Ein Gespräch mit Nikolaus Fröhlich – Baumkönig 2021

„Natur und Mensch gehören zusammen“

Jedes Jahr im November wählt die Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung nicht nur den Baum des Jahres, sondern auch die dazugehörige Hoheit. Bis November war Charlotte Baumann die amtierende Baumkönigin. Nikolaus Fröhlich löste sie bereits in ihrem Amt ab. Er ist der erste Baumkönig auf dem grünen Thron. Warum sich der junge Mann für das Amt des Baukönigs bewarb, was er mit seiner Tätigkeit erreichen will und warum für ihn fachgerechte Baumpflege so wichtig ist, verriet er dem Baumpflegeportal:

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Vom Kuhstall und dem Wald

Nikolaus Fröhlich ist das, was viele als echten Naturliebhaber bezeichnen. Der Baumkönig 2021 wuchs auf dem elterlichen Bio-Milchviehbetrieb im idyllischen Allgäu auf. Wenn er als Kind nicht gerade im Kuhstall war, zog es ihn in den Wald. Das Herz des Allgäuers war schon immer grün. „Natur und Mensch gehören einfach zusammen“, findet der Student. Seinen Bachelorstudiengang der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung schloss er bereits erfolgreich ab. Sein nächstes Ziel: Der Master in Umweltschutz und Landschaftsplanung. „In unserem Betrieb sah ich schon als Kind, wie stark Natur und Mensch voneinander abhängig sind“, so der Baumkönig. Er wolle das in Zukunft weiter verbinden: Landschaften und menschlich geschaffene Strukturen so verweben, dass Mensch und Ökosysteme gleichermaßen davon profitieren.

Nächster Stopp: Baumkönig 2021

„Eine Kommilitonin machte mich auf die Dr. Silvius Wodarz Stiftung aufmerksam und eben auf das Amt“, blickt Fröhlich zurück. „Sie sagte: ‚Mensch Nikolaus, das wäre doch was für dich’“, so der Baumkönig 2021. Ehrenamtliches Engagement und ein gewisser Hang, die Welt verbessern zu wollen, würden auf ihn zu treffen. Das behauptet zumindest besagte Kommilitonin. „Kurzerhand schaute ich mir die Stiftung an und bewarb mich“, erklärt er weiter. Es dauerte nicht lange, bis er eine Rückmeldung erhielt. Das Ergebnis kennen wir: Nikolaus Fröhlich ist der erste Baumkönig und trat bereits im November sein Amt an.

Nikolaus Fröhlich liebt Bäume, wie diese Kugelrobinie
Baumkönig 2021: Nikolaus Fröhlich Botschafter der Stechpalme

Als Baumkönig hat er klare Wünsche und Ziele: Die Ilex und die Stiftung bekannter machen und auf die Nische „Baum und Baumwelten“ aufmerksam machen. „Wir hängen alle zusammen: Baum und Mensch – alles ist ein Kreislauf, den wir nicht vergessen dürfen“, findet Fröhlich. Als Landwirtssohn sieht er viele Dinge aus einer anderen Perspektive: „Als zukünftiger Landschaftsplaner sehe ich überall Potential.“ Hecken, die Ackerflächen durchbrechen, urbane Grünflächen optimal nutzen und vorhandene Ökosysteme zugänglich machen – das sind seine Ziele für die Zukunft. „Nicht alles, was vor 20 Jahren richtig war, ist es auch noch heute. Deswegen ist aber nicht alles schlecht, was vor 20 Jahren Praxis war“, so das Credo des Baukönigs 2021.

Alle Fotos: Ramona Binzer

Der Baum des Jahres 2021

Die Ilex aquifolim ist Baum des Jahres 2021. „Natürlich wünsche ich mir, dass die Stechpalme bekannter wird“, erklärt Nikolaus Fröhlich. Er gibt zu bedenken, dass nicht in jedem Wald optimale Bedingungen für die Ilex herrschen. „Wir haben in unserem Garten selbst einige Exemplare“, verrät der Student. „Erstaunlicherweise überlebten nur die panaschierten Sorten den Winter“, erklärt Nikolaus Fröhlich. Seine Bilanz: Testen, was an Standorten funktioniert und Bepflanzungen nicht auf Biegen und Brechen umsetzen. Der hofeigene Wald, sei da das beste Beispiel. „Wir haben aktuell überwiegen Fichten in unserem Wald, bauen aber gerade um“, erzählt er. Vor vielen Jahren war die Fichte die Antwort auf alle Fragen in deutschen Wäldern.

„Der Borkenkäfer war auch bei uns nicht untätig. Unsere Ersatzpflanzungen bestehen jetzt aus Weißtanne, Rotbuche, Stieleiche und Bergahorn“, schildert Nikolaus Fröhlich. Douglasie pflanzte er an sonnigeren Stellen, die Hainbuche an schattigeren. Der Baumkönig 2021 experimentiert auch gern: So pflanzte er versuchsweise die Schwarznuss bei sich im Wald. Dieser Baum stammt eigentlich aus dem östlichen Nordamerika. Er wolle testen, wie sie sich schlägt und was sie für Potentiale für die Zukunft bereithält. In dem elterlichen Waldstück spiegelt sich sein Credo wieder: Das Vergangene nicht vergessen, daraus lernen und die Zukunft neu gestalten.

Ein königlicher Wunsch

Nikolaus Fröhlich ist ein Planer: „In fünf Jahren bin ich hoffentlich mit meinem Studium fertig und setze meine ersten Ziele bereits in die Tat um. Außerdem hoffe ich, dass ich dann noch ein bisschen weiser bin. Auch wenn das die Zeit natürlich mit sich bringt. Im privaten Bereich möchte ich irgendwann einmal Arabisch und Spanisch lernen.“

Aber der Baumkönig hat noch einen anderen Wunsch: Fachgerechte Baumpflege. „Ich wünsche mir, dass fachgerechte Baumpflege nicht nur eine Geldfrage ist.“ Ihm sei es wichtig, dass vor allem Gemeinden lernen, dass die richtige Pflege von Anfang an maßgeblich ist und viel Geld und Zeit spart. Sein Appell daher: „Setzt euch mit Fachleuten zusammen – Wer gleich bei einem jungen Baum in den richtigen Schnitt investiert, hat aus ökonomischer und ökologischer Sicht über die Jahre hinweg weniger Probleme.“ Wer jetzt einen Baumpfleger oder eine Baumpflegerin sucht, findet über die Suchfunktion des Baumpflegeportals schnell einen qualifizierte/n und erfahrene/n Baumpfleger/in.

Jeder Baum ist für den Baumkönig wertvoll
Baumkönig 2021: Nikolaus Fröhlich Botschafter der Stechpalme

Der bescheidene König

Nikolaus Fröhlich ist oft in seinem Wald unterwegs. Bäume sind ihm wichtig, ebenso die Menschen, die später einmal von ihnen profitieren werden. „Kinder geben uns oft einen anderen Blick auf die Dinge“, findet der Student. Kürzlich pflanzte er mit seinen kleinen Cousins Stechpalmen in seinem Garten. „Obwohl sie etwas stachelig und giftig sind, war das kein Problem“, sein Resümee. Seine Cousins nahmen die Stechpalme so wie sie ist – genau das, was sich Nikolaus Fröhlich für seine berufliche Zukunft wünscht.

„Menschen müssen wieder zurück zur Natur finden, in all ihren Facetten“, so der Baumkönig 2021. Das habe nichts damit zu tun, Natur zwangsläufig ändern zu wollen, sondern sie so anzunehmen wie sie ist: „Jeder Planer hat seinen genauen Plan. Die Natur lehrt uns aber, dass eben nicht alles planbar ist.“

Die Autorin: Simone Huss-Weber

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