Der Länge nach aufgebrochener Ast eines Baumes

Schnee nach dem Blattaustrieb

Schneebruch – Was tun?

„April, April, der weiß nicht was er will.“ Dieser Spruch passte 2017 sehr gut! Das Wetter wechselte zwischen sommerlichen Temperaturen und Minusgraden mit Schneefall. Die meisten Pflanzen trieben bereits die ersten Blätter aus und damit wurde der viele nasse Schnee zum Problem. Zahlreiche Büsche, Bäume und Sträucher erlitten Schneebruch. Nach dem plötzlichen Wintereinbruch gilt es, den Garten und seine Bäume von gefährlichen Schneeschäden zu befreien. Bricht ein Ast ab oder bekommt Risse, ist es wichtig, ihn schnellstmöglich sauber abzuschneiden. Ausgefranste Ränder können Eintrittspforten für Pilze und Bakterien sein und schaden so dem Baum. Außerdem kann der Ast jederzeit ganz abbrechen und stellt somit eine Gefahr dar. Aber Achtung, Bäume und Äste nach Schneebruch zu beseitigen, birgt ein erhötes Gefahrenportential. Im Zweifel besser die Arbeit einem Profi überlassen.

Erste Hilfe für den Baum

Schneiden Sie den betroffenen Ast auf den Astring ab. Der Astring ist eine Verdickung am Astansatz. Dadurch erreichen Sie die besten Möglichkeiten für den Baum, die Wunde selbstständig zu verschließen. Bleibt ein Stummel stehen, so kann der Ast bis ins Stammholz austrocknen und bildet eine Eintrittspforte für Erreger. Achten Sie auf scharfe und desinfizierte Sägen. Nur so vermeiden Sie, dass Schaderregern übertragen werden. Bei dickeren Ästen ist allerdings Vorsicht geboten! Wie auch bei Windwurf können Äste und auch ganze Bäume unter starker Spannung stehen. Holen Sie sich in solchen Fällen einen Fachmann, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Für dünne Äste oder junge Triebe eignet sich am besten eine Gartenschere. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder schneiden Sie die Triebe, wie oben beschrieben, am Stamm oder Ast ab. Oder Sie kürzen den Ast auf eine vorhandene Knospe oder einen abgehenden Ast ein. Dadurch wächst der Trieb an dieser Stelle weiter. Je nach Optik und Wuchsverhalten des Baumes ist eine der Varianten besser geeignet.

Entstehen beim Abbrechen von Ästen große Rindeneinrisse am Stamm, oder schält der fallende Ast Rinde vom Baum ab, sollten Sie schnell handeln. Als erste Hilfe wickeln Sie schwarze Folie auf Höhe der Wunde um den Stamm und befestigen diese mit Gewebeband. Diese Maßnahme regt die Bildung des Flächenkallus an. Der Baum bildet Gewebe über der gesamten Wunde und überwallt diese nicht wie normal von den Seiten aus. Dadurch ist die Wunde schneller zugewachsen. Befreien Sie den Baum spätestens nach einer Vegetationsperiode von der Folie.

Kappung als letzte Chance

In sehr seltenen Fällen kann bei schlimmem Schneebruch eine Kappung notwendig werden. Ist die gesamte Krone oder der Wipfeltrieb stark geschädigt, ist die Kappung das kleinere Übel. Oft ist vom Schneebruch nur eine Hälfte des Baumes geschädigt. Auch dann ist eine Kappung anzuraten, damit der Baum an dieser Seite wieder neu austreiben kann. Langfristig ist die Kappungsstelle in solchen Fällen weniger schlimm als eine einseitige Krone. Dennoch sollte diese Variante erst als allerletze Möglichkeit in Betracht gezogen werden! Nun bleibt zu hoffen, dass der Baum noch genug Reservestoffe hat, um nach dem Schnitt wieder neu auszutreiben und einer Wuchsdepression zu entgeht. Doch auch diese Maßnahme muss mit einem ausgebildeten Baumpfleger abgeklärt sein. Er weiß, bei welchem Baum und in welchem Fall eine Kappung vertretbar ist.

Ein Baumpfleger weiß immer Rat

Egal welches Problem Ihr Baum hat, der Baumpfleger Ihres Vertrauens weiß, was zu tun ist. Gerade große Äste können nach dem Bruch unter Spannung stehen. Dies gilt besonders für Bäume, die vom Schnee umgedrückt wurden oder am Stamm abgebrochen sind. Die Gefahr, dass die Bäume sich plötzlich aufstellen oder Stammteile absplittern, ist sehr hoch. Bevor Sie sich an solche Situationen wagen, holen Sie lieber einen Fachmann. Dieser weiß sich zu schützen und erkennt wo Spannungen sind. Außerdem hat er das Wissen, um die beste Behandlung für Ihren Baum zu finden.

Gründe für den Schneebruch

Schnee ist eigentlich etwas Gutes für unsere Vegetation. Er legt sich wie eine isolierende Decke über den Boden und die Äste und schützt die Pflanzen vor den eisigen Minusgraden. Bäume sind darauf ausgelegt, diese Last zu tragen. Sie werfen ihre Blätter und reduzieren die Fläche auf der Schnee liegen bleiben kann. Außerdem wachsen die Äste in einem Winkel aus dem Stamm, der es ihnen ermöglicht, Lasten und auch starke Winde auszuhalten. Andere Bäume wie beispielsweise Nadelbäume arbeiten mit sehr biegsamen Ästen. Je schwerer der Schnee wird, desto weiter biegt sich der Ast, bis irgendwann der Schnee vom Ast herunterkippt. Das kann bei einem Spaziergang durch den Wald durchaus unangenehm werden.

Dennoch kommt es bei Bäumen häufig zum Schneebruch. Je nach Art und Alter des Baumes halten die Äste mehr oder weniger Last aus. Im Frühjahr, wenn die Bäume schon Blätter haben, ist Schneebruch häufig. Durch die vergrößerte Auflagefläche bleibt mehr Schnee liegen. Das ist oft zu viel für die Äste.

Der Autor: Marina Winkler

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