Starke Baumtypen: Beeindruckende Solitär-Bäume

Starke Baumtypen:

Beeindruckende Solitäre

Der türkische Dichter Nazim Hikmet hat ein wunderschönes Gedicht geschrieben:

Leben,

einzeln und frei wie ein Baum

und brüderlich wie ein Wald.

Das ist unsere Sehnsucht.“

Wir wissen aber, dass das mit dem „brüderlich“ so eine Sache ist. Bäume nehmen nicht nur Rücksicht aufeinander. Beim Streben nach oben, beim Kampf um das Wasser kann es auch hart zur Sache gehen. Bäume können sich gegenseitig helfen. Dennoch versucht jede Baumart, sich mehr Platz zu verschaffen und andere Spezies zu verdrängen.

Wenn es hilft können Baumarten durchaus einige Zeit miteinander kooperieren, gegenseitig von den Fähigkeiten der anderen Art profitieren. Die Buche kann im Schatten anderer Bäume gut gedeihen. Doch wenn sie es nach oben geschafft hat, ist es mit der Brüderlichkeit im Verhältnis zu vielen anderen Baumspezies vorbei.

Gemeinsam stark

In der Interaktion mit anderen Bäumen kann jede Baumart eine gewisse Zeit ein starker Typ sein, bis ihre Zeit vorüber ist und eine andere Art dominant wird. Wer vor einem Riesenmammutbaum steht, kann fast nicht glauben, dass auch dieser Riese einmal klein angefangenen hat und sich durchsetzen musste. Im badischen Lilienthal wurden 1960 vierjährige Mammutbäume gepflanzt. 50 Jahre später hatten Trockenheit und der Schlauchpilz Botryosphaeria dothidea den Bäumen so zugesetzt, dass viele Mammutbäume gefällt werden mussten. Bis man also ein Baumgigant mit circa 1500 Kubikmeter und einem Stammgewicht von circa 1250 Tonnen wird – wie der Riesenmammutbaum General Sherman –, muss man einige Attacken überstehen und braucht wahrscheinlich auch viel Unterstützung von Bäumen der eigenen und anderen Art.

Wenn es hilft können Baumarten durchaus einige Zeit miteinander kooperieren, gegenseitig von den Fähigkeiten der anderen Art profitieren. Die Buche kann im Schatten anderer Bäume gut gedeihen. Doch wenn sie es nach oben geschafft hat, ist es mit der Brüderlichkeit im Verhältnis zu vielen anderen Baumspezies vorbei.

Aber wenn man als Mammutbaum erst einmal die ersten 1000 Jahre überstanden hat, steht man konkurrenzlos als starker Baumtyp da. Und jeder, der unter einem Mammutbaum steht – ausgenommen vielleicht die Präsidentschaftskandidaten eines US-Wahlkampfes – hat das Gefühl, eine kleine Kirchenmaus zu sein.

Erster mit Ceaser

Und dennoch – nicht nur weil wir vor unserer Haustür keine solchen Baumgiganten stehen haben – beeindrucken mich Bäume oder Baumgruppen, die plötzlich auftauchen, irgendwo alleine in der Landschaft stehen oder Bäume, die auf exponierten Stellen alleine ihren Überlebenskampf führen.

Gaius Julius Caesar soll gesagt haben, er wolle lieber der Erste irgendwo in der spanischen Provinz, als nur der zweite in Rom sein. Er war der erste in Rom – bis zu den Iden des März!