Eingeschneite kleine Buche und Fichte

Gartenarbeiten im Herbst und Winter:

Winterschutz für Bäume und Gehölze im Garten

Denken Sie im Spätherbst an den Winterschutz Ihrer Gartenbäume. Die kürzeren Tage und kalten Temperaturen zusammen mit Regenwetter und dem ersten Schnee leiten langsam aber sicher den Winter ein. Während wir uns in unsere warmen Häuser zurückziehen, stellen Bäume sich auf andere Art und Weise auf die Kälte ein. Einen speziellen Schutz benötigen meist nur Garten- und Topfbäume oder Bäume mit besonders exponiertem Standort.

Der optimale Standort

Der beste Schutz für Ihre Bäume ist ein optimaler Standort. Passen Boden, Licht und Nährstoffe, ist der Baum vital und bestens für den Winter gewappnet. Ein Baum, der bereits geschwächt ist, hat nicht genug Kraft, sich ausreichend auf den Winter einzustellen. Gerade die Lichtverhältnisse sind bei unterschiedlichen Baumarten ausschlaggebend. Es gibt schattenliebende, schattentolerante und sonnenliebende Arten.  Ein Standort mit praller Sonne kann bei einigen Baumarten im Winter schnell zu Sonnenbrand führen. Besonders empfindlich sind Bäume gegenüber Standortwechseln. Sie sind darauf ausgelegt, ihr Leben an einem Platz zu überdauern. Stellen Sie Topfpflanzen deshalb nur selten um, außer sie benötigen ein Winterquartier.

Bäume, die normalerweise in einer anderen Klimazone gedeihen, halten Sie in ausreichend großen Töpfen. Überwintern Sie die Pflanzen im Gewächshaus, Keller oder Garage, wo die Temperatur nie unter null Grad fällt und ausreichend Tageslicht vorhanden ist. Gut vorbereitet, überleben auch Zitronen-, Orangen- und Olivenbäume den heimischen Winter.

Die Wintersonne als Problem

Obstbäume, die mit ihrer dünnen Rinde auf freier Flur stehen, bekommen im Winter Probleme mit der Sonne. An kalten, sonnigen Tagen heizt sich die sonnenzugewandte Stammseite stark auf, wobei die entgegengesetzte Seite kühl bleibt. Dadurch entstehen Spannungen im Holz und in der Folge Risse in der Rinde. Diese sind Eintrittspforten für Schaderreger. Um Frostrisse zu vermeiden, bestreichen Sie Ihre Bäume mit weißem Kalkanstrich oder beschatten Sie die Sonnenseite mit Brettern. Dadurch heizt sich der Stamm nicht einseitig auf und die Rinde bekommt keine Risse.

Um Ihre Pflanzen vor der starken Wintersonne und vor Austrocknung zu schützen, empfehlen sich spezielle Vliesstoffe. Diese stülpen Sie über die Baumkronen besonders empfindlicher Gehölze. Sie verhindern direkte Einstrahlung und beugen Frostrissen und einer zu hohen Verdunstung vor.

Der letzte Schnitt

Am besten schneiden Sie Ihre Bäume nicht mehr kurz vor dem Winter. Die Wunden sollten noch genug Zeit haben abzutrocknen. Aus den Schnittflächen tritt immer etwas Baumsaft aus, der bei Minusgraden gefriert. Angrenzende Zellen gehen durch den Frost kaputt. Dieser kann weit ins Holz einziehen und dabei Wasserleitungsbahnen angegreifen. Schneiden Sie deshalb Ihre Bäume nur an mehreren, aufeinanderfolgenden frostfreien Tagen, oder warten Sie bis kurz vor dem Austrieb im Frühjahr. Sollten Sie dennoch bei Frost schneiden, achten Sie auf fachgerechte Schnitte auf Astring, um die Wunde möglichst klein zu halten.

Bäume vertrocknen öfter als sie erfrieren

Bäume schützen sich mit vielen Mechanismen, um nicht zu erfrieren. Gerade die Knospen der Bäume haben ein ausgeklügeltes Sytem entwickelt, um die empfindlichen Blatt- und Blütenanlagen zu schützen. Die Größte Gefahr für Bäume im Winter ist die Frosttrocknis. Bei gefrorenem Boden ist das darin gespeicherte Wasser für die Pflanzen nicht mehr zugänglich. Scheint die Sonne, verdunsten die Bäume auch im Winter etwas Wasser. Der Wassergehalt in der Pflanze sinkt. Nutzen Sie frostfreie Tage, um ihre Pflanzen zu gießen. Ihre Bäume und Gehölze laufen dann nicht Gefahr auszutrocknen und Sie schaffen beste Bedingungen für einen guten Start in den Frühling.

Topfpflanzen schützen Sie gut gegen durchfrierende Erde. Ein dickes Vlies zwischen Boden und Topf, sowie Kokosmatten um den gesamten Wurzelballen schützen den Baum vor der Kälte. Auch Stroh und Laub eignen sich als Isoliermaterial. Zusätzlich zu einem geschützten Standort haben Bäume im Topf eine gute Überwinterungschance.

Im Garten ist der beste Schutz gegen kalte Füße eine dicke Matte aus Laub. Sammeln Sie nicht alle herabfallenden Blätter ein, sondern belassen Sie das Laub als Isolationsschicht um die Stämme von Bäumen und unter Hecken und Gehölzen. Nicht nur Igel freuen sich über dieses Stück Natur, auch die Wurzeln der Bäume profitieren von den wärmenden Eigenschaften der Streu. Im Frühling zersetzen Bodenlebewesen schnell das Material und sorgen für einen natürlichen Dünger.

Winterschutz bis in den Frühling hinein überprüfen

Der Winter zieht sich mit seiner Kälte und strengen Nachfrösten oft bis in den März oder gar April hinein. Am besten überprüfen Sie noch einmal Ihren Winterschutz und bessern gegebenenfalls nach. Entfernen Sie Winterschutz erst, wenn Sie sicher sind, dass die Fröste auch in der Nacht auf ein Minimum zurückgegangen sind.

Die Autorin: Marina Winkler

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