Grüne, sauber geschnittene Lebensbaumhecke

Zeitpunkt, Form, Tipps

Hecken richtig schneiden

Während der kalten Jahreszeit leidet der lebendige Sichtschutz im Garten und gerät aus der Form. Mitte Februar, Anfang März ist der richtige Zeitpunkt, die Hecke zu schneiden und zu alter Schönheit zurückzuführen. Und auch wenn der Winter einigen Gehölzen derart zugesetzt hat, dass sie es nicht überlebt haben und entfernt werden müssen, ist Handeln früh im Jahr angesagt. Denn der Gesetzgeber gestattet den Rückschnitt nur bis Ende Februar, da später Vögel unter anderem Hecken bevorzugt als Brutplatz auswählen.

Formschnitt oder Rückschnitt?

Eine wichtige Unterscheidung gleich zu Beginn: Auf der einen Seite gibt es den sogenannten Formschnitt. Hierbei werden lediglich herauswachsende Äste korrigiert. Obwohl er gesetzlich während des ganzen Jahres erlaubt ist, sollte er bis spätestens Ende September erfolgen. Sonst kann es zu Frostschäden kommen.

Auf der anderen Seite steht der Rückschnitt. Hierbei wird die Hecke radikaler zurück gestutzt als beim Formschnitt, beziehungsweise auf den Stock gesetzt. Das heißt, dass sie bis auf den Stock zurück geschnitten wird. Der Rückschnitt ist nur zwischen Anfang Oktober und Ende Februar gestattet.

Heckenschnitt: Sinnvoll oder nicht?

Warum muss die Hecke denn geschnitten werden? Schließlich dient sie meist als Sichtschutz. Ist es dann nicht gut, wenn sie wild wächst – solange sich keine Nachbarn beschweren? Das ist so aber nicht richtig. Denn Hecken bleiben nur wirklich blickdicht, wenn sie regelmäßig geschnitten werden. Das Wachstum der Gehölze wird angekurbelt: Erst durch den passenden Schnitt verzweigen sich die Äste im entsprechenden Umfang. Die Hecke wächst schön dicht und es entstehen keine störenden Löcher. Und man sorgt nebenbei dafür, dass niemand einen Grund zur Beschwerde hat. Weder Nachbarn oder Fußgänger fühle sich durch die Hecke behindert.

Ende Februar: Der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt?

Die Hecke auch bereits im Februar in Form schneiden? Im Gegensatz zum Rückschnitt ist der Formschnitt zwischen März und September ja erlaubt. Ja, denn die Triebe befinden sich noch halb im Winterschlaf und stehen nicht voll im Saft. Deshalb können sie den Schnitt zu diesem Zeitpunkt besser verkraften. Ein weiterer Vorteil: Es dauert eine Weile, bis neue Triebe wieder deutlich zu sehen sind. So behält die Hecke ihre Form mit etwas Glück bis in den späten Frühling. Im August / September empfiehlt es sich, erneut zur Schere zu greifen. Die Form lässt sich damit dauerhaft wahren. Überprüfen Sie aber unbedingt vorher, ob sich in der Hecke Nester oder Wildtiere befinden!

Wetter spielt eine Rolle

Achten Sie auf die Außentemperatur und das Wetter, wenn Sie Ihre Hecke nicht unnötig schädigen wollen. Schneiden Sie nur, wenn das Thermometer mehr als – 5° Celcius anzeigt. Darunter sollten Sie die Finger von der Schere lassen, sonst verheilt der Schnitt nicht sauber. Ähnliches gilt bei zuviel Sonnenschein: Die Schnittflächen können austrocknen und die Hecke droht zu verwelken. Warten Sie mit dem Schnitt also auf trübe Tage.

Die richtige Form

Nicht nur der passende Zeitpunkt und das perfekte Wetter spielen eine Rolle. Wichtig ist auch, welche Form Sie Ihrer Hecke geben. Um gesund zu bleiben und somit blickdicht, benötigt die Hecke neben genug Feuchtigkeit auch ausreichend Sonnenlicht. Wenn Sie das gewährleisten und unschöne kahle Löcher vermeiden wollen, dann entscheiden Sie sich für den Trapezschnitt. Das bedeutet, dass Sie die Basis der Hecke breiter, die Krone schmaler schneiden. So verdeckt der obere Teil nicht den unteren und Ihre Hecke bekommt auch unten genügend Sonnenlicht.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Den neuen Austrieb Ihrer Kiefern- und Fichtenhecken sollten Sie im Mai schneiden, frühjahrsblühende Hecken wie die beliebte Forsythie direkt nach der Blüte.

Zum Schluss noch ein paar nützliche Tipps:

  • Spannen Sie eine Schnur in der Höhe, die Ihre Hecke nach dem Schnitt haben soll. Das hilft, gerade zu schneiden.
  • Tragen Sie langärmelige Kleidung und Handschuhe, besonders wenn Sie giftige Hecken wie Thuja oder Eibe schneiden. Nach Hautkontakt kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Außerdem vermeiden Sie so böse Kratzer durch vorstehende Zweige.

Die Autorin: Elisabeth Morgenstern

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