Baum des Jahres 2019

Die Ulme in der Mythologie

In der Mythologie spielt die Ulme eine wichtige Rolle. Als Symbol für Tod und Trauer, als Wohnort für Feen und Waldgeister und als Schutzbaum für Höfe ist die Ulme bekannt. Leider sind die Ulmen heute selten. Das Ulmensterben fordert seinen Tribut und hinterlässt nur wenige alte Ulmenbäume.

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Schutzbaum der Höfe

Hofbäume gehören seit jeher zum Bauernhof dazu. Eine breit ausladende Buche, eine im Sommer duftende und summende Linde oder eine hoch aufragende Ulme verleihen jedem Innenhof das gewisse Extra. Besonders in Schweden war die Ulme ein häufiger Hofbaum. Sie gelten als Schutzbäume und halten nach mythologischen Ansichten böse Geister fern. In ihnen wohnen Feen und sie verbinden die Welt der Menschen mit der Tier- und Pflanzenwelt. Noch heute finden sich Hotels, Gasthäuser und Bauernhöfe mit dem Zusatz „Zur Ulme“, selbst wenn der frühere Hofbaum nicht mehr existiert.

Die Ulme von Nindorf

Ein besonders schönes Beispiel für alte Hofulmen ist die knochige Ulme von Nindorf. Sie ist ein lebender Beweis, dass die Flatterulme, Baum des Jahres 2019, dem Ulmensterben trotzt. Ihre knorrige, durchlöcherte Gestalt verführt den Betrachter in eine andere Welt. Halb erwartet er, dass Feen und andere mythische Wesen aus den Löchern im Stamm herausschauen.

Die Ulme als Trauerbaum

In der griechischen Antike war die Ulme ein Symbol für den Schlaf, den Tod und die Trauer. Ihre Früchte begleiten die Toten auf dem Weg in die Unterwelt. Nicht nur Hermes, sondern auch Morpheus, der Gott des Schlafes, bedient sich der Ulmenkräfte. An einer Ulme am Eingang zur Unterwelt hängen die Träume der Menschen. Durch sie übermittelt Morpheus Botschaften in die Welt der Lebenden.

Regelmäßig taucht die Ulme in Sagen und Geschichten als Trauerbaum auf. Orpheus beweinte seine verlorene Liebe unter einer Ulme und die Nympfen der griechischen Mythologie pflanzten für jeden gefallenen Helden eine Ulme. Die Engländer verarbeiteten die Ulme traditionell zu Särgen.

Starke Ulmen und ihre Geschichten

Ulmen werden bis zu 400 Jahre alt. Ihre Stämme sind im Alter hohl und die Rinde ist knorrig. Kein Wunder, dass die Menschen in den bizarren Stammformen der Ulme allerhand Geschichten und Mythen sehen. Leider gibt es im 20. Jahrhundert nur wenige Ulmenveteranen. Die meisten fielen in den letzten Jahren dem Ulmensterben zum Opfer. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen Bäume zu schützen und ihre Geschichten weiterzuerzählen.

Lutherulme in Pfiffligheim bei Worms

Die Lutherulme in Pfiffligheim ist eine der letzten alten Ulmen. Auch sie mussten die Behörden aufgrund des Ulmensterbens fällen. Dank eines Künstlers ist sie heute Zeichen ihrer imposanten Vergangenheit. Die Lutherulme verdankt ihren Namen dem weltberühmten Martin Luther. Unterschiedliche Geschichten erzählen von ihrer Entstehung.

In der ersten zweifelte eine alte Frau an den Worten seiner Predigt. Sie steckte einen Ulmenzweig in den Boden und sagte, sie glaube erst daran, wenn dieser Zweig grün würde. Diese Ulme erreichte einen Stammumfang von elf Metern.

In der zweiten Geschichte steckt Martin Luther einen Ulmenstab in die Erde, bevor er seine Lehren 1521 vor den Reichstag in Worms brachte. Gleich, wie seine Lehren langsam Wurzeln fassten und ergrünten, wuchs auch der Ulmenzweig und wurde zu einem stattlichen Baum.

Ulme im keltischen Baumkreis

Der Baumkreis besteht aus 21 Bäumen, die auf dem keltischen Kreuz der Jahreszeiten basieren. Die Ulme hat ihren Platz im Baumkreis vom 12. bis zum 24. Januar und vom 15. bis zum 25. Juli. Sie ist der Baum des Erwachens. Wer im Zeichen der Ulme geboren ist, ist ehrlich, klug und geht den Dingen immer auf den Grund. Realistisch betrachten Ulmen-Geborene jede Situation und lassen sich nicht schnell verunsichern. Sie setzten sich gern für ihre Mitmenschen und auch ihre eigenen Interessen ein.

Wie die Ulme zu schiefen Blättern kam

Nach einem Märchen von Antje und Burkhard Neumann entstanden die ungleichen Blätter der Ulme durch einen Streich. Der Junge Reki suchte seinen Weg durch den dichten Ulmenwald, und markierte seinen Weg zurück. Dazu riss er an Blättern der Ulme ein Stück vom Blattgrund ab. Er glaubte nicht an die Waldgeister und so spielten diese ihm einen Streich. Sie ließen alle Ulmenblätter im Wald schief werden, woraufhin Reki mehrere Tage brauchte, um nach Hause zu finden. Als Erinnerung an die Waldgeister an alle Menschen sind bis heute alle Ulmenblätter schief.

Die Autorin: Marina Winkler

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Quellen:

  • Elmar Wölm: Mythologie, Bedeutung und Wesen unserer Bäume; Shaka Media 2016
    erhältlich als kostenloses E-Book
  • Rudi Beiser: Baum und Mensch; Ulmer 2017
    erhältlich bei Ulmer
  • Der Baumkreis, die Ulme
  • Doris Laudert: Mythos Baum; blv 2004
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