursacht.
  • Die Schäden können abhängig vom Betrieb, Jahr und Gebiet mehrere 100.000 Euro allein im bayerischen Obstanbau betragen.

Die aus dem asiatischen Raum eingewanderte Kirschessigfliege Drosophila suzukii stellt eine große Gefahr für den gesamten Obstbau dar: Im Gegensatz zu den heimischen Arten ist sie nämlich in der Lage, auch gesunde Früchte vor und während der Ernte mit ihren Eiern zu belegen. Aufgrund ihrer kurzen Entwicklungszeit und mehrerer Generationen kann sie sich in der Obstanlage explosionsartig vermehren und einen vollständigen Ertragsausfall zur Folge haben.

Auftreten

Im Jahr 2012 wurde die Kirschessigfliege erstmalig in Bayern festgestellt. Es konnten zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine Schäden in Obstkulturen festgestellt werden. Diese Situation hat sich seit dem Jahr 2014 grundlegend geändert. Aufgrund der für ihre Entwicklung günstigen klimatischen Bedingungen hatte sich die Kirschessigfliege stark vermehrt und große Schäden in den Obstanlagen verursacht. Zusammen mit der Marmorierten Baumwanze und der Walnussfruchtfliege zählt die Kirschessigfliege zu den invasiven Schädlingen, die Obstbauern größte Sorgen bereiten.

Auswirkungen

Betroffen sind besonders spät reifende Kirschsorten, Zwetschgen und das Beerenobst sowie der Holunder. Der Befall zeigt sich durch den Austritt von Fruchtsaft und dem Zerfall der Früchte durch den Fraß der zahlreichen Larven.

Erkennung

Die Früherkennung kann durch unterschiedliche Methoden, wie z. B. durch den Fang der Kirschessigfliegen mit Lockstofffallen oder durch die Salzwassermethode überwiegend im erntenahen Bereich erfolgen. In diesem Zeitraum sind Kontrollen im Abstand von ein bis zwei Tagen erforderlich, um den Befall rechtzeitig zu erkennen.

Bei der Salzwassermethode legt man verdächtige Früchte in 10-prozentiges Salzwasser (10 g  Salz in 100 ml Wasser auflösen) ein. Binnen weniger Stunden verlassen die Larven der Kirschessigfliege die Frucht und die Larven schwimmen auf der Flüssigkeit.

Der Fang der erwachsenen Tiere der Kirschessigfliege kann mit Plastikbehältern erfolgen, z. B. Plastikflaschen, die am oberen Rand mit zwei Reihen einer Lochung mit einem Durchmesser von 3,5 mm versehen sind und mit ca. 200 ml einer Mischung aus Apfelessig und Wasser (50:50) gefüllt sind.

Die männlichen Fruchtfliegen haben im Gegensatz zu „normalen“ Fruchtfliegen einen braunschwarzen Punkt auf den Flügeln, der mit dem Auge erkennbar ist. Bei den Weibchen ist der sehr große Legebohrer nur unter einem Binokular erkennbar.

Bekämpfung

Folgende Gegenmaßnahmen stehen bereit, eine Kombination aus mehreren Maßnahmen verspricht den größten Erfolg:

  • Hygienemaßnahmen: gefährdete Obstkulturen vollständig abernten, befallene Früchte sicher entsorgen (nicht: einfaches Kompostieren)
  • Frühzeitig ernten
  • Kühlung nach der Ernte (maximal 1 Grad; funktioniert aber nur bei den Larvenstadien 1 und 2!)
  • Einnetzung (erste Wahl!)
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (funktioniert nur eingeschränkt, umstritten!)

 Gastbeitrag von: Eva Satzl, LfL

Quellen:

Kirschessigfliege: Erkennung, Biologie, Monitoring, Bekämpfung, www.lfl.bayern.de/ips/obstbau/096383/index.php, abgerufen am 2.3.2026

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Kirschessigfliege: Herkunft und Bedeutung, www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/pflanzenschutz/kirschessigfliege.html, abgerufen am 2.3.2026

AGES: Kirschessigfliege, www.ages.at/pflanze/pflanzengesundheit/schaderreger-von-a-bis-z/kirschessigfliege, abgerufen am 2.3.2026

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