Nicht nur Baumpfleger klettern auf Bäume, Forscher auch

Wer Affen, um genauer zu sein Schimpansen erforscht, dem helfen gewisse Kletterkünste durchaus weiter. Die Forscherin Esther Carlitz nähert sich ihrem Forschungsobjekt mit Hilfe der Baumklettertechnik. Sie arbeitet für das Jane Goodall Institut (JGI). Die Organisation versucht, Umweltprobleme in Entwicklungsländern zu lösen – mit Hilfe von Naturschutz, (Umwelt-)Bildung und Wissenschaft. Carlitz ist Diplom-Biologin und untersucht im Rahmen ihrer Doktorarbeit den Stresslevel von gefangenen und frei lebenden Schimpansen. Das gelingt mit einer innovativen Methode, bei der der Stresslevel über die Haare bestimmt wird.

Mit ihrer Forschung will die Biologin herausfinden, inwieweit unterschiedliche Stressfaktoren wie Ökotourismus, Holzeinschlag und das Leben in einem zerstückelten Wald die Schimpansen beeinflussen. Aus diesen Erkenntnissen wiederum können dann Maßnahmen zum Schutz der Tiere entwickelt werden. Ökotourismus zum Beispiel ist ein zweischneidiges Schwert: Zum einen werden die Affen und ihr Lebensraum geschützt, zum anderen kann er aber auch gesundheitsgefährdend und stressfördernd wirken. Deshalb werden auch Proben von Tieren untersucht, die täglich Kontakt mit Touristen haben. Durch die Forschungsergebnisse kann dann wiederum dafür gesorgt werden, dass der Ökotourismus den Affen langfristig nützt und nicht schadet.

Weshalb genau Esther Carlitz mit Hilfe der Baumklettertechnik hoch hinauf in die Bäume des Bugoma- und des Wambabya-Waldes in Uganda klettert? Und wie eigentlich die sogenannte Cortisolbestimmung aus dem Haar zur Stressmessung funktioniert? Das lesen Sie im Artikel Haare statt Zapfen – Seilunterstützte Schimpansenforschung von Britta Arnold im Kletterblatt 2014 – Kurszeitschrift der Münchner Baumkletterschule.