Eiche mit welken Blättern im Sommer?

Die Frage:

Eiche mit welken Blättern im Sommer?

User fragen Baumpfleger

In unserer Gemeinde steht auf einer Wiese direkt vor einem Kindergarten eine junge Eiche, die uns Sorgen bereitet. Schon während des Sommers beobachten wir, dass die Blätter in der Krone sich beginnen gelb zu verfärben und später verwelken. Der Baum wurde erst vor kurzem – wahrscheinlich in einem Wurzelballen – gepflanzt. Der Sommer war sehr heiß, aber durch heftige Gewitter auch sehr regenreich.

Warum beginnen die Blätter in der Krone der Eiche bereist zu früh im Jahr zu verwelken?

Die Antwort:

Wasserstress durch Neupflanzung möglich

Baumpfleger antworten Usern

Auch wenn es die Krone des Baumes ist, die Sorgen bereitet, liegt das Problem wahrscheinlich im Wurzelbereich. Nach dem ersten Eindruck, der sich über die Fotos gewinnen lässt, hat die Eiche ein Wasserproblem. Ein biotischer Schaderreger ist zwar nicht auszuschließen, da aber der Baum erst vor kurzem gepflanzt wurde, ist ein Wassermangel eher zu vermuten. Neugepflanzte Bäume erschließen sich den Bodenraum erst im Verlauf der Jahre. Erst danach sind sie in der Lage die teilweise extremen sommerlichen Wasserschwankungen effektiv auszugleichen.

Sollte der Baum im Wurzelballen gepflanzt sein, verschärft sich dieses Problem. Der Boden im Wurzelballen ist oft einer anderer, als an der Stelle, wo der gepflanzt wird. Zwischen den beiden Boden-Milieus entsteht eine chemische Trennsicht, die für Wurzeln wie eine Barriere wirkt. Der Baum muss diese dann erst durchbrechen und den Bodenraum dahinter erschließen. Er muss sich sozusagen an den neuen Standplatz anpassen und gewöhnen. Je weiter er sich mit seinen Wurzeln in die Breite, in die Tiefe und über den Bereich des ehemaligen Wurzelballens sich ausbreitet, desto weniger ist er anfällig für Wasserstress in Trockenperioden.

Fachmann hinzuziehen

Folge von Wasserstresses können die im Sommer beobachteten welken Blätter in der Krone sein. Die Symptome sind aber nicht spezifisch genug, um anhand der Bilder eine klare Diagnose zu geben. Dazu muss sich ein Fachmann vor Ort den Baum genauer ansehen und untersuchen.

Wie umgehen mit Trockenstress bei Bäumen

Sind nur Blätter der Eiche abgestorben und die Äste noch aktiv, hilft es, den Baum regelmäßig zu gießen. Für eine erneute Blattbildung ist es im Spätsommer jedoch zu spät, aber es hilft den Ästen den Winter zu überstehen. Diese treiben dann im Sommer hoffentlich wieder neu aus. Äste, die nach dem Winter nicht mehr austreiben, sind leider abgestorben. Diese toten Ästen sind zunächst zu entfernen und folgend sollte der Baum beim Aufbau einer Sekundärkrone unterstütz werden.

Liegt eine andere Ursache für die verwelkte Krone vor, wird das maßvolle Wässern des Baumes ihn zumindest nicht schaden. Als weitere Möglichkeiten für die auf den Bildern zu erkennenden Symptome sind Nager denkbar, die die Wurzeln des Baumes abfressen. Aber auch Schadpilze oder biotische Schaderreger lassen sich nicht ausschließen. Aber wie gesagt, dass kann nur ein Baumexperte vor Ort exakt beantworten.

Der Autor: Redaktion

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2 Antworten
  1. kizman

    Wir möchten gerne eine Eiche Pflanzen, haben aber Bedenken dass sie zu groß und ausladend für den Garten wird und dass die Wurzeln evtl unser Bewässerungssystem unterirdisch beschädigen oder evtl sogar den Boden anheben. Wieviel Platz sollte man der Eiche einräumen?

    Antworten
    • Baumpflegeportal

      Guten Tag, danke für Ihre Frage. Eine Eiche benötigt sehr viel Platz. Sie wird je nach Art bit zu 50 Meter hoch, 15-20 Meter breit und bis zu 1000 Jahre alt werden. Einen Baum klein zu halten ist leider nie gesund möglich. Haben Sie also den Platz im Garten nicht, greifen Sie deshalb lieber auf klein bleibende Baumarten zurück. Gut eignen sich Sorten wie „Kugelrobinie“ oder „Kugelahorn“ sowie Kleinbäume wie der Zierapfel oder Felsenbirne.
      Soll es unbedingt eine Eiche werden, eignet sich die Zuchtform „Kugelsumpfeiche“. Sie wird drei Meter hoch und ist somit auch für kleine Gärten ideal geeignet. Möglich wäre auch eine Säuleneiche. Diese wird zwar hoch, erreicht aber nur eine Breite von ein paar Metern.
      Die Wurzeln jedes Großbaumes reichen tief ins Erdreich. Als Faustregel gilt: Die Wurzeln gehen genauso weit in die Breite wie die Krone. Ist der Boden nicht locker genug, bilden sich Wurzeln auch an der Bodenoberfläche. Durch Dickenwachstum der Wurzeln heben diese dann natürlich den Boden an. Das lässt sich bei Bäumen nicht verhindern. Lassen Sie deshalb um den Stamm herum immer genügend Platz für den Baum frei. Am Besten befindet sich unter der gesamten Baumkrone nur Gras. Baumwurzeln können in Rohre hineinwachsen. Jedoch nur, wenn diese beschädigt sind. Baumwurzeln haben nicht die Kraft, Rohre zu durchwachsen. Sie können nur durch Risse eindringen und diese später, wenn sie dicker werden, sprengen.
      Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

      Antworten

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