Kopfweiden auf einer Wiese vor mehreren Häusern

Richtiger Baumschnitt

Pflege für junge und alte Kopfweiden

Kopfweiden begleiten zahlreiche Bäche und wachsen auf feuchten Wiesen und ehemals bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen. Sie wurden lange Zeit zur Gewinnung von biegsamen Ruten, Futter und Einstreu für die Tierzucht und Brennholz angepflanzt. Der regelmäßige Schnitt garantiert den gleichmäßigen Nachschub an langen, geraden Weidenruten. Heute ersetzen andere Rohstoffe die Weide. Der Kopfschnitt ist dennoch nötig, um diese Kulturgüter und ökologischen Habitate zu erhalten und will gelernt sein.

Einen Kopfbaum selber erziehen

Kopfweiden lassen sich einfach selber ziehen. Schneiden Sie (mit Genehmigung des Besitzers) einen Ast einer Weide ab. Der Ast sollte circa zwei Meter lang sein und drei bis zehn Zentimeter im Durchmesser messen. Geeignet sind Weidenarten mit schmalen Blättern. Dazu zählen die Silberweide, Purpurweide oder die Korbweide. Die Äste stecken Sie in die Erde. Achten Sie darauf, dass mindestens 20 bis 30 Zentimeter Erde den Ast bedecken. In den ersten Wochen und während des ersten Sommers ist es wichtig, dass Sie die Stecklinge gut gießen. Innerhalb der nächsten Wochen treiben sie Wurzeln und die ersten Äste und Blätter beginnen zu treiben.

Bereits im ersten Jahr ist es wichtig, regelmäßig alle Triebe am Stamm zu entfernen. Das beugt späteren, großen Schnittwunden vor und begünstigt die Äste, die am späteren Kopf wachsen. Schneiden Sie ihre Weide im ersten Herbst zurück, wenn er lange Äste gebildet hat. Dadurch fördern Sie den Neuaustrieb im Frühling und das Dickenwachstum des Stammes. Schneiden Sie die Kopftriebe bündig am Stamm ab. In den ersten Jahren können Sie Stummel von ein paar Zentimetern stehen lassen, damit der Baum aus den Knospen austreibt. Sobald sich ein Kopf bildet, schneiden Sie alle Äste dicht am Kopf ab, damit sich kein Laub zwischen den Stummeln verfängt. Damit beugen Sie Fäule vor und sorgen dafür, dass der Baum die Wunden besser überwallt.

Schritt für Schritt zur Kopfweide im Garten

Schritt 1

Schneiden Sie von einer Weide etwa zwei Meter lange und fünf bis fünfzehn Zentimeter dicke Äste ab. Geeignet sind Korbweiden, Silberweiden oder Purpurweiden.

Schritt 2

Setzen Sie die Äste circa 20-30 Zentimeter tief in nährstoffreiche Gartenerde. Achten Sie auf genügend Abstand zwischen den Bäumen, da die Krone ausladend wird.

Schritt 3

Gießen Sie die Bäumchen im ersten Jahr ausreichend und reißen Sie alle Triebe aus, die am Stamm ansetzen. Dies sorgt für einen astfreien Stamm und fördert die Kronenäste.

Schritt 4

Entfernen Sie in der Vegetionsruhe (September bis Februar) alle Kronenäste. Achten Sie auf einen sauberen, glatten Schnitt. Die ersten Jahre können Sie etwa fünf Zentimeter lange Stummel stehen lassen, um die Kopfbildung zu fördern.

Schritt 5

Hat sich ein Kopf gebildet, führen Sie den Rückschnitt alle zwei bis drei Jahre durch. Fürs Korbflechten sind einjährige Triebe optimal, ältere Äste eignen sich für den Zaunbau oder als Brennholz.

Schritt 6

Schneiden Sie ihren Baum regelmäßig bis an sein Lebensende. Genießen Sie einen Baum, der auch nach Jahren noch dieselbe Größe hat wie am Anfang und gleichzeitig als Habitat für unterschiedlichste Tiere dient.

Der richtige Pflegeschnitt alter Kopfweiden

Damit die Kopfweide über viele Jahre hinweg Ruten produziert, benötigt sie einen regelmäßigen Schnitt. Dadurch muss der Baum neue, dünne und biegsame Äste produzieren und die Krone wird nicht zu schwer. Je nach Wachstum der Bäume ist der Rückschnitt alle drei bis acht Jahre nötig, bei Jungbäumen alle zwei bis drei Jahre.

Um die Kopfweide zu schneiden benötigen Sie eine Astschere und eine Handsäge. Schneiden Sie alle Äste ab, die aus dem Kopf in die Höhe wachsen. Für dickere Ruten nutzen Sie die Handsäge. Lassen Sie keine Stummel stehen und achten Sie auf glatte Schnitte. Eine scharfe Säge oder Astschere verhindert, dass der Schnitt ausfranst. Damit minimieren Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Pilze in die Wunden eindringen. Verwenden Sie keine Wundverschlussmittel, da die Bäume eine trockene Wunde besser überwallen.

Kopfschnitt gleich Kappung?

Vorsicht! Der Kopfbaumschnitt ist im Vergleich zur Kappung ein fachgerechter Baumschnitt. Er ist für diese Baumformen notwendig, um zu überleben. Eine Kappung hingegen beschreibt den Schnitt ohne Ableitung mitten im Stamm. Dies verursacht sehr große Wunden, die der Baum nicht schließen kann. Er fault an den Schnittstellen ein und die neu ansetzenden Äste brechen aus, wenn sie zu schwer werden. Eine gefährliche und unfachgerechte Schnittmaßnahme.

Die fachgerechte Pflege von Kopfbäumen ist in der ZTV Baumpflege 2017 nachzulesen. Hier steht beschrieben, wie die Maßnahme auszusehen hat und zu welchen Zeiten sie durchzuführen ist.

Äste, die am Stamm wachsen, schneiden Sie ganzjährig ab. Diese Maßnahme fördert die Triebe im Kopfbereich und verhindert spätere, große Schnitte am Stamm. Achten Sie darauf, dass fremde Pflanzen nicht massiv auf den alten Weiden wurzeln. Gerade der Holunder spaltet mit seinen starken Wurzeln schnell den Stamm der Kopfweide, wenn er sich stark in den Höhlen im Stamm ansiedelt.

Sehr alte und ungepflegte Kopfbäume

Bei alten Kopfweiden ist Vorsicht geboten. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Kopftriebe unter Spannung stehen, da sie sich häufig zu einer Seite biegen. Arbeiten Sie aufmerksam und achten Sie auf einen Schnitt in zwei Schritten. Zum anderen ist nachgewiesen, dass alte Kopfbäume fast alle Reservestoffe im Kopf und den Ansätzen der Triebe speichern. Schneiden Sie deshalb die Kopftriebe ungefähr eine Handbreit über dem Ansatz ab. Anderenfalls riskieren Sie, dass der Baum nicht genug Reservestoffe hat um im Frühjahr auszutreiben.

Was tun mit dem Schnittgut?

Die Weidenruten sind ein hervorragendes Material zum Bauen und Basteln. Ob als Flechtzaun, Körbchen, Dekoartikel für den Garten oder lebendes Tipi, die Ruten sind für Allerlei zu gebrauchen. Gerade die Korbflechterei schätzt die biegsamen, langen Triebe. Die unterschiedlich dicken Äste verarbeiten die Flechter mit aufwändigen Techniken.

Auch als lebende Kunstwerke eignen sich die Weidenzweige. Stecken Sie die Ruten im Frühling in nährstoffreichen Boden und ordnen Sie die Triebe so an, wie sie später wachsen sollen. Anschließend flechten und binden Sie die Triebe nach Ihren Wünschen. Schon ist der Anfang Ihres eigenen, lebenden Kunstwerkes gemacht. Mit den Jahren wachsen die Zweige weiter und Sie können, abhängig von Ihrem Plan, die Triebe nutzen oder abschneiden. Mit den Jahren entwickelt sich ein dichtes, nach Ihren Vorstellungen geformtes Gerüst aus Ästen.

Dicke Äste, die Sie in einem längeren Jahresrhythmen stutzen, eigenen sich als Brennholz oder Hackgut für Hackschnitzelheizungen. Kopfbäume funktionieren damit wie Kurzumtriebsplantagen, aber mit einem kleinem Unterschied: Der Stamm bleibt erhalten und bildet ein langjähriges, ökologisch wertvolles Habitat.

Die Autorin: Marina Winkler

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