Resistent oder anfällig?

Schädlinge und Krankheiten der Robinie

Wie anfällig ist die Robinie für Schädlinge und Krankheiten? Bei einem potentiellen Stadtbaum stellt sich diese Frage schnell. Als Begleitgrün von Straßen und Wegen, ausladender Parkbaum oder Schattenspender auf Parkplätzen – die Robinie ist vielfältig einsetzbar. Doch nur gesunde Bäume erfüllen ihren Zweck für zahlreiche Jahre. Schädlinge und Krankheiten machen Bäume anfällig und verkürzen im schlimmsten Fall ihre Lebenszeit. Ein Kostenfaktor, der sich verhindern lässt. Je früher Sie den Befall erkennen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Baum wieder erholt.

Häufige Schädlinge an Robinien

Schädlinge gibt es an fast jeder Baumart. Sie reichen von holzbohrenden Käfern über gefräßige Raupen bis hin zu eierlegenden Gallwespen. Die Robinie scheint nicht besonders anfällig gegenüber Schädlingen zu sein. Die wenigen bekannten Fraßschädlinge übersteht sie meist problemlos.

Die Robinien-Miniermotte

Wie bei allen Miniermotten, handelt es sich auch bei der Robinien-Miniermotte um einen Schädling, der an den Blättern miniert. Dabei frisst sich die Larve der Motte zwischen die Blattschichten und legt Gänge im Blatt an. Von außen betrachtet wirkt das Blatt an den Fraßstellen durchsichtig und ähnelt farblich Papier. Mit ein wenig Glück sehen Sie durch die Oberfläche eine kleine Larve durchscheinen.

Ist die Larve genug gewachsen, baut sie sich einen Kokon. Darin entwickelt sie sich weiter, bis sie schließlich als adulte Motte schlüpft. Je nach Jahreszeit legt das adulte Tier eine neue Generation Eier ab. Die letzte Generation Larven überwintert in den herabgefallenen Blättern und schlüpft erst im nächsten Frühjahr.

Die Robinie trägt bei einem Befall mit der Miniermotte keinen nennenswerten Schaden davon. Bei mehreren Generationen pro Jahr sehen die Blätter der Robinie im Spätsommer stark mitgenommen aus. Der Baum verkraftet das aber meist problemlos. Um den Befall im kommenden Jahr zu minimieren, sammeln Sie das Herbstlaub ein und entsorgen Sie es im Hausmüll. Weitere Bekämpfungen sind kaum möglich und meist auch nicht notwendig.

Fotos 2 und 3: Gyorgy Csoka / CC-by-3.0

Schild- und Blattläuse

Läuse saugen Baumsäfte aus den Blattadern. Schildläuse richten dabei deutlich größere Schäden an als Blattläuse. Sie entziehen der Pflanze wichtige Nährstoffe. Der Schaden an der Pflanze variiert je nach Befallsstärke. Meist verkraftet der Baum einen Befall mit Läusen aber gut.

Robiniengallmücke

Erst seit 2003 ist die Robinien Gallmücke in Deutschland bekannt. Nach der Eiablage fressen die Larven am Robinien-Blatt und bewirken, dass sich der Blattrand einrollt. Die so entstandene Galle ist für die Larve der ideale Schutz. Die Larve überwintert im Winter in der Galle und verpuppt sich erst zum Frühjahr hin.

Der Baum trägt keine Schäden von dem Befall davon. Bisher sind noch keine Massenvermehrungen der Gallmücke in Deutschland bekannt, obwohl mehrere Generationen pro Jahr möglich sind. Eine Bekämpfung ist daher nicht nötig. Absammeln des Herbstlaubes kann jedoch einen Befall einschränken.

Häufige Krankheiten an Robinien

Die Robinie ist nur von wenigen Krankheiten geplagt. Pilzinfektionen kommen zwar immer wieder vor, sind jedoch selten problematisch für einen gesunden Baum.

Phloeospora-Blattflecken Krankheit

Eine Pilzart verursacht an den Blättern der Robinie dunkle Verfärbungen bis zu einem Zentimeter Durchmesser. Gerade nach feuchter Witterung im Frühjahr befällt Phloeospora robiniae den Baum. Die Blätter bleiben kleiner und fallen vorzeitig ab. Der Pilz befällt auch die Triebe der Robinie. Auch nach dem Blattfall im Herbst stellend diese Infektionen den größten Befallsherd dar.

Im Sommer zeigen sich befallene Bäume mit einer schütteren Krone. Die Blätter fallen frühzeitig ab oder sind verfärbt. Besonders anfällig sind Sorten wie die Kugelrobinie `Umbraculifera´ oder die Korkenzieherrobinie `Tortuosa´.

Bevor Sie zu Fungiziden greifen, testen Sie zuerst die ökologische Variante: Sammeln Sie im Herbst das Lauf auf und entsorgen Sie es im Hausmüll. Damit fehlt bereits ein Großteil der Sporen für einen erneuten Befall im Frühling. Schneiden Sie auch die befallenen Triebe zurück. Achten Sie auf eine fachgerechte Schnittführung auf Astring.

Das Immunsystem der Robinie

Die giftigen Blätter der Robinie schützen sie vor den meisten Krankheiten und Schädlingen. Die wenigen Ausnahmen führen selten zum Baumtod, sondern schränken nur zeitweise dessen Wachstum ein. Ein weiterer Vorteil der Robinie ist ihre Trockentoleranz. Wo andere Baumarten bereits mit Wassermangel zu kämpfen haben, gibt es für die Robinie noch keine Einschränkungen.
Ihr sparsamer Umgang mit der vorhandenen Wassermenge sorgt dafür, dass sie auch in trockenen Zeiten genug Energie für die Abwehr von Schädlingen und Krankheiten hat. Diese Eigenschaft macht sie zum idealen Park- und Stadtbaum, da sie auch mit kleineren Wurzelräumen zurecht kommt.

Die Autorin: Marina Winkler

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Quellen:

  • Heinz Butin / Thomas Brand: Farbatlas Gehölzkrankheiten, Eugen Ulmer KG, 2017
    erhältlich bei Freeworker
  • Heinz Butin: Krankheiten der Wald- und Parkbäume, Eugen Ulmer KG, 2019
    erhältlich bei Ulmer Verlag
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