Kurioses und Wissenswertes rund um Quercus

10 Fakten zur Eiche

Die Eiche ist seit circa zwölf Millionen Jahren auf der Erde. So alt sind fossile Reste, die Forscher fanden. Bereits nach der letzten Eiszeit haben die Eichen ein schnelles Comeback gefeiert. Die Gattung Quercus begleitet den Menschen schon lange. Vom Wikinger bis zum modernen Menschen – schon immer war die Eiche ein wertvoller Holzlieferant. Bis heute ist sie wichtiger Bestandteil unseres Alltags.

Fakt 1: Raue See und große Kriege

Bereits die Wikinger nutzten Schiffe aus Eichenholz für ihre Erkundungen. 500 Jahre danach bauten die Briten Kriegsschiffe. Mit ihnen eroberten sie die Welt und kolonisierten die neu entdeckten Kontinente. Nicht ohne Grund tragen rund 500 englische Pubs den Namen „Royal Oak“ (Königliche Eiche). So sehr verehren die Engländer ihre Eiche. Sie hat in ihrem Land Geschichte geschrieben. Laut einer Legende nutzte ein englischer König eine Eiche als Versteck: Karl II. verbarg sich 1651 nach seiner Niederlage in der Schlacht von Worcester in einer Eiche. Das Original steht nicht mehr an dieser Stelle. Sein 300 Jahre alter Nachfolger erinnert noch an den versteckten König von England.

Fakt 2: Eichelkaffee

In den großen Weltkriegen war Kaffee ein knappes Gut. Der Handel mit Lebensmitteln stand still. So auch mit Kaffee. Auf das Genussgetränk wollten die Leute damals nicht verzichten. Die Menschen verwendeten als Kaffeeersatz gemahlene Eicheln und gossen sie mit heißem Wasser auf. Sogar der Staat riet zu dem Getränk. Bereits im 18. Jahrhundert empfahlen Ärzte Kaffee aus Waldfrüchten. Allerdings traf der Kaffeeersatz nicht jeden Geschmack. Erst als Kaffee aus Getreide auf den Markt kam, erhielt er eine dauerhaften Platz im Supermarktregal. Getreidekaffee ist noch heute bei vielen Menschen beliebt.

Fakt 3: Hochprozentig gereift

Europäische Siedler entdeckten durch Zufall, dass Rum aus Holzfässern eine bessere Qualität besaß. Sie starteten damit, die hochprozentige Spirituose aus der neuen Welt in ihre alte Heimat zu transportieren. Der Nebeneffekt war, dass der Rum in Aroma und Geschmack weiter reifte. Das europäische Eichenfass wurde über die Jahrhunderte vom amerikanischen Eichenfass abgelöst. Für Bourbon Whiskey gelten in den USA strenge Vorschriften. Jedes Fass darf nur ein einziges Mal gefüllt und verwendet werden. Brennereien und Abfüller in der ganzen Welt verwenden die ehemaligen Bourbonfässer für ihre Spirituosen weiter.

Fakt 4: Masterfolg mit Eichen

Für Bauern war es früher selbstverständlich, den Wald als Weide zu nutzen. Bis 1902 lebten Rinder, Schafe oder Schweine in deutschen Wäldern und fraßen Laub, Eicheln, Bucheckern oder Rinde. Landwirte verwendeten das Herbstlaub als Winterfutter für ihre Tiere. Hutewälder nutzten Landwirte gezielt für die Tiermast im Herbst. Schweine ernährten sich ausschließlich von den Früchten der Eiche. Menschen bewirtschafteten den Wald intensiv. 1902 beschlossen deswegen Forstpolizisten, die intensive Nutzung zu verbieten. Neue Gesetze schützten den Wald und schafften die Waldweide ab. Heute erlebt die Waldweide ein Comeback: Als Helfer der Natur setzt der Kanton Aargau (Schweiz) wieder auf Weidetiere. Pilotprojekte gibt es seit 1997.

Fakt 5: Viva España!

Eicheln spielen eine wichtige Rolle beim spanischen Schinken. Der Jamón Ibérico de Bellota stammt vom iberischen Schwein. Bellota bedeutet Eichel. 70 Prozent ihrer Nahrung sind dabei Eicheln. Erst dann erhält der Schinken seinen Namen und seinen unverwechselbaren Geschmack. Die iberischen Schweine leben ganzjährig draußen. Sie fressen ausschließlich die Früchte der für Spanien typischen Kork-Eiche.

Fakt 6: Stoff für die Ewigkeit

Eichenholz ist beliebt. Es ist stabil und dekorativ. Bei einem Brückenbau in Mainz fanden Arbeiter die Überreste einer römischen Brücke. Dieses Relikt war aus Eiche. Heute noch setzen Holzverarbeiter auf Eichen. Aus diesem Material machen sie Möbel, Böden oder Furniere. Diese Eigenschaften machen den Baum nahezu konkurrenzlos.

Fakt 7: Die deutsche Eiche

Die Eiche gilt als typisch deutscher Baum. Eigentlich ist die Linde ein typisch deutscher Baum. Unter Dorflinden spielte sich das gesellschaftliche Leben ab. Die Eiche galt seit jeher als Baum der Wahrheit und Kraft. Der Spruch „Wer grüne Eichenblätter trägt, der liebt mit fester, steter Treue“, spiegelt das wider. Noch heute ziert Eichenlaub die Rangabzeichen in der Bundeswehr. Typisch deutsch machte der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock die Eiche. Er ersetzte in seinen Gedichten Lorbeerschatten und einfache Haine durch Eichenschatten und Eichenwälder. Das Selbe machte sein Kollege Klaus Lindemann und schon war die Eiche typisch deutsch.

Fakt 8: Lange Geburt

Die Eiche blüht von April bis Mai. Bis das zum ersten Mal passiert, vergehen zwischen 25 und 30 Jahre. Erst dann tragen sie die ersten Blüten. Stieleichen brauchen manchmal sogar noch länger. Reif ist die Frucht der Eichel dann im September oder Oktober. Den ganzen Winter über erfreuen sich Waldtiere an der kulinarischen Abwechslung.

Fakt 9: Weise Riesen

Eichen können bis zu 1000 Jahre alt werden. In ganz Europa gibt es Eichen, die 300, 500 oder sogar 1000 Jahre alt sind. Sie sind uralte Zeitzeugen. Auf der Mecklenburgischen Seenplatte stehen die Ivenacker Eichen. Sie sind das Waldgebiet des Jahres 2020. Um 1300 nutzten Bauern diese Fläche als Waldweide. Die Eichen sind zwischen 500 und 1000 Jahre alt.

Dieser Eichensetzling hat noch Großes vor
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Fakt 10: Ritter und Räuber

Eichen sind mit zahlreichen Sagen und Legenden verwoben. Zwei bedeutende Sagengestalten sind König Arthus und Robin Hood. Letzterer streifte durch die Eichenwälder im Sherwood Forest, raubte dort reiche Menschen aus und verteilte die Beute an Arme weiter. König Arthur hatte einen schweren Tisch aus englischem Eichenholz. Noch heute hängt das Relikt der Ritter der Tafelrunde in der Great Hall in Winchester. Alle Namen der 25 Ritter stehen auf ihr.

Die Autorin: Simone Huss-Weber

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