Verschiedene Aufgaben für Baumpfleger auf einem Bild

Experten-Suche

Der richtige Profi für Ihr Baumproblem!

Die Suche nach dem geeigneten Baumexperten mit der passenden Qualifikation für das Problem des Gartenbaums gestaltet sich oft schwer. Die alte Eiche schmeißt wöchentlich tote Äste ab und die Birke hat ein Loch mitten im Stamm! Ist das Problem am Baum erkannt, bleibt die Frage, wer ist der richtige Fachmann für den Gartenbaum? Die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten zum Baumpfleger stellen den Kunden vor die Qual der Wahl.

Die Qualifikationen der Baumpfleger

Der Begriff „Baumpfleger“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Vielmehr kann sich jeder Baumpfleger nennen, der Bäume schneidet und pflegt. Ob er das kann, erkennt der Kunde an seiner Ausbildungen und seinen Qualifikationen. Diese teilen sich in zwei Schwerpunkte auf. Zum einen benötigt er Kenntnisse in der Klettertechnik und zum anderen Ausbildungen in der Baumpflege. Für eine zielführende und Mensch und Natur schonende Arbeit im Baum sind beide Teilbereiche nötig!

Baumpflege

Wer sicher in den Baum und zurück kommt, weiß noch lange nicht, wie er einen Baum physiologisch sinnvoll pflegt und schneidet. Hierfür gibt es spezielle Kurse und Weiterbildungen. Der wohl bekannteste und europaweit angesehenste ist der European Tree Technician (ETT). Er vermittelt alles, was ein Baumpfleger wissen muss. Die Vorstufe des ETT ist der ETW, der European Tree Worker. Als äquivalente Ausbildung zum ETT gilt der Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung.

Baumklettern

Um große Bäume zu pflegen und auch die äußersten Winkel der Baumkronen zu erreichen, wenden Baumpfleger eine spezielle Klettertechnik an. Den dafür notwendigen Baumkletterschein erwerben sie bei einer Fachschule. Zwei allgemein anerkannte Zertifikate, die aufeinander aufbauen, benötigen die kletternden Baumpfleger. Der SKT-A Schein berechtigt zum seilunterstützten Klettern im Baum, der SKT-B Schein erlaubt die gewerbliche Arbeit mit der Motorsäge in der Baumkrone.

Passende Ausbildungen für Baumprobleme

Unterschiedliche Baumarten und die vielen verschieden Krankheiten benötigen eine passende Pflege oder Behandlung. Nicht jedes Problem benötigt einen speziellen Baumpfleger, aber nicht jeder Baumpfleger ist für spezielle Probleme ausgebildet oder darauf spezialisiert. Achten Sie daher auf das entsprechende Leistungsangebot der Baumpfleger und die Qualifikationen des Fachbetriebes.

Bäume fällen lassen

Bäume fällen lassen

Waldarbeiter auf einer Hubbühne sägen einen Baum ab

Einen Baum mit der Seilklettertechnik zu fällen braucht viel Wissen und Erfahrung. Den Stamm sägt der Baumpfleger Stück für Stück mit der Motorsäge ab. Neben der SKT-A Schein ist auch der SKT-B Schein dafür Pflicht. Nutzt der Fachmann eine Hebebühne, um den Baum abzutragen, braucht er den Nachweis für den AS-Baum II. Auf den Baustellen sind immer zwei Arbeiter vorgeschrieben, um sich im Fall der Fälle gegenseitig zu retten.

Totholz aus der Krone entfernen

Totholz entfernen

Baumpfleger steht auf einem Ast und plant den nächsten Schritt

Gerade Laubbäume bilden im Alter viel Totholz aus. Mitunter sind die toten Äste sehr dick und verursachen Schäden, wenn sie zu Boden fallen. Die Äste nutzen dem Baum nichts mehr und verschatten zusätzlich die Krone. Hier hilft eine Kronenpflege, bei der ein Baumpfleger alle toten, kranken oder reibenden Äste aus der Baumkrone entfernt. Für diese Art der Baumpflege ist eine Handsäge meist besser als die Motorsäge. Sie ist einfacher zu handhaben und der Schnitt ist sauberer. Sind die Äste nicht zu dick, ist das normalerweise kein Problem. Deshalb genügt der SKT-A Schein aus und befähigt den Baumpfleger für die Kronenpflege. Das Wissen um die Baumbiologie, den Schnitt auf Astring und das Erkennen reibender Äste und Baumkrankheiten ist unerlässlich und erlenen die Baumpfleger in zusätzlichen Kursen. Fragen Sie den Baumpfleger deshalb nach seinen Zusatzqualifikationen.

Baum ist zu hoch/ zu dicht

Kronenpflege, Auslichtung und Kroneneinkürzung

Baumpfleger klettert am Seil einen Baum hoch.

Schwieriger ist die Sache, wenn es um eine Kronenpflege, einen Verjüngungsschnitt, eine Kroneneinkürzung oder eine Kronenauslichtung geht. Diese Schnitte sind komplex und müssen an den Habitus des Baumes angepasst sein. Die Schnitte nehmen Einfluss auf das Wachstum der Äste und bestimmen das weitere Baumleben. Hier ist neben der Klettertechnik sehr viel baumbiologisches Wissen nötig, um dem Baum nicht zu schaden. Gerade unfachgerechte Kappungen und zu starke Rückschnitte führen zu explosivem Wachstum, dem Verlust von Reservestoffen und in Folge zu gefährlichen Starkästen an den Schnittstellen.

Das Wissen um die Reaktionen des Baumes auf verschiedene Schnitte ist essentiell, um die Krone nachhaltig und schadlos für den Baum zu formen. Schneidet der Baumpfleger schlecht, drohen Pilzbefall und faulende Stellen im Holz. Auch Überreaktionen durch falschen Schnitt werden schnell gefährlich. Einen Baum zu schneiden, dass er moderat austreibt und die Wunden schnell verschließt, bedarf baumphysiologischer Kenntnisse und Übung.

Suchen Sie bei diesen Arbeiten einen Baumpfleger aus, der mindestens die Qualifikation zum European Tree Worker hat. Noch besser ausgebildet sind European Tree Technicians oder Fachagrarwirte der Baumpflege. Auch die Weiterbildung „Fachgerechter Baumschnitt“ verweist auf die Fähigkeiten des Baumpflegers.

Sturmschaden und abgebrochene Äste

Sturmschaden und abgebrochene Äste

Gebrochener Stamm einer Eiche

Beheben Sie Sturmschäden an Bäumen niemals selbst! Gerade gekippte Bäume oder umgebogene Stämme stehen unter enormer Spannung, die zerbersten unverhofft und blitzartig. Schwere und tödliche Verletzungen sind dann nicht selten. Spezielle Ausrüstung und Erfahrung sind nötig, um den Schaden sicher aufzuarbeiten. Gekippte, gebrochene oder gebogene Bäume überlassen Sie einem Baumpfleger mit Erfahrung! Auch private Forstunternehmen oder GaLaBau-Betriebe sind eine gute Anlaufstelle. Ist Gefahr im Verzug, hilft die lokale Feuerwehr.

Obstbaumschnitt im Garten

Obstbaumschnitt im Garten

Gelb-rote Früchte des Apfelbaumes mit zahlreichen Blättern an einem Ast.

Obstbäume sind im Vergleich zu großen Gartenbäume ein Sonderfall. Obstbaumsorten sind oft für den Garten gezüchtet und über Jahrzehnte hinweg auf Ertrag angelegt. Sie benötigen regelmäßigen Schnitt, um die Last zu tragen und in Form zu bleiben. Ungeschnittene Obstbäume vergreisen schnell, bilden zu dichte Kronen und bringen weniger Früchte hervor. Der Schnitt eines Obstbaumes unterscheidet sich stark von einem fachgerechten Schnitt von Großbäumen und bedarf einer speziellen Ausbildung. Auch Streuobstwiesen benötigen besondere Pflege!

Es gibt deutschlandweit zahlreiche Kurse und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Obstbaumpflege. Allgemein angesehen ist die Ausbildung zum Obstbaumwart. LOGL (Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft) und unterschiedliche Vereine, GaLaBau-Verbände und führen sie durch. Zahlreiche Gärtnereien, Baumschulen und Verbände bieten zudem Obstschnittkurse für unterschiedliche Baumarten an. Apfelbäume brauchen einen anderen Schnitt als Kirschbäume und die Schnittzeiten unterscheiden sich von Obstbaum zu Obstbaum.

Denkmalschutz und Archebäume

Denkmalschutz und Archebäume

Alte Eiche mit vielen blattlosen Totästen und einem dicken Stamm vor blauem Himmel

Bäume, die unter Denkmalschutz stehen, Biotopbäume oder Bäume mit seltenen Bewohnern wie Eichenheldbock oder Eremit, brauchen eine andere Pflege, als gesunde, junge Bäume. Um sie zu pflegen, sind zusätzliche Qualifikationen empfehlenswert. Die Zusatzqualifikation „Artenschutz in der Baumpflege“ oder Teilnahme an Seminaren und Veranstaltungen wie den „Augsburger Baumpflegetagen“ oder den „Osnabrücker Baumpflegetagen“ sind hier sinnvoll. Fragen Sie nach der Erfahrung des Baumpflegers mit alten Bäumen oder Archebäumen.

Baumkontrollen und Verkehrssicherung

Baumkontrollen und Verkehrssicherung

Ein Mann mit Hammer und Stock untersucht einen Baum

Kranke und alte Bäume sind oft nicht mehr standsicher oder bruchgefährdet. Regelmäßige Baumkontrollen oder ein Baumgutachten hilft einzuschätzen, wie weit die Fäule fortgeschritten ist und ob der Baum für Passanten oder die Umgebung gefährlich ist oder nicht.

Ähnlich wie beim Baumpfleger ist Baumkontrolleur keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder kann Bäume kontrollieren. Umso wichtiger, den Fachmann nach seiner Ausbildung zu fragen. Ausbildungen in diesem Bereich reichen von eintägigen Kursen zur Baumbeurteilung, über den aufwendig zertifizierten Baumkontrolleur FLL bis hin zum öffentlich bestellten und vereidigten Baumsachverständigen. Dieser darf auch Gerichtsgutachten erstellen. Beim Rechtsstreit lohnt es sich, einen ÖBV-Baumgutachter zu beauftragen. Geht es um die Verkehrssicherheit ist die Wahl eines zertifizierten Baumkontrolleurs ausreichend.

Verbände grenzen die Suche ein

Viele Baumpfleger-Verbände knüpfen Bedingungen an ihre Mitglieder. Der „Fachverband geprüfter Baumpfleger e.V.“ beispielsweise nimmt nur Mitglieder auf, die mindestens ausgebildete European Tree Worker sind. Ein Blick auf die Verbandsseite gibt Ihnen oft einen guten Anhaltspunkt, was ein Baumpfleger kann, wenn er Mitglied ist. Auch das RAL-Gütesiegel ist Zeichen für eine qualitative Ausbildung.

Das Vorgespräch

Achten Sie beim Vorgespräch darauf, was Ihnen der Fachmann vorschlägt. Spricht er von Kappung oder von Schnitt auf Zugast? Hat er vor, den Baum im Habitus zu erhalten, oder auf eine Höhe abzuschneiden? Im persönlichen Gespräch erfahren Sie schon viel über das Können und die Einstellung des Baumpflegers.

Suchen Sie sich den passenden Baumpfleger aus!

Alle Baumpfleger in Ihrer Nähe finden Sie auf Baumpflegeportal.de! Über die Suchfunktion des Baumpflegeportals vergleichen Sie ganz einfach die Qualifikationen der einzelnen Baumpfleger.

Ausbildungen in der Baumpflege

SKT-A

Die Seilklettertechnik Stufe A ist Pflicht für jeden gewerblichen Baumkletterer. Er bescheinigt, dass der Baumpfleger sicher und kräfteschonend in die Baumkrone klettern und im Notfall einen Kollegen retten kann.

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SKT-B

Die Seilklettertechnik Stufe B baut auf dem SKT-A auf. Der Schein befähigt den Baumpfleger, mit der Motorsäge im Baum zu arbeiten. Baumpfleger arbeiten vor allem bei seilunterstützten Fällungen und bei Sturmschäden mit der Motorsäge.

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European Tree Worker

Baumpfleger mit der Ausbildung zum ETW können nicht nur in die Bäume klettern, sondern wissen auch um die Biologie der Bäume, das Austriebsverhalten und beherrschen die richtige Schnitttechnik. Zudam ist der ETW in vielen europäischen Ländern angesehen.

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European Tree Technician

Der ETT ist der Aufbaukurs zum ETW und ist aktuell neben dem Fachagrarwirt Baumpflege die höchste Ausbildung. Neben Baumphysiologie und Schnitttechnik lernt der Baumpfleger auch den Natur- und Artenschutz in der Baumpflege kennen.

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Fachagrarwirt Baumpflege

Der FAW Baumpflege steht auf der gleichen Stufe wie der ETT. Er setzt eine dreijährige Ausbildung in einem grünen Beruf voraus und ist nur in Deutschland gültig.

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Artenschuzt in der Baumpflege

Die Zusatzqualifikation ist besonders für die Pfelge alter Bäume oder Baumdenkmäler wichtig. Der Baumpfleger kennt die Anzeichen für baumbewohnende Tiere und weiß auf die Besonderheiten seltener Arten zu achten. Biotopbäume benötigen andere Pflege um ihre Funktion als Lebensraum nicht zu verlieren.

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