Die Frage:

Hilfe für eine junge Aprikose in der Anwuchsphase

Blatt_Frage

Vor zwei Jahren kaufte ich einen kleinen Aprikosenbaum. Ein Jahr später hatte er zwar Blüten, aber kaum Blätter. Auch dieses Jahr scheint es ihm nicht gut zu gehen. Er wächst schlecht und bekommt keine Blüten. Wie helfe ich dem jungen Aprikosenbaum in der Anwuchsphase? Ist Geduld der beste Weg?

Die Antwort:

Die Anwuchsphase ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig

Blatt_Antwort

Wenn Bäume nicht anwachsen, kann das viele Ursachen haben. Aprikosen (Prunus armeniaca)* pflanzen Gärtner gerne an sonnigen Wänden, weil sie warme Standorte bevorzugen. Sie kommen mit sandigen und trockeneren Böden zurecht, was aber nicht heißt, dass sie keine Nährstoffe oder kein Wasser benötigen. Es ist normalerweise kein Fehler, Bäumen zu Beginn keinen überdüngten Boden zu präsentieren. So erschließen sie viel Bodenraum und haben später weniger Probleme mit Dürre oder Nährstoffmangel. Möglich ist, dass die Wurzeln der Aprikose erst nach und nach den Standort erschließen. Das kann dauern. Dauert es zu lang, ähnlich einem Menschen auf Wassersuche in der Wüste, sieht es für das Bäumchen schlecht aus.

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Voraussetzungen für gutes Wachstum

Eine Erklärung für das kümmerliche Wachstum Ihres Bäumchens sind schlechte Bodenverhältnisse mit einem ungünstigen Nährstoff- und Wasserhaushalt. Ich vermute aber, dass die Pflanzware qualitativ minderwertig war. Damit Pflanzen gut anwachsen, sind ausreichend aktive Feinstwurzeln entscheidend. Nur die Feinstwurzeln nehmen Wasser und gelöste Nährstoffe aus dem Boden auf. Spezielle Pilze unterstützen durch eine Symbiose diese Wurzeln. Diese Symbiose heißt Mykorrhiza und leitet sich aus mýkēs = Pilz und rhiza = Wurzel her.

Wechselspiel Wurzeln und Blattmasse

Feinstwurzeln haben eine kurze Lebenszeit weshalb die Pflanzen sie ständig neu bilden. Wurde das Bäumchen vor der Pflanzung falsch gelagert und diese wertvolle Wurzelmasse geschädigt, muss die Pflanze mühsam aus vorhandenen Reservestoffen neue Feinstwurzeln bilden. Gelingt das nicht optimal, stockt der oberirdische Zuwachs. Wenig Zuwachs und wenig Blattmasse bedeuten umgekehrt geringe aktive Wurzelmasse. Das ist ein Wechselspiel. Im günstigsten Fall dauert es eine Wuchsperiode, bis Wurzel und Blattmasse sich positiv beeinflussen und entwickeln. Unter ungünstigen Umständen dauert es Jahre. Im schlimmsten Falle gelingt es nicht und die Pflanze stirbt.

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Erste Hilfe für Baum-Kinder

Wie helfen Sie am besten Ihrem jungen Aprikosenbaum? Richtig dosiert, fördert die künstliche Zufuhr von Nährstoffen und Wasser das Wurzelwachstum in der Anwuchsphase und damit das Wachstum der jungen Krone. Die Betonung liegt dabei auf „richtig dosiert“. Die Gefahr: Bei zu fettem Boden (zu hoher Nährstoffgehalt), gewöhnt sich das Bäumchen an den Luxus und bildet eine üppige Krone. Bleiben Wasser oder Nährstoffe plötzlich weg, fällt das Kartenhaus zusammen. Besser ist es, nicht zu sehr auf künstliche Ernährung zu setzen. Helfen Sie der Pflanze, sich an den Standort und den Wasser- und Nährstoffhaushalt anzupassen.

Ihre Geduld ist gefragt

Es kommt darauf an, wie geduldig Sie sind. Sie können abwarten und hoffen, dass das Bäumchen sich den Boden erschließt. Dann wächst es dahin, wo ausreichend Feuchte und Nährstoffe sind. Der Vorteil ist, dass der Baum widerstandsfähig wird und weniger anfällig für Schwankungen im Wasserhaushalt ist. Nachteil, es kann ein paar Jahre dauern, bis der Baum dies schafft. Und es kann schiefgehen. Dann haben Sie ein paar Jahre verloren und müssen ein neues Bäumchen pflanzen.

Sie haben die Wahl zwischen drei Methoden:

  • Sie entsorgen den Baum und holen sich aus einer guten Baumschule ein vitales Exemplar. So haben Sie schnell ein schönes Bäumchen im Garten.
  • Sie lassen den Baum stehen und unterstützen ihn mit Wasser und Nährstoffen in geeigneter Konzentration. Der Baum hat einen leichten Start und ist nicht zu sehr verwöhnt.
  • Sie überlassen das Bäumchen seinen eigenen Kräften. Das kann dauern und der Erfolg ist nicht gewiss. Überlebt der Baum, ist er robust und an die Umgebung angepasst.

Der Autor: Johannes Bilharz

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2 Antworten
  1. Ingo

    Hallo,
    ich denke einem Punkt sollte noch Beachtung geschenkt werden.
    Junge Obstbäume sollten die ersten Jahre keine Früchte ausbilden (Kernobsthochstämme die ersten fünf Jahre). Die „Kraft“ im Frühjahr geht zuerst in die Blüten, dann in die Früchte und dann in’s Holz. Dies geschieht durch richtigen Pflanz- bzw. Erziehungschnitt und konsequenter Entfernung aller Blüten.
    Auch bei Spalierobst mit schwacher Unterlage entferne ich die ersten zwei Jahre alle Blüten. Die Bäumchen sollen sich erst gut verwurzeln und stabiles Holz bilden, bevor die Energie an Früchte verschwendet wird (die in diesen jungen Jahren eh nicht ausreifen).

    Antworten
  2. Ingo

    Sorry, natürlich nicht Spalierobst, sondern Spindelerziehung.

    Antworten

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