Frischer Trieb mit jungen rotem Zapfen einer Fichte

Baum des Jahres 2017:

Heilkunde rund um die Fichte

Die Fichte ist in unseren Breiten eine gut bekannte Baumart. Dennoch wissen nicht viele Menschen, dass sie bei ihrem Waldspaziergang sozusagen an einer Natur-Apotheke vorbei wandern. Fichtennadeln enthalten viele heilende Öle und einen hohen Anteil Vitamin C, was sie zur idealen Droge gegen Husten und Müdigkeit macht.

Dort, wo das Grün so dichte um Kirch und Rasen steht,
Da wo die alte Fichte allein zum Himmel weht;
Da ruhet unsrer Toten frühzeitiges Geschick,
Und leitet von dem Boden zum Himmel unsern Blick

Johann Wolfgang von Goethe

Die Fichte bei Atemwegserkrankungen

Durch die Inhaltstoffe Limonen, Campher und Pinen sind Fichtennadeln hervorragend als Arzneimittel bei Atemwegserkrankungen geeignet. Die beste Wirkung erzielen Tees und Kräuterbäder, bei denen die Stoffe über die Haut aufgenommen werden. Die Inhaltstoffe wirken Schleimlösend und Hustenlindernd. Bis zu drei Tassen täglich sind gut geeignet, um festsitzenden Husten zu lindern. Durch den hohen Vitamin C Gehalt gilt der Tee als Heilmittel gegen Skorbut.

Tee-Rezept

Frischen Fichtennadeltee sind schnell selbst gemacht. Stellen Sie zwei bis drei Triebe frischer Fichtenzweige in Ihre Tasse und übergießen Sie diese mit 150 ml heißem Wasser. Nach fünf Minuten ist der Tee fertig. Alternativ verwenden Sie ein bis zwei Teelöffel kleingeschnittene Fichtennadeln.

Schmerzlinderung bei Rheuma, Gicht und Hexenschuss

Schmerzende Gelenke und Muskeln unterstützen Sie am besten mit einem Fichtennadelbad. Auch Tinkturen und Öle zum Einreiben wirken schmerzlindernd. Schon zu Zeiten von Hildegard von Bingen galt die Fichte als Heilbaum. Es war Volksglaube, dass jeder frei von Schmerzen ist, der sich zu ihr wandte und ihr seine Krankheit mit einem Tropfen Blut übertrug.

Bade-Rezept

Übergießen Sie frische Zweige und ein bis zwei Fichtenzapfen mit zwei Liter Wasser. Köcheln Sie den Sud 20 Minuten und geben Sie Ihn zu ihrem wohl temperierten Badewasser. Bleiben Sie nicht länger als 20 Minuten in der Badewanne, um Kreislauf und Haut nicht zu überlasten.

Die Fichte als Heilpflanze

Verwendete Pflanzenteile:Junge Triebe, Harz, Nadeln
Sammelzeit:Triebe bis Mai, Rest ganzjährig
Inhaltstoffe:Ätherisches Öl, Terpentinöl, Camphen, Limonen
Anwendungsgebiete:Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Erkältung, Herzbeschwerden, Husten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Frühjahrsmüdigkeit, Rheuma, Schlaflosigkeit, Skorbut, Entzündungen, Tuberkulose, Nervenkrankheiten (äußerlich)
Mögliche Rezepturen:Tee, Bäder, Tinkturen, Sirup, Ätherische Öle, Zusatz zur Inhalation

Vorsicht bei der Dosierung

Sowohl innerlich, als auch äußerlich ist die richtige Dosierung zu beachten. Bei Ölen und Tinkturen reiben Sie am besten eine neutrale Salbe unter die Fichten-Mittel, um Hautreizungen vorzubeugen. Innerlich schont eine sparsame Anwendung die Niere. Achten Sie deshalb auf die Packungsbeilage und informieren Sie sich insbesondere bei Kindern über die maximal zugelassenen Mengen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

Rezepturen aus Fichtennadeln sind eine schöne Naturheil-Methode. Dennoch sollten Sie damit nicht leichtfertig umgehen. In den Nadeln ist in geringen Mengen Terpentinöl enthalten. Dieses kann zur Reizung der Schleimhäute führen und darf deshalb nicht bei Asthma, Keuchhusten oder Bluthochdruck verwendet werden. Auch offene Hautpartien sparen Sie bei der äußeren Anwendung aus. Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie Sie die Fichtenprodukte am besten anwenden, wenden Sie sich lieber an ihren Hausarzt. Er kann Ihnen genau sagen, welche Dosierung für Sie am besten geeignet ist.

Waldspaziergänge als Immunsystemstärker

Möchten Sie ihr Immunsystem auf natürliche Art und Weise stärken, so nutzen Sie ihren Feierabend öfter mal für einen ausgiebigen Waldspaziergang. Gerade im Herbst lässt sich das gut mit dem Sammeln von Beeren oder Pilzen verbinden, oder als Familienausflug in die Planung einbauen. Die Luft im Wald ist voll mit Phytonzyden. Das sind Stoffe, die Bäume an ihre Umgebung abgeben. Diese natürlichen Abwehrstoffe schützen den Wald vor Bakterien und Insekten. Der Spaziergänger profitiert beim Einatmen der Stoffe selbst von deren antibakteriellen Wirkung. Schon drei bis vier Spaziergänge pro Monat stärken nachweislich das Immunsystem.

Die Autorin: Marina Winkler

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