Merhstämmige Buche auf einem Hügel

Starke Baumtypen

Drumlin-Buche bei Landstetten

Mit einem grandiosen Ausblick auf die bayerischen Alpen schlängelt sich die Straße von Starnberg nach Andechs durch eine eiszeitlich geprägte Landschaft. Nach halber Strecke schweift der Blick auf einen kleinen Hügel, auf dem ein Baum steht, der Vielen seltsam bekannt vorkommt. Auch wenn der Reisende zum ersten Mal die Strecke fährt, haben viele das Gefühl, den Baum zu kennen.

Eine Buche aus Funk und Fernsehen

Die Buche auf dem Drumlin bei Landstetten ist bekannt als Symbolbild der Sendung „Zwischen Spessart und Karlwendel“ und als jahrelanges Pausenbild des Bayerischen Rundfunks. Für die Sendung ist der Baum Sinnbild für die bleibenden Charakterzüge des Landes „zwischen Spessart und Karwendel“, aber auch Symbol des äußeren Wandels. Passend zu den Jahreszeiten erstrahlt der Baum in der Sendung zeitweise im frischem Führjahrskleid, im buntem herbstlichen Gewand oder kahl und knöchrig im frostig weißen Winter.

Drumlin

Drumlins sind eine Hinterlassenschaft aus der Eiszeit. Die länglichen, walfisch-rückenförmigen Hügel sind immer nach der Fließrichtung des Eises ausgerichtet. Sie entstanden durch Bewegungen des Gletschereises. Oft gibt es mehrere, der teilweise mehrere hundert Meter langen tropfenförmigen Drumlins an einem Ort.

Die Zeit nagt an der Drumlin-Buche

Die alte, mehrstämmige Buche steht fast kitschig auf einem kleinen Hügel mit teils steilen Hängen direkt vor einem grandiosen Alpenpanorama. In den vergangenen Jahren setzten leider Zeit und Wetter den Baum merklich zu. Einige, zum Teil stärkere Äste sind ausgebrochen und viel Totholz hat sich im Baum gebildet. Selbst eine alte Kronensicherung ist gerissen und nur noch teilweise intakt. Auf der Wiese und an den Hängen rund um den Baum liegen die ausgebrochenen Äste. Die Rinde ist an zahlreichen Stellen rissig und holzzersetzende Pilze zeigen ihre mächtigen Fruchtkörper.

Die Buche ist circa 15 Meter hoch, misst 4,5 Meter im Umfang und ist geschätzte 150 bis 180 Jahre alt. Auch wenn Buchen durchschnittlich ein Alter von 250 bis 300 Jahren erreichen, ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie im diesen Alter erste Alterserscheinungen zeigen. Gerade Bäume, die wie die Drumlin-Buche stark den Kräften der Natur ausgesetzt sind, müssen diesen auch einmal früher Tribut zollen.

Perspektive für Drumlin-Buche

Ein Vergleich der zahlreichen Bilder im Netz, mit dem aktuellen Zustand der Buche, zeigen den Verfall und die schwerwiegenden Astbrüche der vergangen Jahre deutlich. Der Baum hat viel seiner ehemaligen Erhabenheit eingebüßt und zeigt sichtbare Lücken in seiner Krone. Umso spannender ist die Frage, welche Perspektive ein solcher Baum noch hat. Selbst die eingebaute Kronensicherung, verhinderte nicht, dass starke Äste ausgebrochen sind. Was ist also die Zukunft der Drumlin Buche?

Das sagen die Baumpflegeexperten

Die Drumlin-Buche ist eine starke Erscheinung. Sie ist auf ihrem Hügel den Naturgewalten ausgeliefert und trotzt seit vielen Jahren Wind und Wetter. Doch die Zeichen des Alters sind bereits erkennbar. Gerade die vielen abgebrochenen Äste lassen darauf schließen, dass sich die Buche in der frühen bis mittleren Altersphase befindet. Durch die Wunden dringen Pilze in den Stamm ein. Der erkennbare Fruchtkörper wird wahrscheinlich ein Zunderschwamm sein. er gehört zu den holzzersetzenden Pilzen und nagt damit auch an der Standsicherheit der Buche. Bisher ist der Pilz nur in den bereits abgestorbenen und zum Teil bereits gebrochenen Kronenteile erkennbar, kann jedoch auch im noch intakten Stamm schlummern.

Der Baum wird nach und nach seine Krone verkleinern. Er hat ein Alter erreicht, in dem es ihm nicht mehr leicht fällt, eine breite und hohe Krone zu versorgen. Der Pilz tut sein übriges und langsam werden die hohen Kronenäste abbrechen. Doch Buchen sind hart im Nehmen. Auch wenn die Krone langsam zusammenfällt, wird sie aus dem Stamm neue Triebe bilden, die sich über Jahre hinweg zu einer neuen, jungen und kleineren Krone zusammenwachsen. Das ist der Rhythmus der Zeit. Die Altersphase wird dann von der Zerfallsphase abgelöst. Dazwischen können jedoch locker 50 bis 100 Jahre liegen.

Erst dann entscheidet sich, wie es mit dem Baum weitergeht. Entweder er entwickelt durch junge Triebe am Stamm eine dauerhafte, kleinere „Alterskrone“, oder an seiner Stelle keimen mit Hilfe des sich zersetzenden Stammmaterials neue Buchen aus den Bucheckern des Mutterbaumes. In jedem Fall liegt die Vermutung nahe, dass der Platz auf dem Hügel noch lange Zeit von Buchen eingenommen wird.

Der Autor: Redaktion

„Starke Baumtypen“ im Baumpflegeportal

In unsere Serie stellen wir jeden Monat einen neuen starken Baumtypen vor. Auch Sie können uns Ihre Bilder von einem starken Baumtyp schicken. Senden Sie uns einfach mindestens sechs Bilder und eine kurze Beschreibung des Baums, der Sie am meisten fasziniert hat, an die Redaktion des Baumpflegeportals.

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Quellen:

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