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Learn to love forests

Internationaler Tag des Waldes 2019 – Wälder und Bildung

In einer Zeit, die von Hektik und Informationsüberfluss geprägt ist, geraten Natur und damit auch der Wald Stück für Stück in den Hintergrund. Trotz des steigenden Bewusstseins für biologische Lebensmittel, Artenschutz und Umweltprobleme, entfernen sich die Menschen von der Natur. Im Alltag von Erwachsenen und Kindern bleibt wenig Zeit für praktische Naturerlebnisse und einem tieferen Verständnis für die Prozesse, die Bedeutung und das Leben in Wald, Feld und Flur. Umso wichtiger ist die Rolle der waldpädagogischen Lehreinrichtungen. Sie setzen sich für ein Bewusstsein für Wald und Natur ein, dass nicht nur auf Büchern, Dokumentation und YouTube-Videos beruht.

Waldlehrpfade/ Walderlebnispfade

Zahlreiche Gemeinden legen in ihren Wäldern Lehr- und Erlebnispfade für Familien, Schulklassen und Naturbegeisterte an. Die staatlichen Forstbetriebe in Deutschland kommen durch diese öffentlichen Lehreinrichtungen ihrer Pflicht nach, Baum- und Waldwissen an die Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Einrichtungen sind kostenlos und stehen Besuchern zu jeder Zeit zur Verfügung. Schön gestaltete Stationen zu unterschiedlichen Waldthemen mit informativen Infotafeln führen durch die Bäume und laden Spaziergänger ein, die Umgebung mit anderen Augen zu sehen.

Die Wege der meisten Waldlehrpfade sind gut ausgebaut und mit Kinderwagen befahrbar. Mit ein bis drei Kilometern Länge sind sie für die ganze Familie leicht zu bewältigen. Dem Wald angepasste Ruhe- und Spielplätze für Groß und Klein laden zu einer Rast unter Bäumen ein.

Die Stationen beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Themen des Waldes. Ein Baumartenrätsel, Infotafeln zu den Tieren des Waldes, ein Baumtelefon oder Barfußpfade vermitteln spielerisch die Vielfalt und Schönheit des Waldes. Sie führen Erwachsene und Kinder an dieses erstaunliche Ökosystem heran.

Waldpädagogische Einrichtungen

Die Waldpädagogik beruht auf Spielen und Aktivitäten im Wald. Die Teilnehmer machen sich mit den Pflanzen und Tieren vertraut und lernen wichtige Zusammenhänge des Ökosystems Wald kennen. Gerade die spielerische Herangehensweise sensibilisiert auch die Kleinsten für den schonenden Umgang mit der Natur.

Die Waldpädagogik vermittelt durch ganzheitliches Lernen ökologische und ökonomische Zusammenhänge zwischen Mensch und Wald. Als Teil der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ geht es nicht nur um den Wald vor der eigenen Haustüre. Auch globale Wald und Umweltthemen und nachhaltige Forstwirtschaft sind ein Teil der Veranstaltungen.

Baumwipfelpfade

Teilweise in Nationalparks integriert, teilweise als Bestandteil von Naturparks oder Naturerlebnisparks, existieren verschiedene Waldwipfelpfade in Deutschland. Jeder von ihnen bringt seinen Besuchern den Wald aus einer anderen Perspektive näher. Hoch oben auf zehn bis zwanzig Metern Höhe führen die Pfade durch die Kronen der Bäume. Dicht verzweigte Äste, Knospen und Blätter, Baumhöhlen und Brutstätten und der Wind, der jeden Baum schwingen lässt, bringen eine eigene Welt zum Vorschein. Die Baumwipfelpfade eröffnen ein Fenster in das Reich der Baumkronen, das den meisten Menschen verborgen bleibt oder lediglich einen sporadischen Blick vom Boden aus erlaubt.

Nationalparks und Nationalparkzentren

Sechzehn Nationalparks gibt es in Deutschland. Die Nationalparkzentren vermitteln Wissen über die Vegetation, die Tierwelt und die Besonderheit des Parks. In den Zentren informieren sich Besucher über das Schutzgebiet und bekommen Auskunft über die Freizeitangebote des Nationalparks. Wanderwege, Lehrpfade und geführte Wanderungen laden zum Besuch im Grünen ein. Ein entspannender Urlaub oder Ausflug für Groß und Klein in die Natur, der gleichzeitig viel Wissen vermittelt.

Als zentrale Anlaufstellen für Umweltbildung verfügen vielen Nationalparks über feste Umweltbildungsstätten. Jugendwaldheime, Häuser des Waldes und Waldmobile bieten rund ums Jahr waldpädagogische Programme an. Gerade Schulklassen bleiben eine ganze Woche. Bei Spielen und Wanderungen lernen sie die Natur kennen oder helfen den Angestellten des Nationalparks bei ihrer täglichen Arbeit.

Wald als Thema in der Schule

Der Lehrplan hält einige wenige Aspekte zum Thema Wald bereit. Grundschulen oder weiterführenden Schulen behandeln unterschiedlich umfangreich das Ökosystem Wald. Dazu gehören neben den Baumarten die im Wald lebenden Tiere, Symbiosen und Umwelteinflüsse. Später kommen soziale und ökonomische Aspekte dazu und die Bedeutung der Wälder für das Klima. Gerade in den ersten Schuljahren sind Ausflüge in den Wald mit der ganzen Klasse beliebt. Gemeinschaftsspiele, Schatzsuchen und Rätsel bringen den Kindern die Natur spielerisch näher.

Internationaler Tag des Waldes 2019

Waldkindergarten

Seit einigen Jahren sind Waldkindergärten stark auf dem Vormarsch. Das Konzept dieser Kindergärten richtet sich an eine naturnahe Kindererziehung. Die Kindergartengruppe verbringt jeden Tag im Wald. Ein Bauwagen oder eine kleine Hütte mit Heizung sind Dreh- und Angelpunkt der täglichen Aktivitäten und Rückzugsort für Mittagsschlaf und Essenszeiten.

Die Kinder im Waldkindergarten beschäftigen sich den ganzen Tag mit ihrer Umgebung. Sie basteln ihre Spielsachen aus Naturmaterialien, beobachten Käfer und Ameisen, plantschen in Bächen und bauen Höhlen und Lager. Ohne vorgefertigte Spielgeräte lernen sie miteinander zu spielen und ihre Fantasie einzusetzen. Stöcke werden zu Angeln, Sandhügel zu einer uneinnehmbaren Burg und ein Bächlein zu einem reißenden Fluss den es zu überqueren gilt. Der Wald wird zum natürlichen Spielzimmer, bei dem die Fantasie keine Grenzen kennt.

Walderlebnisse und Waldwissen für Erwachsene

Kinder sind unsere Zukunft. Sie früh an das Thema Wald heranzuführen, legt den Grundstein für eine umweltbewusste Zukunft. Doch auch für Erwachsene mit wenig Kontakt zum Wald und Natur gibt es zahlreiche Angebote oder Optionen, den Wald neu oder wieder kennen zu lernen. Verschiedene Ausbildungen (beispielsweise zum Baumpfleger) und Studiengängen (beispielsweise Arboristik) eröffnen neue Berufschancen. Fachbücher, Waldführungen, Apps und Informationsportale im Internet bieten viel Wissen um sich für die den nächsten Ausflug und Spaziergang im Wald weiterzubilden.

Ob naturkundliche Wanderungen, Fachexkursionen oder Kräuter- und Pilzwanderungen, es gibt viele Wege, den Wald und seine Facetten zu erkunden. Volkshochschulen, Universitäten und staatliche Einrichtungen bieten solche Lehrveranstaltungen an. Alternativ nehmen Sie sich einfach ein gutes Bestimmungsbuch oder eine moderne Bestimmungsapp und gehen auf eigene Faust die Arten des Waldes entdecken. Es ist nie zu spät, mehr über die Pflanzen und Tiere im Wald zu erfahren.

Die Autorin: Marina Winkler

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