Collage aus verschiedenen Bäumen

Starke Baumtypen

Bäume, die unsere Leser faszinieren

In den Jahren 2015 und 2016 haben sich unsere Leser aktiv an unserer Serie „Starke Baumtypen“ beteiligt und Bilder von außergewöhnlichen und beeindruckenden Bäumen an die Redaktion geschickt. Aber sehen Sie einfach selbst, welche Bäume unsere Leser fasziniert haben.

Ein Baum, der keine Worte benötigt

Diesen starken Baumtypen hat uns Annette Michel zugeschickt. Ihr Kommentar: Ohne Worte. Und auch wir sind der Meinung, dass diese Baumpersönlichkeit für sich selbst spricht!

Skurrile Wuchsform

Von Uwe Peter hat uns dieses Bild von einer Süntel-Buche erreicht. Sie lebt in der Nähe von Pfungstadt (Südhessen). Ihm gefällt dieser starke Baumtyp wegen der schönen, skurrilen Wuchsform. Was entdecken Sie darin?

Die Trauerweide auf der Wiese

Schon oft sind wir an ihr vorbeigeradelt. An heißen, windstillen Sommertagen stand sie mit hängenden Ästen da – wie wenn sie uns umarmend in ihr schattiges Zelt einladen wollte. An windigen Tagen spotteten ihre gegen uns gerichtet Äste unseren Bemühungen oder sie peitschte uns mit ihren Ästen nach vorne. Aber immer war es wie ein Gruß zum Abschied am Rande des Naturschutzgebiets Elzwiesen. Die Landschaft am Oberrhein – zwischen Baden-Baden und Freiburg – hat noch viele schöne Orte: Aber Maisanbau, Erdbeer- und Spargelproduktion haben die Landschaft großflächig ausgeräumt. Mais, Erdebeere und Spargel verdrängen Hecken, Baumgruppen oder starke Baumtypen. Aber im Naturschutzgebiet Elzwiesen gibt es sie noch – die starken Baumtypen wie diese Trauerweide.

Der Baum im Baum und die Baumballerina

„Ich verfolge nun schon seit einiger Zeit eure Beiträge und bin ein Fan geworden. Deshalb dachte ich mir, jetzt schicke ich auch mal zwei Bilder ein. Denn ich bin der Meinung, dass man diese niemandem vorenthalten sollte. Ich selbst bin als Forstwirt und Baumkontrolleur tätig. Als wir in den Wintermonaten im Holzeinschlag waren und ich es auf deutsch gesagt langsam satt hatte: Vier Monate durch den Schnee stapfen, morgens aus dem Haus gehen, wenn es noch dunkel ist, zum Feierabend – wenn Schnittschutzhose und Schuhe durchnässt sind – nach Hause laufen und einem dabei minus 20 Grad durch Mark und Bein fahren. Dann denkt man sich manchmal schon, warum mache ich das hier überhaupt?

An so einem harten Tag schaue ich mir dann gerne meine Eindrücke aus der Natur an, die ich in Atempausen zum Beispiel nach der Fällung eines Baums mit dem Handy geschossen habe. Und schon fange ich an, zu schmunzeln. Ich sage dann immer zu mir, war doch nicht so schlimm und die schlechte Laune ist verflogen. Ich liebe meinen Beruf und oft muntern mich auch Kleinigkeiten, die einem die Natur zeigt, wieder auf. Die beiden Bilder zeigen keinen Baum, sondern Faulstelle an Rotbuchen, die sich bei der Fällung des Baums zeigten: Auf dem ersten Bild sieht man einen Baum im Baum – oder doch einen Blick in die Zukunft? Und auf dem zweiten Bild ist eine Baumballerina oder eine tanzende Waldelfe zu erkennen.“

Philipp Pollmer

Zeitdimensionen

Nur auf eine Tasse Kaffee wollte ich mal wieder bei einer Freundin vorbeischauen. Dass es dann doch nicht bei einer Tasse blieb, daran war dieses Gehölz schuld: ein Olivenbäumchen im Terrakottatopf, das unter einem Apfelbaum in ihrem Garten stand. Olive und Apfel! Und schon waren wir bei der Frage, ob der Baum der Erkenntnis vielleicht ein Olivenbaum gewesen sei? Ein Apfelbaum war es jedenfalls nicht. In Jerusalem stehen im Garten Gethsemane Olivenbäume, die angeblich schon zur Zeit Jesu dort standen. Einige Jahre jünger ist der Olivenbaum, der mir bei dem Olivenbäumchen unterm Apfelbaum in den Sinn kam: Ein beeindruckender Olivenbaum bei Trevi (Umbrien, Italien), der im Jahr 304 gepflanzt worden sein soll. Inzwischen ist er also beeindruckende 1.700 Jahre alt.

Bei der Frage: „Was ist in 1.700 Jahren?“, war es vorbei mit dem Kurzbesuch. Wie sieht die Welt aus im Jahr 3700? Darüber haben wir lange diskutiert. Ohne Ergebnis. Wir wagten nicht einmal Prognosen für die nächsten zehn Jahre.Was uns blieb war nur der Olivenbaum, der seit 1.700 Jahren in Trevi an dieser Stelle steht. Es macht Bäume verletzlich, dass ihr Standort endgültig ist. Umso faszinierender ist es, einen Baum zu sehen, der 1.700 Jahre an seinem Standort überleben konnte.

Was ist im Jahr 3700? Dieser Baum hat 1.700 Jahre erlebt: Er startet mit dem Sieg Kaiser Konstantins an der Milvischen Brücke, das Christentum etabliert sich. Hunnen, Goten, Alemannen, Vandalen u. a. marschieren durch Europa. Nach 300 Jahren verlässt Mohammed Mekka (622). Nach 500 Jahren wird Karl der Große zum Kaiser gekrönt. Nach 1.100 Jahren wütet die Pest in Europa. Danach kommt der Buchdruck, Kolumbus segelt nach Amerika, Reformation, Renaissance, Revolution, 1848 in Deutschland … 3. Oktober 2015. Das war der Tag, an dem ich das Olivenbäumchen unterm Apfelbaum fotografierte. Wie ist die Welt im Jahr 3700? Ich weiß es nicht. Aber vielleicht steht im Jahr 3700 ein beeindruckender Baum noch an der gleichen Stelle wie heute als junges Pflänzchen.

Bedrohter Baum-Elefant

Elke Bienert hat uns ihr „liebstes“ Baumbild zugeschickt. Sie schreibt dazu:„Wer genau hinsieht, erkennt den Elefanten im Baum mit Auge und Rüssel. Das ist eine Süntelbuche, die im Rosensteinpark in Stuttgart steht. Die Geschichte hierzu: Der Park wird an allen Seiten zugunsten von Wohn- und Straßenbau zerstört, obwohl er ein FFH-Gebiet ist. Unter dem Park werden Tunnels gebaut, die den alten Bäumen dort vermutlich bald „den Rest“ geben werden. Der Park wurde auf Felsen errichtet. Von diesen Süntelbuchen gibt es derzeit noch zwei im Park.“

Starke Einheit

Jan Morgenstern ist gerne draußen unterwegs und wandert viel – bevorzugt in den Bergen. Auf einer seiner Wandertouren durch die Alpen ist ihm dieser starke Baumtyp begegnet:„Dieser Nadelbaum steht an einem Wanderweg von Schloss Linderhof hinauf zum Pürschlinghaus. Klammert er sich, nach Halt suchend, an dem Felsen fest? Oder ist er es, der den Felsen fest im Griff hat und ihn an Ort und Stelle hält? Fels und Wurzelwerk sind zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen. Kaum mehr voneinander zu trennen, eine Einheit. Es beeindruckt mich immer wieder auf’s Neue, wie Wurzeln sich langsam durch Stein hindurcharbeiten, wie sie jeden noch so kleinen Spalt finden, um sich dort zu verankern.“

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