Zweige eines Fichtenbaumes

Baum des Jahres 2017:

Die Fichte als Gartenbaum

Die Fichte ist der auch 2017 noch die häufigste Baumart in heimischen Wäldern. Jeder vierte Baum ist eine Fichte (Picea Abies). Oft wird sie daher als der klassischer Waldbaum angesehen. Aber auch in Gärten und als Hecke findet sich der anspruchslose Nadelbaum landauf landab. Gerade in der Weihnachtszeit ist sie gut geeignet, um zusammen mit einer Lichterkette als Weihnachtsbaum den Garten in festlichen Glanz zu hüllen. Doch die Fichte ist im Garten nicht unproblematisch und Gartenbesitzer sollten einige wichtige Tipps beachten.

Fichte als Hecke

Die Fichte bietet als Heckenbaum einige Vor- und Nachteile. Sie behält im Winter ihre Nadeln und ist ein ganzjähriger Sichtschutz. Sie wächst sehr dicht und bildet dadurch eine glatte Heckenfläche, sofern sie regelmäßig geschnitten wird. Die Nachteile einer Fichtenhecke ergeben sich beim Blick auf ihren Steckbrief. Die Fichte ist wenig Schnittverträglich und bildet auch am alten Holz kaum junge Triebe. Sie ist daher bei regelmäßigem Schnitt oft anfällig für Schaderreger. Jedoch ohne regelmäßige Schnitt verkahlt sie im inneren. Wird sie dann wieder in Form gebracht, bleiben braune, alte Triebe an der Außenseite übrig. Achten Sie also darauf, die Fichtenhecke jährlich zu schneiden. Entnehmen Sie dabei jedoch nie zu dicke Äste. So bleibt die Hecke gesund und außen grün.

Geeignete Fichtenarten

Je nach Gartengröße gibt es unterschiedlich gut geeignete Fichtenarten. Die bekannte „Gemeine Fichte“ (Picea abies) oder auch die schöne Blaufichte (Picea pungens) sind Waldbäume und wachsen zu stattlichen Exemplaren heran. Vorrausgesetzt sie verfügen über genügend Platz im Garten. Das bezieht sich aber nicht nur auf den Kronenraum, auch die Wurzeln benötigen ausreichend Raum. Nur dann ist der Baum stabil verankert und wird nicht zur Gefahr. Diese Fichten sind ideal für Parks, Grünanlagen oder sehr ausladende Grundstücke.

Auch für den kleinen Privatgarten gibt es geeignete Fichtenarten. Zuchtformen wie die Zuckerhut-Fichte (Picea glauca Conica), die Nest-Fichte (Picea abies Nidiformis) oder die Kleine Kugelfichte (Picea abies Little Gem), sind ideal für wenig Platz oder die Haltung im Topf. Ob als Wegbegrenzung, als Topfpflanze vor dem Haus oder Mini-Weihnachtsbaum im Garten. Diese Fichtenformen lassen sich gut integrieren.

Wachstum der Fichte

Die Fichte gehört zu den schnellwachsenden Baumarten. Im Forst ist sie nach 80-100 Jahren erntereif. Im Vergleich zur Buche mit 140 Jahren ist das früh. Zum stattlichen Gartenbaum wächst die Fichte damit zügig heran. Auch als Hecke erreicht die Baumart schnell die erwünschte Höhe. Im Umkehrschluss wächst sie jedoch manchmal auch schnell über den Kopf. In kleinen Gärten empfehle ich daher eine kleine oder langsam wachsende Zuchtform.

Im Wuchs bremsen lässt sich die Fichte. Wird Ihnen der Baum zu groß. gibt es kaum eine Möglichkeit, ihn in Zaum zu halten. Äste einfach abschneiden oder sogar den Wipfel kappen, kommen nicht in Frage. Der Baum reagiert darauf sehr schlecht und fault schnell ein. Eine Folge sind Pilze, Bakterien und zuletzt der Borkenkäfer. Überlegen Sie sich also gut, wo Ihre Fichte stehen soll. Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich lieber für eine andere Baumart, die nicht so hoch wird wie die Fichte. Gut geeignet sind hier Zierapfel, Kugelbäume oder Hochstämme.

Der Einzelgänger im Garten

Die Fichte hat ein ausgreifendes Netz aus Wurzeln. Auf idealen Böden bildet sie ein Herzwurzelsystem aus, welches ihr zur Stabilisierung und zur Wasseraufnahme dient. Ist der Boden jedoch zu lehmig, oder steht der Grundwasserspiegel hoch, bildet sie ein System aus flachen, oberflächennahen Wurzeln. Diese nehmen den unter ihr wachsenden Pflanzen Wasser und Nährstoffe weg. Hinzu kommt, dass die Streu – also die herunterfallenden Nadeln – sehr sauer sind. Auch das vetragen viele Pflanzen nicht.

Wer gerne einen Teil seines Gartens in ein Waldstück umwandeln möchte und den Platz dafür hat, dem gelingt dies mit einer Fichtengruppe sehr gut. Wer jedoch einen Solitärbaum im Garten möchte, der sich gut in die Vegetation einfügt, der ist mit einer anderen Baumart besser beraten.

Der Borkenkäfer

Über wo die Fichte steht, ist mit Borkenkäfern zu rechnen. Die Käfer befallen überwiegend geschwächte Bäume, bei Massenvermehrungen, aber auch gesunde Bäume. Diese ertränken eigentlich die Käfer regelrecht mit Harz und Saftfluss. Achten Sie deshalb darauf, dass ihre Fichte keine Schäden hat. Vermeiden Sie große Schnitte, zu trockene, lehmige Böden, enge Standorte und Konkurrenz.

Umgang mit Borkenkäfer an der Gartenfichte

Ökologie im Garten

Als Waldbaum ist die Fichte auch aus ökologischen Gesichtspunkten zu nennen. Die Zapfen der Fichte fallen als Ganzes auf den Boden, wenn die Samen darin reif sind. Eichhörnchen nehmen sie dann Stück für Stück auseinander, um an die Leckerbissen heranzukommen. Auch Vögel wie der Fichtenkreuzschnäbel, die Tannenmaise oder auch der Erlenzeisig sind im Winter auf diese Nahrung angewiesen. Als Nistplatz, Überwinterungsquartier und Aussichtsplatz lässt der Baum keine Wünsche offen. Wer Spaß daran hat, die geschäftigen Tiere im eigenen Garten zu beobachten, der hat mit der Fichte die richtige Wahl getroffen.

Fazit

Die Fichte ist ein genügsamer Baum mit wenig Anspruch an seinen Standort. Sie wird jedoch sehr hoch und sollte genügend Standraum haben, da nur wenige Pflanzen unter ihrer Krone wachsen. Für kleinere Gärten eignen sich besonders kleinwüchsige Zuchtformen. Wer genug Platz hat und die Arbeit um einen so großen Baum nicht scheut, der kann sich zu jeder Jahreszeit an den zahlreichen Besuchern der Fichte erfreuen.

Die Autorin: Marina Winkler

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